
Dieser Artikel benötigt etwa 30 Minuten Lesezeit. Gerade keine Zeit? Kein Problem. Schicken Sie sich die werbefreie Version per E-Mail und lesen Sie sie später.
In Dubai ist eine Krankenversicherung Pflicht und direkt an Dein Visum gekoppelt. Zur Wahl stehen die günstige staatliche Health Card, der Schutz über den Arbeitgeber und ein umfassender internationaler Tarif. Hier siehst Du, was die einzelnen Varianten kosten.
Wer nach Dubai zieht, sollte sich früh um eine Krankenversicherung kümmern.
Das gilt besonders für die Vereinigten Arabischen Emirate, denn dort funktioniert das Gesundheitssystem ganz anders als in Deutschland, Österreich oder der Schweiz.
Die medizinische Versorgung in den VAE ist erstklassig. In vielen Krankenhäusern gibt es sogar VIP-Services, die allerdings recht teuer sein können.
Deshalb ist eine Krankenversicherung während Deines Aufenthalts so wichtig. In Dubai muss jeder eine haben.
In diesem Artikel erfährst Du alles Wichtige zur Krankenversicherung als Expat in Dubai: Optionen, Leistungen, Ausschlüsse, Fachbegriffe und wie Du den passenden Tarif für Dich und Deine Familie findest.
Wenn Du nur wissen willst, welche Versicherung Du in Dubai abschließen solltest: Es ist eine Expat-Krankenversicherung. Welche Optionen es gibt, siehst Du auf unserer Vergleichsseite.
Contents
- Das Wichtigste in Kürze
- Brauchst Du in den VAE eine Krankenversicherung?
- Wichtige Fakten zum Gesundheitssystem der VAE
- Die Health Card
- Private Krankenversicherung
- Krankenversicherung für Selbstständige, Freelancer und Nichtberufstätige
- Krankenversicherung für Familien
- Pflichtversicherung außerhalb von Dubai und Abu Dhabi
- Die richtige Privatversicherung finden
- Tarifstufen
- Zahlung
- Wo Du eine Krankenversicherung abschließt
- Welche Versicherung ist die richtige?
- Häufig gestellte Fragen
- Ist eine Krankenversicherung in Dubai Pflicht?
- Was passiert, wenn meine Krankenversicherung ausläuft?
- Muss mein Arbeitgeber auch meine Familie versichern?
- Kann ich meine Versicherung aus dem Heimatland in Dubai nutzen?
- Deckt die Krankenversicherung in Dubai Vorerkrankungen ab?
- Brauche ich mit einem Golden Visa noch eine Versicherung?
- Verwendete Quellen
Das Wichtigste in Kürze
- Eine Krankenversicherung ist in den VAE gesetzlich vorgeschrieben. Ohne sie bekommst Du kein Aufenthaltsvisum und kannst es auch nicht verlängern.
- Seit 2025 gilt in allen sieben Emiraten eine Grundversicherungspflicht für Beschäftigte der Privatwirtschaft und Hausangestellte. Wenn Du hier arbeitest, muss Dein Arbeitgeber sie stellen.
- Die staatliche Health Card ist die günstigste Variante und deckt sogar Vorerkrankungen ab, beschränkt Dich aber auf öffentliche Krankenhäuser.
- Die Pflichtversicherung über den Arbeitgeber deckt nur das Nötigste ab, hat niedrige Leistungsgrenzen und bindet Dich an wenige Kliniken in Deinem Emirat.
- Eine internationale Expat-Versicherung bietet den größten Leistungsumfang und gilt auch im Ausland. Sie kostet meist zwischen 85 € und 425 € im Monat.
- Wer langfristig bleibt und Vorerkrankungen hat, fährt mit einem lokalen Privattarif am besten.
- Ehepartner und Kinder musst Du separat versichern. Plane das Budget also für die ganze Familie.
- Lies vor der Unterschrift das Kleingedruckte zu Selbstbeteiligung, Wartezeiten und Kliniknetzwerk.
Brauchst Du in den VAE eine Krankenversicherung?
Wer als Expat in die Vereinigten Arabischen Emirate ziehen will, braucht eine Krankenversicherung, und sie ist gesetzlich vorgeschrieben.
- Für jede Art von Aufenthaltsvisum in den VAE musst Du einen Versicherungsnachweis vorlegen.
- Du solltest während Deines gesamten Aufenthalts versichert sein. Wer ohne Versicherung erwischt wird, zahlt je nach Emirat etwa 300 AED (ca. 70 €) bis 500 AED (ca. 116 €) pro Monat. Das kann sogar mehr kosten als die Versicherungsprämie selbst.
