Digitale Zahlungen in China: Alipay und WeChat Pay erklärt

Ausführlicher Leitfaden zu digitalen Zahlungen in China

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China hat die Kreditkarte übersprungen und setzt direkt auf Scan-to-Pay. Wer ankommt, braucht deshalb eine digitale Geldbörse. Hier erfährst Du, wie Alipay und WeChat Pay funktionieren, wie Du sie einrichtest (auch mit einer ausländischen Karte, seit 2023) und welche Etikette beim Verschicken von Hongbao gilt.

Wenn in China die Rechnung kommt, zückt kaum jemand eine Kreditkarte. Lange war Bargeld König, doch dank der Verbreitung von Smartphones hat China die Plastikphase größtenteils übersprungen und ist direkt zum digitalen Bezahlen übergegangen. 

In vielen Geschäften und Restaurants kannst Du noch mit Debit- oder Kreditkarte zahlen, und Bargeld lehnen die wenigsten ab. Wer aber an der Kasse im 7-Eleven niemanden aufhalten und wie die Einheimischen auftreten möchte, muss scannen und losgehen können.

In diesem Leitfaden lernst Du die verschiedenen Plattformen für digitale Zahlungen in China kennen und erfährst, wie Du sie nach dem Umzug auf Dein Smartphone bekommst. Ganz ohne Bargeld zu leben, wirkt anfangs vielleicht extrem, aber sobald Du Dich in der Volksrepublik eingelebt hast, wirst Du es lieben, ohne Geldbeutel aus dem Haus zu gehen! 

Das Wichtigste in Kürze

  • China wird immer mehr zu einem bargeldlosen Land.
  • Um in China zu leben, brauchst Du eine digitale Geldbörse.
  • Alipay und WeChat sind die beliebtesten Plattformen für digitale Zahlungen in China.
  • Alipay kann praktisch sein, wenn Du eine internationale Karte hast oder nur zu Besuch bist.
  • WeChat Pay lässt sich mit einer ausländischen Handynummer und einer ausländischen Visa- oder Mastercard einrichten. Eine lokale SIM-Karte und ein chinesisches Bankkonto sind optional, und die Kontoeröffnung ist keine angenehme Erfahrung.
  • Wer weiß, was Hongbao sind, findet leichter Anschluss bei Einheimischen.

Wie bargeldlos ist China wirklich?  

Laut Statista nutzen in China über 1 Milliarde Menschen mobiles Bezahlen, und die Zahl steigt jedes Jahr stetig.

Manche Unternehmen in China gehen sogar den mutigen Schritt und verzichten komplett auf Bargeld. Die skandalgebeutelte Kaffeekette Luckin etwa ist zu 100 % digital, hat mehr als 36.000 Filialen und hat Starbucks in China in weniger als 4 Jahren überholt. 

Sobald das digitale Bezahlen eingerichtet ist, geht es schnell und unkompliziert, und es wird überall akzeptiert. Selbst an Straßenständen kleben zwei laminierte QR-Codes am Wagen, einer für Alipay und einer für WeChat. 

Selbstbedienungskassen im Supermarkt
In vielen Supermärkten gibt es inzwischen Selbstbedienungskassen von WeChat Pay, an denen Du einen QR-Code oder Dein Gesicht scannen kannst. 

Digitale Zahlungen machen auch das Online-Leben bequemer: Vom Zugticket bis zum Kinosessel lässt sich fast alles buchen. Sogar Hongbao kannst Du Deinen Freunden schicken.

Künftig wirst Du vielleicht gar keine andere Wahl mehr haben. Und wer nach China zieht, muss sein digitales Bezahlen einrichten.

Kann man in China noch bar bezahlen?

Ja, Geschäfte in China müssen weiterhin Bargeld annehmen. Seit dem 1. Februar 2026 verbietet eine Vorschrift der Zentralbank und zweier weiterer Aufsichtsbehörden, Banknoten abzulehnen oder Barzahler schlechter zu behandeln. (Geprüft im Oktober 2026.)

