
Dieser Artikel benötigt etwa 27 Minuten Lesezeit. Gerade keine Zeit? Kein Problem. Schicken Sie sich die werbefreie Version per E-Mail und lesen Sie sie später.
Wer in China Geld verdient, hat es später oft schwer, seine Ersparnisse außer Landes zu bringen: strenge Kapitalkontrollen, bei jeder Überweisung ein Einkommensnachweis und Gebühren von 2 bis 4 %. Dieser Ratgeber zeigt Dir alle legalen Wege nach Hause und die Unterlagen, die Du brauchst, damit eine Überweisung auch wirklich durchgeht.
Als Expat kann man in China ein gutes Gehalt verdienen, und das ist nur einer von vielen Gründen, warum es so viele Menschen ins Reich der Mitte zieht. China bietet Möglichkeiten für jedes Budget. Miete und Essen sind oft günstiger als in vielen westlichen Ländern, dazu warten ein aufregender Lebensstil mit tollem Nachtleben, Abenteuern, Sport, Reisen und guten Karrierechancen.
Wie hoch die Lebenshaltungskosten in China ausfallen, hängt vom eigenen Lebensstil ab. Aber selbst wer auf westlichen Komfort statt auf einheimisches Leben setzt, kann ordentlich Geld zurücklegen. Meist muss man auch Geld nach Hause schicken, etwa für Hypothek, Kreditkarten und andere ganz normale Ausgaben.
Dieser Ratgeber zeigt Dir alle Möglichkeiten, Dein Geld aus China herauszubekommen. Einfach ist das nicht: China sieht es bekanntermaßen ungern, wenn Geld ins Ausland fließt, und will stattdessen Investitionen im Land fördern. Die Gebühren sind hoch, die Limits werden streng durchgesetzt. Wir zeigen Dir trotzdem, wie es klappt.
Hinweis: In diesem Ratgeber geht es um private Ersparnisse und Überweisungen vergleichsweise kleiner Beträge. Für Unternehmen gelten andere Vorschriften und Limits.
Contents
- Das Wichtigste in Kürze
- Wie viel Geld darf ein Ausländer aus China überweisen?
- 5 Dinge, die Du bei Überweisungen aus China beachten solltest
- Bargeld im Gepäck oder Geld per Überweisung
- 6 Wege, Geld aus China zu schicken
- Ist WeChat Pay eine Option?
- Lass Dir von Deinem Arbeitgeber helfen
- Häufig gestellte Fragen
- Jetzt bist Du dran
- Quellen
Das Wichtigste in Kürze
- China kontrolliert den Kapitalabfluss streng, und Ausländer werden bei Überweisungen ins Ausland genauer geprüft als Einheimische.
- Für den Kauf von Fremdwährung gibt es kein festes Tageslimit. Die Bank verlangt aber einen Ausweis und den Nachweis, dass das Geld verdient und versteuert wurde. Genau diese Unterlagen sind der größte Engpass beim Geldtransfer.
- Überweisen darfst Du nur legal verdientes, versteuertes Einkommen aus Deinem einen erlaubten Job. Geld, das Du „nebenbei“ verdient hast, darf nicht ausgeführt werden.
- Rechne mit Überweisungsgebühren von etwa 2 bis 4 % plus den Kosten für den Umtausch von RMB in Fremdwährung.
- Halte Deine Steuer- und Einkommensunterlagen bereit: Je höher der Betrag, desto mehr Belege verlangt die Bank.
- Banküberweisungen, spezialisierte Transferdienste und digitale Wallets haben jeweils eigene Vor- und Nachteile bei Gebühren, Tempo und Papierkram.
Wie viel Geld darf ein Ausländer aus China überweisen?
So viel, wie Du belegen kannst. Für Ausländer gibt es kein festes Jahreslimit, aber die Bank prüft Deine Unterlagen bei jedem Kauf von Fremdwährung. (Stand: Oktober 2026.)
Die Zahl von 50.000 US-Dollar (rund 42.500 €) wird oft genannt und leicht auf die falsche Person bezogen. Die chinesische Devisenbehörde SAFE unterscheidet so:
| Wer Du bist | Fremdwährung in RMB umtauschen | Fremdwährung kaufen, um sie ins Ausland zu schicken |
|---|---|---|
| Einwohner mit chinesischem Wohnsitz | 42.500 € (50.000 US$) pro Jahr nur mit Ausweis | 42.500 € (50.000 US$) pro Jahr nur mit Ausweis |
| Ausländer mit Reisepass | 42.500 € (50.000 US$) pro Jahr nur mit Ausweis | Kein Jahreskontingent. Du brauchst Ausweis plus Herkunftsnachweis, darunter einen Steuerbeleg |
| Ausländer mit chinesischer Daueraufenthaltskarte | 42.500 € (50.000 US$) pro Jahr nur mit Ausweis | 42.500 € (50.000 US$) pro Jahr nur mit Ausweis |
Das Kontingent ist also keine Obergrenze dafür, was Du nach Hause schicken darfst, sondern eine Überholspur. Innerhalb davon verlangt die Bank kaum mehr als einen Ausweis. Darüber hinaus, oder wenn Du als Ausländer mit Reisepass kommst, will die Bank wissen, woher das Geld stammt.