Die gute Nachricht: Wenn Du in den VAE angestellt bist, zahlt Dein Arbeitgeber die Krankenversicherung.
Alternativ kannst Du jede private Versicherung abschließen, die die Mindestanforderungen der Dubai Health Authority (DHA) erfüllt.
Auf diese Möglichkeiten gehen wir weiter unten genauer ein.
Wichtige Fakten zum Gesundheitssystem der VAE
Um die Krankenversicherung in den Vereinigten Arabischen Emiraten zu verstehen, brauchst Du zuerst ein paar Grundlagen zum Gesundheitssystem des Landes.
Die Emirate
Die VAE bestehen aus sieben Emiraten: Abu Dhabi, Dubai, Schardscha, Adschman, Umm al-Qaiwain, Ras al-Chaima und Fudschaira.
Ähnlich wie im Gesundheitswesen Kanadas hat jedes Emirat einen eigenen Herrscher und eigene Behörden, die das Gesundheitssystem beaufsichtigen. Für Dich bedeutet das:
- Jedes Emirat hat sein eigenes öffentliches Versicherungsprogramm und sein eigenes Krankenhausnetz.
- Die Anforderungen an die Pflichtversicherung können sich von Emirat zu Emirat unterscheiden.
- Auch die Behandlungskosten schwanken zwischen den Emiraten.
- Deine Versicherung gilt unter Umständen nur innerhalb eines bestimmten Emirats.

Die beiden wichtigsten Emirate sind Abu Dhabi, das größte Emirat und der bedeutendste Ölproduzent, und Dubai, das Handelszentrum.
Das Gesundheitswesen in Dubai verwaltet die Dubai Health Authority (DHA), in Abu Dhabi ist das Department of Health Abu Dhabi zuständig.
Krankenhäuser
Die Vereinigten Arabischen Emirate sind ein beliebtes Ziel für Medizintourismus, vor allem Dubai.
Ausstattung der Kliniken und Fachwissen der Ärzte sind mit Ländern wie dem Vereinigten Königreich oder Deutschland vergleichbar.
Allerdings sind auch die Kosten pro Arztbesuch hoch. In einem Privatkrankenhaus in Dubai musst Du mit rund 270 AED (63 €) pro Besuch rechnen. Bei Fachärzten fällt es noch teurer aus.
Eine Herzoperation in Dubai kann dreimal so viel kosten wie in Thailand.
In den VAE gibt es übrigens doppelt so viele Privat- wie öffentliche Krankenhäuser.
Das liegt am hohen Expat-Anteil im Land. Viele Expats gehen lieber in Privatkliniken, weil dort die Wartezeiten kürzer sind und die Ärzte Englisch sprechen. Die VAE haben tatsächlich den weltweit höchsten Expat-Anteil: 89 % der gesamten Bevölkerung stammen aus dem Ausland.
Öffentliche Krankenhäuser versorgen hauptsächlich emiratische Staatsbürger, die kostenlos behandelt werden. Wer trotzdem ein öffentliches Krankenhaus nutzen möchte, braucht eine Health Card, eine Form der staatlichen Versicherung.
Ärzte
Viele Familien in den VAE gehen mit der ganzen Familie, von den Kindern bis zu den Großeltern, zu einem einzigen Hausarzt. Das Prinzip entspricht dem Hausarztsystem in Großbritannien und Kanada.
Statt zuerst zum Allgemeinmediziner zu gehen, suchen viele direkt einen Facharzt auf. Außerdem wählen sie ihren Arzt gern selbst aus, statt einen zugewiesen zu bekommen.
Ärzte nach Fachgebiet und Krankenhaus sowie Online-Terminbuchungen findest Du auf vielen Regierungsseiten, darunter das Ministry of Health and Prevention und Dubai Healthcare City.
Alternativ kannst Du Deinen Versicherer nach einer Empfehlung fragen.
Die Health Card
Die Vereinigten Arabischen Emirate haben ein besonderes staatliches Versicherungssystem, bei dem sich die Leistungen für Staatsbürger und Expats stark unterscheiden.
Emiratische Staatsbürger werden kostenlos versorgt, Expats dagegen zahlen bei jeder Nutzung ihrer Health Card im Krankenhaus selbst. Auch die Prämien sind für Expats höher als für Staatsbürger, und die kostenlose Versorgung bleibt den Staatsbürgern vorbehalten.
Hinzu kommt: Die staatliche Versicherung der Emiratis gilt auch im Ausland. Expats sind dagegen meist nur in ihrem eigenen Emirat abgesichert.