  • Geschäfte und Restaurants: Sie dürfen Bargeld nicht ablehnen oder Dich zum Bezahlen per App drängen. Die einzige Ausnahme gilt, wo ein Gesetz eine bargeldlose Zahlung vorschreibt.
  • Selbstbedienungsautomaten und unbemannte Läden: Sie müssen die akzeptierten Zahlungsarten anzeigen, erklären, wie sich Bargeld in eine Zahlung umwandeln lässt, und eine Servicetelefonnummer nennen.
  • Banken: Sie müssen neben den Bedürfnissen älterer und behinderter Kunden auch den Bargeldbedarf von Besuchern aus dem Ausland berücksichtigen.

Wird Dein Bargeld in einem Geschäft abgelehnt, bewahre ein Foto oder den Beleg als Beweis auf. Beschweren kannst Du Dich über die Hotline der Stadtverwaltung oder einen Verbraucherschutzkanal; die Zentralbank sagt zu, den Fall mit den zuständigen Stellen weiterzuverfolgen.

Wie sieht es mit der Sicherheit aus?

Ein großer Unterschied zwischen Bargeld und digitalen Zahlungen: Bargeld ist anonym, digitale Zahlungen hinterlassen dagegen Spuren.

2018 geriet Alipay in die Kritik, weil herauskam, dass man dem Unternehmen schon mit einem einfachen Wischen nach oben zur Ansicht der Zahlungen die Erlaubnis gab, den Zahlungsverlauf an Partner weiterzugeben. Die entsprechende Klausel stand im Kleingedruckten der Nutzungsbedingungen.

Alipay musste seine Praxis ändern, und China verschärft seine Datenschutzgesetze weiter. Inzwischen gelten dort einige der strengsten Vorschriften der Welt.

Alipay-QR-Code
Geld per Alipay-QR-Code zu empfangen oder zu senden ist in China ganz normal

Der Baidu-Chef wurde heftig kritisiert, nachdem er behauptet hatte, Chinesen seien beim Datenschutz „weniger empfindlich“. Tatsächlich ist es den meisten aber ziemlich egal, wenn irgendwo ihre Einkaufsgewohnheiten gespeichert sind.

Insgesamt gibt es wenig Anlass zur Sorge.

Betrug ist selten, vor allem verglichen mit dem weit verbreiteten Problem von Falschgeld. Vor gängigen Maschen wie gefälschten QR-Codes solltest Du auf der Hut sein, aber mit etwas gesundem Menschenverstand sind die chinesischen Systeme so sicher wie überall sonst.

Die Plattformen

Werfen wir einen Blick auf die beliebten Plattformen für digitale Zahlungen in China.

Kurz gesagt: Du musst Alipay und WeChat Pay einrichten. Die beiden sind die größten Plattformen des Landes und funktionieren überall.

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WeChat Pay 

WeChat Pay ist aus der allgegenwärtigen chinesischen Social-Media-App hervorgegangen und hieß ursprünglich WeChat Wallet. Da praktisch jeder in China ohnehin WeChat nutzt, wuchs der Bezahldienst schnell und ist mit über 1 Milliarde Nutzern die größte Plattform des Landes.

In China kannst Du WeChat für alles Mögliche nutzen, von der Jobsuche über die digitale Geldbörse bis zur Essensbestellung.

Alipay

Ursprünglich gehörte Alipay zum E-Commerce-Riesen Alibaba. 2010 wurde es in ein eigenständiges Fintech-Unternehmen ausgegliedert, die heutige Ant Group, die Alipay und weitere digitale Finanzdienste betreibt.

Alipay gehört zu den beliebtesten Plattformen Chinas und lässt sich für vieles nutzen: ein DiDi rufen, eine Zugfahrt buchen oder sogar eine digitale Einreisekarte ausfüllen.

Apple Pay

Apple Pay, die größte Bezahlplattform der USA,  tut sich auf dem chinesischen Markt schwer. iPhones sind zwar weiterhin ein Statussymbol, doch ihre Beliebtheit ist gesunken, weil viele aus Patriotismus lieber chinesische Hersteller wie Huawei und Xiaomi wählen.

Auf dem chinesischen Festland musst Du Apple Pay mit einem lokalen chinesischen Konto verknüpfen. Deshalb nutzen die meisten Ausländer einfach Alipay oder WeChat Pay.