Beim Gehalt heißt das in der Regel:
- Dein Reisepass und ein gültiges Visum oder eine Aufenthaltserlaubnis.
- Einkommensnachweis, zum Beispiel Gehaltsabrechnungen und Dein Arbeitsvertrag.
- Steuernachweis: die Steuerbelege oder die Steuerbescheinigung für dieses Einkommen.
Angenommen, Du hast in zwei Monaten nach Steuern 60.000 CNY gespart. Bringst Du beide Gehaltsabrechnungen und Steuerbelege mit, kann die Bank sie dem Betrag zuordnen. Kommst Du mit leeren Händen, erwartet Dich ein höfliches Nein.
Eine Abkürzung gibt es: Laut SAFE-Mitteilung von 2021 kann die Bank bei Gehaltskäufen auf wiederholte Unterlagen verzichten, wenn Du während Deines Vertrags zur selben Bank zurückkehrst, und sich auf Deinen ersten Besuch stützen.
Teile einen großen Betrag nicht in viele kleine Überweisungen auf, um die Kontrollen zu umgehen. Die SAFE weist die Banken an, genau darauf zu achten. Sie können das Geschäft ablehnen, Nachweise verlangen oder den Vorgang der SAFE melden.
5 Dinge, die Du bei Überweisungen aus China beachten solltest
Geld nach Hause zu schicken fällt leichter, wenn Du weißt, was auf Dich zukommt. Diese fünf Faktoren solltest Du bei der Wahl der besten Methode berücksichtigen.
- Chinas Regeln und Vorschriften
- Überweisungsgebühren
- Wechselkurse
- Überweisungsdauer
- Sprachbarrieren und die Suche nach erfahrenen Banken
Chinas Regeln und Vorschriften
Gut möglich, dass Du in China mehr verdienst, als Du ausgeben kannst, denn das Verhältnis von Lebenshaltungskosten zu Gehalt ist für Expats in China günstig. Ob Du Bargeld physisch ausführst, per Banküberweisung schickst oder einen speziellen Transferdienst nutzt: Für die Summe, die Du aus der Volksrepublik herausbringen darfst, gelten Regeln. Die sind nicht immer klar, aber wir versuchen, sie für Dich aufzudröseln.
Die technischen Hintergründe
Die chinesische Zentralbank (PBOC) änderte 2003 die maßgeblichen Bankgesetze und -regeln. 2006 folgte das Gesetz der Volksrepublik China über Bankenaufsicht und -verwaltung. Es gibt der chinesischen Bank- und Versicherungsaufsicht (CBIRC) und der staatlichen Devisenverwaltung die Befugnis, ausgehende Finanztransfers aus China zu regeln und zu überwachen.

Die chinesische Regierung kontrolliert den Kapitalabfluss streng, um die Finanzstabilität und das Marktvertrauen zu sichern. Bei allen Auslandsüberweisungen und Rücküberweisungen nimmt China ausländische Arbeitnehmer genau unter die Lupe. Diese Beschränkungen sind ziemlich drakonisch. Chinesische Staatsangehörige werden bei Überweisungen ins Ausland deutlich weniger genau geprüft.
Was das für Dich bedeutet
Banken und Transferdienste wenden bei Überweisungen von Nicht-Chinesen einheitliche Risikostandards an, um die genannten Gesetze einzuhalten.
Um Chinas Geldwäschevorschriften zu erfüllen, muss das Geld, das aus China ausgeführt wird, legal verdient und versteuert worden sein, in einem legal genehmigten Job. Denk daran: Deine Arbeitserlaubnis in China erlaubt Dir nur die Arbeit bei einem Unternehmen mit einem Einkommen. Geld, das Du „nebenbei“ verdienst, ist nicht legal.

Wie viel ein Ausländer aus China überweisen darf, ist nicht fest begrenzt, solange die Unterlagen den Betrag stützen. Das Jahreskontingent von 42.500 € (50.000 US$) gilt für den Umtausch von Fremdwährung in RMB und für den Kauf von Fremdwährung durch Einwohner mit chinesischem Wohnsitz. Ausländer kaufen Fremdwährung mit Ausweis plus Nachweis, dass der RMB in China verdient und versteuert wurde. Eine größere Summe zu belegen, wird schwierig, wenn Du keine Gehaltsabrechnungen und Steuerbelege vorzeigen kannst.