Deshalb lassen sich viele Emiratis lieber in anderen Ländern wie Thailand behandeln. Selbst mit Flugkosten kommt die Behandlung insgesamt günstiger, auch in einer erstklassigen Privatklinik in Bangkok.

Die staatliche Versicherung in den VAE läuft über eine Health Card. Jedes Emirat hat sein eigenes Programm, und die Karten für Expats und Staatsbürger tragen unterschiedliche Namen.
In Dubai heißt die Health Card für Expats zum Beispiel DHA-Karte.
Leistungen
Die Health Card für Expats deckt viele medizinische Leistungen ab, nur Zahn-, Augen- und Ohrenbehandlungen sind ausgeschlossen. Dafür musst Du die staatlichen Einrichtungen aufsuchen, die zu Deinem Programm gehören. Die Behandlung bezahlst Du trotzdem selbst, aber die Gebühren liegen deutlich unter denen privater Krankenhäuser.
In einem staatlichen Krankenhaus zahlst Du mit der Health Card für einen Besuch beim Allgemeinarzt etwa 10 €. Im Privatkrankenhaus sind es für dieselbe Leistung 60 €.
Außerdem sind Impfungen mit der Health Card kostenlos. Deshalb ist sie bei Expat-Familien mit Kindern in Dubai so beliebt.
Varianten
Expats haben in Dubai zwei Health-Card-Varianten zur Wahl: die DHA-Karte und die MOHAP-Karte.
Die DHA-Karte wird von der Dubai Health Authority verwaltet und gibt Dir Zugang zu vier staatlichen Krankenhäusern in Dubai (Rashid Hospital, Latifa Hospital, Dubai Hospital und Hatta Hospital) sowie weiteren Gesundheitszentren.
Ziehst Du in ein anderes Emirat um, brauchst Du dort eine neue Health Card.
Die MOHAP-Karte untersteht dem Ministry of Health and Prevention und gilt in den Gesundheitszentren aller Emirate außer Abu Dhabi.
Kosten
Die MOHAP-Karte kostet 500 AED pro Jahr, unabhängig vom Alter. Damit ist sie etwas teurer als die DHA-Karte, die für Personen über 18 Jahren 300 AED pro Jahr kostet. Für 0- bis 9-Jährige sind es 100 AED pro Jahr, für 10- bis 17-Jährige 200 AED.
Gültigkeit
Die Health Card für Expats gilt ein Jahr. Verlängern kannst Du sie drei Monate vor Ablauf online oder direkt im Gesundheitszentrum.
Antrag
Expats in Dubai können eine Health Card beantragen. Die DHA-Karte beantragst Du online auf der DHA-Website, die MOHAP-Karte auf der MOHAP-Website.
Alternativ gehst Du direkt in ein Gesundheitszentrum aus dem jeweiligen Kartennetzwerk. Dort bekommst Du die Karte oft noch am selben Tag.
Diese Unterlagen brauchst Du für den Antrag:
- Ein aktuelles Passfoto mit weißem Hintergrund
- Eine Kopie Deines Reisepasses mit der Datenseite und der Visumseite
- Einen Wohnsitznachweis, etwa einen Mietvertrag, eine Nebenkostenabrechnung oder einen Eigentumsnachweis
Wenn Du Partner und/oder Kinder mit anmeldest, brauchst Du außerdem die Heiratsurkunde und die Geburtsurkunden.
Vor- und Nachteile
Der größte Vorteil der Health Card sind die niedrigen Kosten. Die Jahresprämie kann sogar unter der eines privaten Krankenversicherungstarifs liegen.
Sie deckt außerdem Vorerkrankungen ab, die internationale Privatversicherungen meist ausschließen.
Der Nachteil: Du bist auf staatliche Krankenhäuser beschränkt. Dort musst Du mit längeren Wartezeiten rechnen, und der Arzt spricht womöglich kein Englisch.
Bei einem Krankenhausaufenthalt landest Du zudem im Mehrbettzimmer. Jede Nutzung der Health Card bezahlst Du aus eigener Tasche, und erlaubt sind nur 10 Abrechnungen pro Jahr.
Brauchst Du sie?
Wenn Du die Versicherung nur fürs Visum brauchst, ist die Health Card die günstigste Lösung. Viele Expats holen sich die Karte sogar zusätzlich zur Privatversicherung, um Erkrankungen abzudecken (etwa Vorerkrankungen), die ihr Privattarif ausschließt.
Für ihre Kinder holen sich die meisten Expats ebenfalls eine Health Card, vor allem wegen der kostenlosen Impfungen.