Duoduo Pay

Duoduo Pay ist eine neue Plattform, die 2020 gestartet ist. Sie richtet sich zunächst an Nutzer von Pinduoduo, dem frechen Newcomer, der es mit dem E-Commerce-Giganten Taobao aufnimmt.

Pinduoduo hat sich mit innovativen Rabattaktionen und einem peppigen, jungen Image in einen überfüllten Markt gedrängt, und beim Bezahldienst ist ein ähnlich rasantes Wachstum wahrscheinlich.

2023 sperrte Google Pinduoduo allerdings im Play Store, nachdem Schadsoftware entdeckt worden war.

Weitere Tech-Anbieter

Auch andere Unternehmen bauen eigene Bezahlsysteme auf. Der Lieferdienst-Riese Meituan, der Online-Supermarkt JD und Didi Chuxing, das chinesische Pendant zu Uber, wollen Nutzer von WeChat und Alipay weglocken.

Meiner Meinung nach geht es ihnen eher darum, ihre eigenen Kosten zu senken, als Dir das Leben leichter zu machen.

Welche Plattform soll ich nutzen?

Im Grunde brauchst Du nur zwei Apps: Alipay und WeChat.

Alipay wurde ursprünglich für den E-Commerce entwickelt und ist ein eigenständiges Finanzsystem. Wer viel online kauft oder verkauft oder Geschäftszahlungen empfängt und leistet, ist damit besser bedient.

WeChat Pay ist eine „App in der App“, eine Funktion der beliebtesten Social-Media-Plattform Chinas. Seine Stärke sind der Komfort und die Einbindung bei anderen Anbietern. WeChat wirst Du ohnehin herunterladen; ohne die App ist das Leben in China kaum möglich.

Apple Pay hat den ungleichen Kampf gegen die chinesische Konkurrenz mehr oder weniger aufgegeben.

Da Alipay inzwischen sogar in den Apple Stores akzeptiert wird, lohnt sich diese Plattform kaum, es sei denn, Du nutzt eine ausländische Karte in einem der Gebiete, in denen sie erlaubt ist.

Bezahlen am Straßenimbiss per QR-Code
Selbst die älteren Damen sind beim digitalen Bezahlen dabei. Straßenhändler lassen Dich in China gern per QR-Code zahlen.  

Der unangefochtene Marktführer ist Taobao, eine außergewöhnliche Schatzhöhle, in der Du fast alles kaufen kannst, was legal und denkbar ist.

Taobao und Alipay gehören denselben Eigentümern, doch Taobao und Tmall akzeptieren inzwischen auch WeChat Pay. 

Spiel aus? Nicht ganz. Taobao gibt es nur auf Chinesisch, weshalb viele Expats einen Einkaufsservice wie Baopals nutzen. Damit kannst Du auf Englisch stöbern und bestellen und per WeChat bezahlen … gegen eine kleine Gebühr, versteht sich.

Außerdem ist WeChat im chinesischen Alltag allgegenwärtig: für Geschäftsnachrichten, die Freizeitplanung und den Kontakt zu Freunden. Den Komfort eines damit verknüpften Bezahlsystems sollte man nicht unterschätzen.

Beim Essengehen oder wenn Du Dir mit Freunden ein Taxi teilst, ist es mit WeChat Pay leicht, den eigenen Anteil beizusteuern. Außerdem akzeptiert JD kein Alipay, Du brauchst also WeChat Pay, um das gesamte Online-Angebot nutzen zu können.

Unser Fazit 

Die einfache Antwort: Wie die meisten Chinesen wirst Du vermutlich sowohl Alipay als auch WeChat Pay nutzen.

Die Einrichtung ist kein großer Aufwand, und Du wirst merken, dass Du je nach Situation verschiedene Apps verwendest. Es kann sich auch lohnen, bei Apps, die Du oft nutzt, das hauseigene Bezahlsystem einzurichten, ob beim Bestellen einer Fahrt über Didi oder beim Mittagessen über Meituan.

Einem Freund ein Geldgeschenk schicken
Rechnung teilen, Taxikosten aufteilen oder einem Kumpel ein Geldgeschenk schicken: Alles ist nur einen Klick entfernt 

Lies allerdings das Kleingedruckte: Manche Anbieter wurden dafür kritisiert, übermäßig viele persönliche Daten von ihren Nutzern zu verlangen.