Ein Jahreslimit gibt es also nicht; der Betrag richtet sich nach Deinem steuerpflichtigen Einkommen. Je höher die Summe, desto mehr Belege musst Du vorlegen, bevor das Geld über die Grenze darf.
Seit dem 1. Januar 2026 ist die Prüfung etwas strenger. Die chinesische Zentralbank verlangt von den Banken, bei jeder grenzüberschreitenden Überweisung ab 5.000 RMB (rund 850 €) die Identität des Absenders zu prüfen.
Die Höhe dessen, was Du senden darfst, ändert sich dadurch nicht. Kleinere Überweisungen bekommen aber jetzt dieselbe Identitätsprüfung wie große schon immer. Außerdem müssen Banken Deine Transaktionsdaten inzwischen 10 statt 5 Jahre aufbewahren.
Einschränkungen
Es gibt noch eine Hürde. Egal, wie viel Du ausführen darfst und welche Methode Du wählst: Die Bank muss sehen, woher Dein RMB stammt, bevor sie Dir Fremdwährung verkauft. Bring Reisepass, Gehaltsabrechnungen und Steuerbelege mit.
Um Geld aus China zu schicken, musst Du es zuerst in die Fremdwährung umtauschen (und eine happige Überweisungsgebühr von 2 bis 4 % zahlen). Auch das bremst Dich, wenn Du Geld nach Hause schicken willst.
Wenn Du 1.700 € (2.000 US$) nach Hause schicken willst, kannst Du sie in einem Besuch umtauschen, sofern Deine Unterlagen den Betrag abdecken. Allein für den Währungsumtausch zahlst Du bei 1.700 € zwischen 34 und 68 €. Dazu kommt eine zweite Umtauschgebühr in Deinem Heimatland, falls es nicht die USA sind.
Hinweis: Chinesische Staatsangehörige dürfen pro Jahr nur Fremdwährung im Wert von bis zu 42.500 € (50.000 US$) kaufen. Chinesische Freunde können Dir vielleicht helfen, wollen es aber womöglich nicht, wenn sie selbst finanzielle Angelegenheiten im Blick behalten müssen.
Gebühren bei Banküberweisungen
Wie Du siehst, ist eine Überweisung aus China über die eigene Bank weder die einfachste noch die günstigste Lösung. Es können mehrere Gebühren anfallen. Welche, hängt von Deiner Bank und den Umständen der Überweisung ab, daher solltest Du bei der Bank nachfragen, was auf Dich zutrifft.
Mögliche Gebühren:
- Feste Gebühren: meist rund 150 RMB Bearbeitungsgebühr
- Prozentuale Gebühren: 1 bis 2 % des überwiesenen Betrags
- Kombinierte Gebühren: Bei Deiner Überweisung können feste und prozentuale Gebühren zusammen anfallen
Empfängerbanken berechnen etwa 3 bis 4 % des Überweisungsbetrags, je nach Bank unterschiedlich.
Wechselkurse
Die Wechselkurse sind der undurchsichtigste Kostenpunkt einer Banküberweisung, deshalb solltest Du sie genau im Blick behalten.
Wechselkurse bilden sich am freien Devisenmarkt durch Angebot und Nachfrage. Früher hat China seine Zentralbank und die Aufsichtsbehörde genutzt, um den Kurs der eigenen Währung für den Außenhandel zu steuern, und wertete sie oft ab, um den Export anzukurbeln.

Mit dem neuen Handelsabkommen von 2020 (Kapitel 5) hat sich China inzwischen zu bewährten Verfahren bekannt. Eine verlässliche Quelle für schwankende Wechselkurse ist XE. Transferdienste schlagen im Schnitt jedoch 2 bis 3 % auf den Mittelkurs auf.
Banken sowie Dienste wie Western Union und MoneyGram dürfen in einem vernünftigen Rahmen ihre eigenen Wechselkurse festlegen, und das bringt ihnen mehr ein als alle anderen Gebühren. Ihre Tageskurse findest Du online, etwa im Bereich „Wechselkurse“ auf der Website der Bank of China.
Überweist Du den Gegenwert von 8.500 € (10.000 US$) aus China, können allein für den Währungsumtausch bis zu 255 € (300 US$) anfallen.
Überweisungsdauer
Die meisten chinesischen Banken geben auf ihren Websites an, dass eine Auslandsüberweisung 3 bis 5 Werktage dauert. Nach den persönlichen Erfahrungen des Autors dauert es aber meist eher drei Wochen, bis eine Zahlung aus China auf Deinem Konto ankommt. Internationale Überweisungen können aus vielen Gründen hängen bleiben, und aus China muss zunächst viel Papierkram bearbeitet werden, bevor es grünes Licht gibt.