Mit einer ausländischen Karte bei Alipay und WeChat Pay bezahlen

Du kannst eine ausländische Visa- oder Mastercard mit WeChat Pay oder Alipay verknüpfen und damit in ganz China bezahlen, ganz ohne chinesisches Bankkonto. WeChat Pay akzeptiert außerdem American Express, Discover, JCB, Diners Club und UnionPay. (Geprüft im Oktober 2026.)

WasWas Dich bei WeChat Pay erwartet
Akzeptierte KartenVisa, Mastercard, American Express, Discover, JCB, Diners Club und UnionPay
Gebühr3 % pro Zahlung, erlassen bei Zahlungen unter 200 CNY
Bonus für Neukunden3 % erlassen bei Tagesausgaben unter 1.000 CNY in den ersten 60 Tagen, das spart bis zu 30 CNY pro Zahlung
Limit pro ZahlungBis zu 4.250 € nach Passverifizierung
Limit pro JahrBis zu 42.500 € nach Passverifizierung
Zahlungen mit ausländischer Karte über WeChat Pay auf dem chinesischen Festland (geprüft im Oktober 2026)

Angenommen, Du zahlst ein Mittagessen für 150 CNY und ein Abendessen für 500 CNY. Das Mittagessen kostet keine Gebühr. Beim Abendessen kommen bei 3 % etwa 15 CNY dazu.

Die Obergrenzen von 4.250 € und 42.500 € stammen von Chinas Zentralbank. Im März 2024 wies sie die großen Zahlungsplattformen an, die früheren Limits von 850 € und 8.500 € für Besucher aus dem Ausland anzuheben. Gebühr und Limits von Alipay können von denen bei WeChat Pay abweichen. Prüfe deshalb vor einer größeren Zahlung die Kartendetails in Alipay.

Die 3 % summieren sich bei großen Zahlungen. Ein Kauf über 3.000 CNY mit einer ausländischen Karte kostet rund 90 CNY Gebühren. Deshalb ist ein chinesisches Bankkonto auf Dauer günstiger, wenn Du hier lebst.

WeChat Pay mit einer ausländischen Handynummer einrichten

Du kannst WeChat mit einer ausländischen Handynummer registrieren, also mit jeder Landesvorwahl außer +86. Eine chinesische SIM-Karte brauchst Du zum Start deshalb nicht. Unsere Anleitung zu WeChat Pay führt Dich Schritt für Schritt durch Anmeldung, Kartenverknüpfung und Passverifizierung. (Geprüft im Oktober 2026.)

Lieber eine Prepaid-Lösung? Auch Nutzer aus dem Ausland können die UnionPay Tour Card beantragen, eine Prepaid-Karte zum Aufladen und Bezahlen, und sie über WeChat Pay verknüpfen.

Was brauche ich für die Registrierung?

Ich unterscheide hier zwei Fälle.

  • Als Tourist brauchst Du Deinen Reisepass und eine internationale Karte wie Mastercard oder Visa. Manche internationalen Reisekarten funktionieren ebenfalls. Lade die App herunter, dann wirst Du durch die Verifizierung geführt. Folge einfach den Anweisungen auf dem Bildschirm, um die Einrichtung abzuschließen.
  • Als Expat in China ist ein Handy mit chinesischer Nummer praktisch, auch wenn WeChat sich inzwischen mit einer ausländischen Nummer registrieren lässt. Weil Du für die Registrierung einer Telefonnummer Deinen Pass brauchst, wird die Nummer faktisch zu einem Ausweis. Wenn Du eine Zahlung oder Überweisung bestätigen musst, bekommst Du in der Regel einen numerischen Verifizierungscode per SMS. Mit einem chinesischen Bankkonto kannst Du es mit Deinen Zahlungs-Apps verknüpfen und den vollen Funktionsumfang nutzen.

Tipps für eine einfachere Registrierung

Als Ausländer in China ein Bankkonto zu eröffnen, ist berüchtigt kompliziert und führt mitten hinein in den Dschungel der chinesischen Bürokratie.

Zum Glück hilft Dir unser Leitfaden zur Kontoeröffnung in China durch dieses Labyrinth.