Sprachbarrieren und die Suche nach erfahrenen Banken
Nicht jede Filiale einer chinesischen Bank hat Mitarbeiter, die internationale Überweisungen abwickeln können. Frag in Deiner Filiale nach, ob sie Auslandsüberweisungen bearbeiten kann.
Außerdem kannst Du eine Freundin, einen Freund oder Kollegen mitnehmen, der Mandarin spricht. Das erhöht Deine Chancen, die Sprachbarriere zu überwinden.
Bargeld im Gepäck oder Geld per Überweisung
Das sind zwei verschiedene Regelwerke, die ständig durcheinandergeworfen werden. Die Bargeldgrenzen an der Grenze gelten für Geldscheine, die Du physisch bei Dir trägst. Eine Banküberweisung läuft über Deine Bank, die stattdessen Deinen Ausweis und Deine Unterlagen prüft. (Stand: Oktober 2026.)
| Was Du vorhast | Was die Regel sagt |
|---|---|
| Fremdwährung in bar ausführen, bis 4.250 € (5.000 US$) pro Reise | Keine Genehmigung nötig |
| Fremdwährung in bar ausführen, über 4.250 € (5.000 US$) bis 8.500 € (10.000 US$) | Bei einer Bank eine Genehmigung zur Ausfuhr von Devisen („Carrying Foreign Exchange Out Permit“) einholen |
| Fremdwährung in bar ausführen, über 8.500 € (10.000 US$) | Nur in Sonderfällen, mit einer Genehmigung des SAFE-Büros, bei dem Du das Geld gekauft oder eingezahlt hast |
| Fremdwährung in bar einführen, über 4.250 € (5.000 US$) | Beim Zoll schriftlich anmelden |
| Geld per Bank ins Ausland überweisen | Keine Bargeldanmeldung. Die Bank prüft Deinen Ausweis und den Herkunftsnachweis |
Die Beträge in US-Dollar gelten auch für den Gegenwert in anderen Währungen.
Unser Ratgeber zum Geldtransfer nach China behandelt die Gegenrichtung.
6 Wege, Geld aus China zu schicken
Geld nach China zu holen ist ziemlich einfach, aber es wieder herauszubekommen, ist mit viel Bürokratie und Kosten verbunden. Das sind die sechs wichtigsten Wege.
- Banküberweisungen
- Western Union / MoneyGram
- Bargeld mitnehmen
- Geldautomaten im Ausland
- Swapsy
- AliPay
Banküberweisungen aus China
Dein Bankkonto in der Heimat solltest Du beim Umzug nach China unbedingt behalten. Als ersten wichtigen Schritt brauchst Du aber auch ein Bankkonto in China. Banken sind für die meisten Menschen der klassische und am häufigsten genutzte Weg, Geld aus China zu schicken. Sie sind bewährt, sicher und zuverlässig. Dein Arbeitgeber sollte Dir dabei helfen, denn er zahlt Dein Gehalt direkt auf ein chinesisches Konto ein und möchte meist, dass Du es bei einer Bank und Filiale seiner Wahl eröffnest.

Neben Banküberweisungen brauchst Du ein Konto in China auch für eine UnionPay-Debitkarte und für die allgegenwärtigen digitalen Zahlungen in China, wo inzwischen fast alles bargeldlos läuft. Mit der UnionPay-Karte kannst Du außerdem schneller und bequemer Western-Union- und MoneyGram-Überweisungen von Konto zu Konto abwickeln.
Chinesische Banken
Wenn Du Dein wichtiges chinesisches Bankkonto eröffnest, solltest Du ein paar Dinge beachten, damit Du bei internationalen Überweisungen gut bedient wirst. Wähle eine Bank und Filiale in einem „ausländerfreundlichen“ Stadtteil. Wenn das Personal mehr Erfahrung mit Ausländern hat, läuft vieles reibungsloser, und die Chance auf Englischkenntnisse ist höher. Die größeren chinesischen Banken bieten außerdem Privatkundenservice, VIP-Status und Vermögensverwaltung an. Sie sind am leichtesten erreichbar, weil sie die meisten Filialen haben.

Jede der großen chinesischen Banken bedient Dich gut: Industrial and Commercial Bank of China, China Construction Bank, Agricultural Bank of China, Bank of China, Bank of Communications, China CITIC, Bank of Beijing, Bank of Shanghai und andere.
Ob Du Ersparnisse per Überweisung nach Hause schickst oder Geld an Freunde und Familie: Dieser Ratgeber zeigt die bewährten Wege, mit den Hürden umzugehen.
Ausländische Banken in China
Einige ausländische Banken haben Filialen in China. Leider können auch sie die strengen Bankvorschriften für Auslandsüberweisungen von Expats in China nicht umgehen. Nach den Verwaltungsvorschriften der Volksrepublik China für ausländisch investierte Banken erhalten ausländische Banken eine Lizenz, wenn sie den Regulierungsrahmen einhalten.

Selbst ein Konto bei einer dieser Banken hilft Dir also nicht wirklich dabei, Geld aus China zu überweisen. Außerdem haben sie weniger Filialen in China und bieten Premiumkonten für Anleger mit höheren Guthaben an. Für die meisten Menschen ist das nötige Mindestguthaben für solche Konten unerreichbar.
Beispiele für ausländische Banken in China: HSBC, Standard Chartered, The Bank of East Asia, Hang Seng Bank, Citibank, Deutsche Bank, BNP Paribas, JPMorgan Chase, MUFG, Mizuho, Goldman Sachs und Credit Suisse.
Unterlagen für Banküberweisungen aus China
Ein Expat darf einmalig bis zu 425 € (500 US$) aus China überweisen, ohne zusätzliche Nachweise über die Herkunft des Einkommens.
Dafür brauchst Du:
- Ein ausgefülltes Formular für die Auslandsüberweisung
- Einen gültigen Reisepass mit einem beliebigen chinesischen Visum
- Eine chinesische Bankkarte
- Den Namen der Empfängerbank
- Den SWIFT-Code und die Bankleitzahl (Routing-Nummer) der Empfängerbank
Für jede weitere Überweisung brauchst Du deutlich mehr Papiere:
- Ein ausgefülltes Formular für die Auslandsüberweisung
- Ein Bankkonto auf Deinen Namen
- Einen gültigen Reisepass
- Ein gültiges Aufenthaltsvisum
- Eine gültige Arbeitserlaubnis
- Gehaltsabrechnungen Deines Arbeitgebers
- Das Original Deines Arbeitsvertrags mit dem offiziellen roten Stempel
- Monatliche Steuerbelege
- SWIFT-Code und Bankleitzahl (Routing-Nummer) der Bank im Zielland

Chinesische Banken verlangen mitunter, dass Auftraggeber und Empfänger denselben Namen tragen. Zwingend ist das aber nicht. Entscheidend ist, dass der Absender ausreichend belegt, woher das Geld stammt und dass die Steuern bezahlt wurden. Du kannst Geld auch an ein Familienmitglied schicken, wenn Du einen Grund dafür hast. Die staatliche Devisenverwaltung erlaubt Fremdwährungstransfers zwischen Konten auf den eigenen Namen oder auf Konten direkter Verwandter.
3 Arten von Auslandsüberweisungen
Manchmal eilt es mit dem Geldtransfer mehr als sonst. Die Prüfung der Unterlagen kann je nach Höhe des Betrags mehrere Tage dauern. Tempo und Kosten hängen außerdem vom Dienst und von der Empfängerbank ab.
Banken bieten drei Arten von Überweisungen an.
- Telegrafische Überweisung in mehreren Währungen (T/T)
- Bankscheck-Überweisung (D/D)
- Postüberweisung (M/T)
T/T ist schneller als D/D, kostet aber mehr. Bei hohen Beträgen, die dringend gebraucht werden, ist T/T die erste Wahl. Internationale Überweisungen dauern im Schnitt zwei Werktage.
Ein D/D funktioniert wie ein Scheck, der eine andere Bank anweist, bei Vorlage eine bestimmte Summe auszuzahlen. Die Bank, von der das Geld kommt, stellt Dir einen Scheck über den Überweisungsbetrag aus. Die festen Gebühren sind niedriger, und Gebühren von Zwischenbanken fallen nicht an. Wenn Du den Scheck bei Deiner Bank zu Hause einreichst, schreibt sie den Betrag Deinem Konto gut. Wie schnell das geht, hängt also davon ab, wie lange der Scheck bis zu Deiner Bank unterwegs ist. Schecks verfallen nach 6 Monaten.
Die Postüberweisung (M/T) ist die am seltensten genutzte der drei Überweisungsarten. Dabei wird ein Bankscheck per Post an die Empfängerbank geschickt. Die Empfängerbank in Deinem Heimatland muss dann eine Auslandsfiliale der chinesischen oder ausländischen Absenderbank sein. Die Bank of China hat zum Beispiel 648 Auslandsfilialen in 27 Ländern, die für Postüberweisungen infrage kommen.
Western Union und MoneyGram
Bei Beträgen über etwa 425 € (500 US$) läuft eine Überweisung über Western Union (WU) oder MoneyGram (MG) ähnlich ab wie eine Überweisung von Bank zu Bank. Für kleinere Summen sind die beiden eine gute Option mit deutlich weniger Aufwand.