Die gute Nachricht: Ein chinesisches Bankkonto brauchst Du womöglich gar nicht mehr. Seit 2023 kannst Du bei Alipay und WeChat Pay direkt eine ausländische Visa- oder Mastercard verknüpfen und damit in ganz China bezahlen. Das macht das Land für Besucher und Neuankömmlinge deutlich einfacher, auch wenn bei größeren Beträgen eine kleine Gebühr anfällt und ein lokales Bankkonto für den Alltag auf Dauer günstiger bleibt, wenn Du hier lebst.

Gib der Bank unbedingt dieselbe Handynummer an, die Du für digitale Zahlungen nutzen willst. Achte außerdem darauf, wie Dein Name erfasst wird. Westliche Namen bringen chinesische Systeme oft durcheinander, vor allem bei der Frage, ob der Familienname vorn oder hinten steht.

Ich hatte zwei chinesische Bankkonten, die sich nicht mit demselben Alipay-Konto verknüpfen ließen … denn „Andrew Dominic Killeen“ konnte offensichtlich nicht dieselbe Person sein wie „Killeen Andrew Dominic“, trotz gleichem Geburtsdatum, gleicher Telefon- und gleicher Passnummer.

So registrierst Du Dich

China-Veteranen erzählen Schauergeschichten von der Alipay-Registrierung aus der Zeit, als man sich noch durch eine rein chinesische Oberfläche kämpfen musste. Zur Verifizierung überwies Alipay einen kleinen Betrag auf das Konto, und man schloss die Registrierung ab, indem man mitteilte, wie viel angekommen war.

Zum Glück haben sich WeChat und Alipay seitdem enorm weiterentwickelt. Das Anmeldeverfahren wird laufend überarbeitet, verlangt inzwischen aber nur noch einige Grunddaten in einer englischsprachigen App und die Bestätigung per SMS-Code. Es ist schnell, einfach und sicher.

Schritte zur Registrierung 

Lade für Alipay zuerst die App herunter. Wähle nach dem Öffnen „About“ und dann „Bank cards“. Tippe auf das „+“, um eine Karte hinzuzufügen.

Bist Du bei einer der großen chinesischen Banken wie der Bank of China oder bei HSBC, musst Du nicht einmal Deine Kartennummer eingeben, nur Deine Telefonnummer.

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Akzeptiere die Nutzungsbedingungen, dann bekommst Du einen Verifizierungscode. Sobald Du ihn eingegeben hast, kannst Du loslegen!

Schritte zur Alipay-Registrierung

Gehe bei WeChat nach der Installation auf die Seite „Me“ und wähle dann „Services“. Um die App mit Deinem Bankkonto zu verknüpfen, wähle „Wallet“ und dann „Cards“. Tippe auf „+ Add Bank Card“. Gib die Daten ein und vergiss nicht, den ID-Typ auf „Passport“ zu ändern. Zum Abschluss der Einrichtung erhältst Du eine Verifizierungsnummer per SMS.

Schritte zur WeChat-Registrierung
Schritte zu WeChat Pay

Sobald Du eine Bankkarte verknüpft hast, kannst Du entweder Geld auf Deine virtuelle Geldbörse überweisen oder direkt vom Bankkonto bezahlen. Du kannst auch Geld auf Dein Konto auszahlen lassen, zum Beispiel wenn Du eine Zahlung erhältst.

Beide Apps verlinken auf Dienste: Du kannst Dein Handy aufladen, Nebenkosten bezahlen und sogar für wohltätige Zwecke spenden. Leider gibt es die meisten dieser Drittanbieter-Apps nur auf Chinesisch. Bedenke außerdem, dass es noch andere Anbieter gibt. Du bist nicht auf die Apps beschränkt, die mit WeChat oder Alipay kooperieren, und anderswo gibt es vielleicht bessere Angebote.

Ein Wort zu Hongbao

Sobald WeChat bei Dir läuft, siehst Du, wie Leute Nachrichten mit einem roten Umschlag mit gelbem Siegel verschicken. Das ist die digitale Variante der chinesischen Tradition, zu besonderen Anlässen Geld in roten Beuteln oder Umschlägen zu schenken: Hongbao bedeutet „roter Beutel“.

Hongbao
Rote Papierumschläge haben ausgedient. Heute dreht sich alles um den WeChat-Hongbao. 