So geht’s:
- Das Sendeformular in der Filiale des Agenten ausfüllen
- Dem Schalterpersonal Formular, Geld, Überweisungsgebühr und Reisepass übergeben.
- Beleg und Money Transfer Control Number (MTCN) entgegennehmen.
- Dem Empfänger Deinen Namen, den gesendeten Betrag, die MTCN und das Land mitteilen, aus dem das Geld stammt.
Bei WU und MG kommt hinzu, dass der Empfänger kein Bankkonto braucht. Das Bargeld kann überall auf der Welt bei Agenturen abgeholt werden, nur mit Ausweis und der MTCN, die Du Deinem Empfänger mitteilst. Auch das Tempo ist ein großer Vorteil: Der Empfänger bekommt das Geld innerhalb von Minuten, spätestens aber 24 Stunden nach dem Versand.
Nicht alle Western-Union- und MoneyGram-Büros in China bieten Auslandsüberweisungen an. Frag vorher nach. In China arbeiten die Agenten ausschließlich in Bankfilialen und halten sich an strenge Bankvorschriften. Am besten gehst Du persönlich hin.
Gebühren und Kosten bei WU und MG
WU und MG berechnen ihre Gebühren nicht einheitlich. Das Zielland spielt bei der Berechnung eine Rolle. Sie verlangen eine pauschale Überweisungsgebühr von etwa 3 € (3,50 US$) bis zu 85 € (100 US$) sowie einen Aufschlag auf den Mittelkurs von 1,9 % bis über 20 %. Im Schnitt liegt der Aufschlag bei 4 bis 5 % über dem Mittelkurs. Teuer, aber bequem.
Bargeld aus China mitnehmen
Wenn Du China für einen Urlaub oder länger verlässt, darfst Du den erlaubten Höchstbetrag mitnehmen. Das ist nach wie vor die günstigste und einfachste Methode. Reisende dürfen 20.000 CNY ohne Zollanmeldung ausführen. Alternativ darf man Fremdwährung im Gegenwert von 4.250 € (5.000 US$) bei sich tragen. Wer mehr als diese 4.250 € bis zum Höchstbetrag von 8.500 € (10.000 US$) aus China ausführen will, braucht eine Sondergenehmigung einer Bank. Tausche CNY oder andere Fremdwährungen bei einer Wechselstube in der Heimat zurück, um mit günstigen Mittelkursen und ohne Gebühren möglichst viel zu sparen.
Auslandsabhebungen mit der chinesischen Bankkarte
Chinesische Kreditkarten bekommen Ausländer aus westlichen Ländern nur, wenn sie eine Daueraufenthaltskarte besitzen, Investitionen in China nachweisen, bestimmte Einkommensgrenzen erfüllen und eine gültige Arbeitserlaubnis haben. China hat Bankkarten weitgehend übersprungen und ist direkt zur massiven Nutzung digitaler Zahlungen übergegangen.
Deine chinesische Debitkarte ist aber ein weiterer Weg, Dein Geld aus China zu bekommen. Du kannst von Deinem chinesischen Konto überall auf der Welt Geld abheben. Es gibt allerdings Limits und Gebühren.

UnionPay ist der wichtigste Herausgeber von Debitkarten in China. Die Bank stellt eine UnionPay-Debitkarte aus, die mit einem chinesischen Bankkonto verknüpft ist und weltweit Abhebungen erlaubt.
Abhebungen mit einer UnionPay-Karte außerhalb Chinas sind auf umgerechnet 100.000 CNY (13.275 €, 15.618 US$) pro Person und Jahr begrenzt. Das tägliche Maximum für Geldautomaten liegt bei 10.000 CNY (1.327 €, 1.561 US$).
Dazu kommen die Abhebegebühr und die Währungsumrechnungsgebühr, die sich die chinesische Herausgeberbank und die vor Ort genutzte Bank teilen. Außerdem fällt eine Auslandseinsatzgebühr von 2 bis 3 % an.
Swapsy
Dieser Dienst bringt Nutzer mit Bankkonten in mehreren Ländern zusammen. Es ist eine Peer-to-Peer-Plattform: Das Geld geht direkt an die E-Wallet des Tauschpartners und überquert nie eine Grenze. Auf Swapsy kannst Du Deine CNY in drei andere Währungen tauschen.
Wer den Tausch startet, überweist seine Währung zuerst. Nach Eingang überweist der Tauschpartner seine Währung an die E-Wallet des Initiators. Falls die zweite Partei nicht liefert, garantiert Swapsy Dir Dein Geld zu 100 % zurück.
Limits, Verfügbarkeit und Gebühren bei Swapsy
Die Plattform wurde 2017 gegründet und wächst weiter. In einer immer digitaleren Finanzwelt hat sie viel Potenzial.
- Derzeit lassen sich bei Swapsy nur USD, GBP, CAD und CNY tauschen
- Das Tageslimit liegt bei 1.700 € (2.000 US$), das Monatslimit bei 10.200 € (12.000 US$)
- Auf Swapsy lassen sich die vier gängigsten E-Wallets im Westen und in China nutzen: PayPal, Zelle, AliPay und WeChat Pay
- Swapsy erhebt keine Provision auf den Wechselkurs
- Bei bestehenden Swaps beträgt die Servicegebühr 0,6 %, für das Erstellen eines eigenen Swaps 1,5 %
- Das angeforderte Geld erreicht Deine E-Wallet innerhalb von 5 Stunden nach dem Match
AliPay und Hilfe von chinesischen Freunden
Weil AliPay in China so beliebt ist, haben die meisten Chinesen bereits ein Konto. Es gibt über eine Milliarde Nutzer. Die App akzeptiert die meisten gängigen Kreditkarten, darunter Visa und MasterCard als Zweitkarten, und erlaubt auch Überweisungen aus China heraus. Die Methode ist recht einfach, erfordert für Auslandsüberweisungen aus China aber einen chinesischen Ausweis. Du würdest also das AliPay-Konto Deines Freundes nutzen, mit Deinem Auslandskonto als Empfänger.

AliPay verlangt eine feste Gebühr von 50 CNY (etwa 6,63 €, 7,80 US$) pro Überweisung. Dazu kommt die Währungsumrechnungsgebühr der Empfängerbank. Wie schnell das Geld ankommt, hängt von der Empfängerbank ab. Meist ist es innerhalb von höchstens zwei bis vier Werktagen auf Deinem Konto in der Heimat.
Chinesische Staatsangehörige dürfen jährlich den Gegenwert von bis zu 42.500 € (50.000 US$) ins Ausland schicken, ohne zusätzliche Nachweise vorzulegen. Erlaubt sind zwei grenzüberschreitende Transaktionen pro Tag, mit maximal 25.500 € (30.000 US$) pro Überweisung.
Wenn Du einen vertrauenswürdigen chinesischen Freund hast, kannst Du ihn bitten, Dir bei Auslandsüberweisungen zu helfen. Chinesen werden vom chinesischen Pendant zu HMRC, ATO oder IRS geprüft. Kleinere Beträge laufen oft leichter durch und werden seltener aus einem zufälligen Grund abgelehnt. Bei Summen ab 9.999 CNY steigt das Risiko, genauer geprüft zu werden.
Ist WeChat Pay eine Option?
WeChat Pay ist für jeden Einkauf enorm beliebt und eignet sich auch zum Geldschicken an Freunde in China. Um Geld aus China herauszubekommen, taugt es aber nur begrenzt. Theoretisch könntest Du jemanden finden, der nach China zurückkehren will und in Deinem Heimatland eine Einkommensquelle hat, und mit ihm einen privaten Währungstausch zum beiderseitigen Vorteil machen. Du schickst ihm Dein WeChat-Geld, und er gibt Dir sofort Bargeld.
Auf diesem Prinzip beruht auch der neue Dienst von Swapsy. Mehr dazu weiter oben.
Lass Dir von Deinem Arbeitgeber helfen
Wenn Du bei einem großen, multinationalen Unternehmen in China arbeitest, gibt es dort meist etablierte Wege und Systeme, um einen Teil Deines Gehalts in das Land Deiner Wahl zu schicken.
Manche internationalen Unternehmen sind auf dem chinesischen Markt stärker verankert als andere. Zum Beispiel haben die weltweite Versicherungs- und Finanzbranche mit AIG, Morgan Stanley und Goldman Sachs vor Ort Fuß gefasst. Am 15. Januar 2020 wurde das erste Wirtschafts- und Handelsabkommen zwischen den USA und China unterzeichnet, um die Finanzdienstleistungsbranche und andere Bereiche für externe Anbieter zugänglicher zu machen.
Mitarbeiter dieser internationalen Unternehmen in China sollten Zugang zu eigenen Abteilungen für Gehaltsabrechnung, Steuern und Recht haben. Sprich am besten mit Deinem Arbeitgeber, bevor Du allzu viel selbst erledigst, über das Rückführungspaket. So kannst Du klären, wie Dein volles Gehalt ausgezahlt werden kann oder was sonst für den Geldtransfer aus China wichtig ist.