Ein digitaler Hongbao enthält einen festen Geldbetrag, den eine bestimmte Anzahl von Personen einsammeln kann. Es gilt „wer zuerst kommt, mahlt zuerst“, und alle drängeln, um auf die Nachricht zu tippen und einen zufälligen Betrag zu erhalten, bevor alles weg ist.

Die Beträge sind meist winzig, warum machen die Leute das also? Weil Hongbao zur WeChat-Etikette gehören. Viele Gruppen verlangen rote Umschläge als Bezahlung für Werbung oder als Strafe für Verstöße gegen die Gruppenregeln.

Auch zum Entschuldigen sind sie ideal, wenn Du eine Nachricht an die falsche Gruppe geschickt hast! Und chinesische Freunde freuen sich, wenn Du an Festtagen einen Hongbao teilst, vor allem zum Chinesischen Neujahr.

Denk aber daran: Wenn Du einer einzelnen Person Geld schicken willst, etwa Deinen Anteil an der Restaurantrechnung, nutze „Transfer“ statt eines roten Umschlags in einer Gruppe, wo ihn jemand anderes wegschnappen könnte.

Einen Hongbao verschicken

Um einen Hongbao zu verschicken, öffne die Chatgruppe, tippe unten rechts auf das „+“ und wähle „Red Packet“. Du kannst den Gesamtbetrag und die Zahl der Empfänger festlegen und eine Nachricht als Gruß oder Erklärung hinzufügen.

Häufig gestellte Fragen

Brauche ich ein chinesisches Bankkonto, um WeChat Pay oder Alipay zu nutzen?

Nein. Beide Apps erlauben es, eine ausländische Visa- oder Mastercard zu verknüpfen, und WeChat Pay akzeptiert auch einige weitere internationale Karten. Für den Alltag ist ein chinesisches Bankkonto auf Dauer trotzdem günstiger, wenn Du hier lebst, denn bei WeChat Pay fällt für Zahlungen mit ausländischer Karte über 200 CNY eine Gebühr an.

Darf ein Geschäft in China mein Bargeld ablehnen?

Nein, abgesehen von eng begrenzten gesetzlichen Ausnahmen. Eine seit dem 1. Februar 2026 geltende Vorschrift verbietet Unternehmen, Bargeld abzulehnen. Passiert es trotzdem, sichere Beweise und melde es bei der Hotline der Stadtverwaltung.

Kann ich auf Taobao mit WeChat Pay bezahlen?

Alibaba hat WeChat Pay auf Taobao und Tmall neben Alipay als Zahlungsoption eingeführt. Laut Alibaba steht sie Nutzern auf dem chinesischen Festland zur Verfügung. Welche Optionen Dein Konto nutzen kann, siehst Du also an Deiner eigenen Kasse. Unser Leitfaden zum Online-Shopping in China behandelt den Rest des Ablaufs.

Jetzt bist Du dran

Wenn Du neu in China bist und die Sprache nicht gelernt hast, kann der Einstieg in die Welt der Online-Zahlungen einschüchternd wirken. Die Registrierung bei WeChat und Alipay ist heute mit englischsprachigen Oberflächen aber einfach. Manche Apps stellen Dich vielleicht noch vor Sprachprobleme, doch das gehört zum Initiationsritus für China-Expats und lohnt sich allemal.

Sorge dafür, dass Du ein chinesisches Bankkonto und vielleicht eine chinesische Kreditkarte hast, und verknüpfe beides mit Deinen digitalen Zahlungsoptionen.

Lass Dir von einem chinesischen Freund helfen, nutze Baidu Translate, und bald bestellst Du wie ein Einheimischer. Wenn Du Dein erstes Essen von Meituan genießt und Dein erstes Taobao-Paket erhältst, schöpfst Du das volle Potenzial des Lebens im heutigen China aus. 

Verwendete Quellen

Andrew Killeen ist Schriftsteller, Lektor und Reisender. Ursprünglich aus Birmingham in England, lebt er derzeit in Kampala, Uganda, nach fünf Jahren in China. Im Vereinigten Königreich arbeitete er mit obdachlosen und gefährdeten Familien, legte als Indie-DJ auf und leitete ein Literaturfestival.
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