Manche internationalen Schulen unterstützen Lehrkräfte ebenfalls bei diesem Prozess. Bei einem lokalen chinesischen Unternehmen, dessen Buchhaltung nicht mit allen Regeln für Auslandsüberweisungen vertraut ist, bekommst Du viel seltener Hilfe beim Ausführen Deiner Ersparnisse.
Häufig gestellte Fragen
Wie viel Geld darf ein Ausländer pro Jahr aus China überweisen?
Es gibt keine feste Obergrenze, aber jede Überweisung braucht Belege. Leg Deinen Reisepass vor, dazu Gehaltsabrechnungen und Steuerbelege, die den Betrag abdecken. Das Jahreskontingent von 42.500 € (50.000 US$) gilt für den Umtausch von Fremdwährung in RMB. Für den Kauf von Fremdwährung gilt es nur, wenn Du eine chinesische Daueraufenthaltskarte hast.
Muss ich eine Banküberweisung aus China anmelden?
Für eine Banküberweisung gibt es keine Zollanmeldung. Deine Bank prüft Deinen Ausweis und die Herkunft des Geldes. Bei jeder Überweisung ab 5.000 CNY oder 850 € (1.000 US$) muss sie außerdem die Angaben des Absenders überprüfen. Zollformulare sind für Bargeld gedacht, das Du über die Grenze trägst.
Kann ich übrig gebliebene RMB beim Verlassen Chinas wieder in Dollar tauschen?
Ja, wenn Du das Geld ursprünglich selbst in RMB getauscht hast. Bring Deinen Reisepass und den ursprünglichen Umtauschbeleg mit, der 24 Monate gültig bleibt. Bis zu 425 € (500 US$) pro Tag brauchst Du nur Deinen Reisepass. An Wechselschaltern im Abflugbereich vor der Ausreise liegt das Limit bei 850 € (1.000 US$) pro Tag.
Muss ich bei jeder Überweisung meines Gehalts alle Unterlagen mitbringen?
Nicht immer. Nach der SAFE-Mitteilung von 2021 kann eine Bank auf wiederholte Unterlagen verzichten, wenn Du während Deiner Vertragslaufzeit bei derselben Bank Fremdwährung kaufst. Sie stützt sich dann auf das, was Du beim ersten Mal vorgelegt hast. Frag in Deiner Filiale nach, ob sie die Regel anwendet, denn die Praxis unterscheidet sich von Bank zu Bank.
Jetzt bist Du dran
Wir hoffen, dieser Ratgeber hat Dir einen besseren Überblick verschafft und die Gewissheit gegeben, dass Du Dein Erspartes mit dem Wissen über die verfügbaren Transferdienste in China auf mehreren Wegen sicher in Dein Heimatland bringen kannst.
Vielleicht ist Dir inzwischen klar geworden, dass sich am meisten spart, wer mehrere der genannten Methoden kombiniert. Fahre regelmäßig nach Hause und nimm im Handgepäck so viel Bargeld mit, wie erlaubt ist. Hebe in Deinem Heimatland außerdem Bargeld am Automaten von Deinem China-Konto ab. Schicke kleine Beträge für dringende Zahlungen mit einem schnellen Dienst wie Western Union. Frag Deinen Arbeitgeber, ob er einen regelmäßigen monatlichen oder vierteljährlichen Transfer für Dich einrichten kann. Und behalte neue Angebote wie Swapsy im Blick, ob sie sich für Dich lohnen.
Die wichtigste Erkenntnis: Du musst rechnen. Finde heraus, wie Du Dein Geld am wirtschaftlichsten aus China bekommst. Berücksichtige die Beträge, das Zielland, die Dringlichkeit und alle möglichen Gebühren und entscheide, welche Kombination von Methoden für Dich am besten passt.
Quellen
- SAFE Xiamen Branch, Personal Foreign Exchange Service Tips (2021): wie das Erleichterungskontingent von 50.000 US$ für Ausländer gilt, Unterlagen für Ausländer beim Kauf von Fremdwährung, die Mitteilung von 2021 zu wiederkehrenden Gehaltskäufen, Limits für Bargeldtransporte und der Rücktausch nicht verbrauchter RMB.
- SAFE, Spokesman on the Detailed Rules for the Administration of Individual Foreign Exchange: das Jahreskontingent von 50.000 US$ und die Bargeldschwellen.
- SAFE, Circular on Further Improving Administration of Foreign Exchange Settlement and Sale for Individuals: Banken dürfen Käufe ablehnen, prüfen oder melden, bei denen eine große Summe in kleine Beträge aufgeteilt wird.
- People’s Bank of China, Measures on Customer Due Diligence and Record Keeping (effective 1 January 2026): Identitätsprüfung des Absenders bei ausgehenden Überweisungen ab 5.000 CNY oder 1.000 US$ und zehnjährige Aufbewahrungspflicht.