Private Krankenversicherung
Weil Du mit der Health Card nur staatliche Krankenhäuser nutzen kannst, entscheiden sich viele Expats in Dubai für eine private Versicherung. Sie bietet mehr Flexibilität und bessere Leistungen als die staatliche Absicherung.
Mit einer Privatversicherung kannst Du jede private Einrichtung Deiner Wahl besuchen. Je nach Tarif übernimmt sie bestimmte Behandlungskosten sogar vollständig.
Expats in Dubai gehen aus diesen Gründen bevorzugt in Privatkrankenhäuser:
- Kürzere Wartezeiten
- Englischsprachige Ärzte
- Mehr Auswahl, denn es gibt in Dubai doppelt so viele Privat- wie öffentliche Krankenhäuser.

Expats in Dubai stehen im Wesentlichen drei Arten der privaten Krankenversicherung offen:
- Pflichtversicherung
- Internationale Versicherung
- Lokale Versicherung
Pflichtversicherung
Wenn Du in Dubai angestellt bist, muss Dein Arbeitgeber Dir gesetzlich eine Krankenversicherung stellen.
Die Pflichtversicherung vom Arbeitgeber enthält üblicherweise diese Leistungen:
- Abdeckung von Vorerkrankungen
- Das ist einer der größten Pluspunkte. Es gilt zwar eine Wartezeit von 6 Monaten, aber bei internationalen Versicherern bekommst Du diese Leistung kaum.
- Ein Jahreslimit von 150.000 AED (ca. 34.000 €)
- Das reicht nicht aus, wenn bei Dir eine schwere Erkrankung mit Operation und mehrtägigem Krankenhausaufenthalt festgestellt wird.
- Stationäre Behandlung, überwiegend im Mehrbettzimmer
- Ambulante Behandlung
- Mutterschaftsleistungen bis 7.000 AED für eine normale Geburt und 10.000 AED für einen Kaiserschnitt, bei 10 % Selbstbeteiligung
- Das genügt nicht. Ein Entbindungspaket kostet in einem Privatkrankenhaus in Dubai im Schnitt 15.000 AED, und zwar ohne Schwangerschaftsvorsorge.
- Wer sich allein auf die Pflichtversicherung verlässt, zahlt also mindestens 8.500 AED selbst: Die Mutterschaftsleistung beträgt nur 7.000 AED, und die Selbstbeteiligung von 10 % ist auf 500 AED gedeckelt.
- Medikamentenlimit von 1.500 AED (nicht alle Medikamente sind abgedeckt)
- Begrenzte Auswahl an Krankenhäusern in Deinem Emirat
- 20 % Selbstbeteiligung, gedeckelt auf 500 AED pro Behandlung und 1.000 AED pro Jahr
- Außer bei medizinischen Notfällen zahlt die Pflichtversicherung in der Regel nur für Besuche in Krankenhäusern in Dubai.
Das ist der niedrigste Tarif, den es bei privaten Versicherungen in den VAE gibt. Insgesamt reicht der Schutz aus, ist aber nicht umfassend.
Internationale Versicherung
Wenn Dir die Leistungen der vom Arbeitgeber gestellten Pflichtversicherung nicht genügen, lohnt sich ein Blick auf internationale Tarife. Sie bieten bessere Leistungen, sind aber auch teurer.
Beliebt ist die internationale Versicherung auch bei Selbstständigen und Unternehmern sowie bei Expats, die für sich und ihre Familie weltweiten Schutz wollen.

Die internationale Versicherung wird oft Expat-Versicherung genannt. Wie der Name sagt, ist sie speziell auf Expats zugeschnitten. Viele internationale Tarife enthalten:
- Weltweiten Schutz, auch im Heimatland
- Ein hohes Jahreslimit ab 850.000 € (1.000.000 US$), bei manchen Tarifen sogar unbegrenzt
- Stationäre Behandlung inklusive Einzelzimmer
- Freie Krankenhauswahl
- Die Möglichkeit, den Tarif auch nach einem Umzug in ein anderes Land zu behalten
Der weltweite Schutz ist einer der größten Vorteile. Du kannst in Dein Heimatland fliegen und Dich in vertrauter Umgebung behandeln lassen, was bei langwierigen Behandlungen sehr hilfreich ist.
Die meisten internationalen Tarife gelten allerdings nicht in den USA, es sei denn, Du buchst ein Upgrade.
Außerdem liegt das Limit deutlich über dem der Pflichtversicherung, und Du darfst im Einzelzimmer liegen. Du kannst jedes Krankenhaus Deiner Wahl besuchen, nicht nur in Dubai, sondern auch auf Reisen im Ausland.
Auch die Handhabung ist einfacher: Die Tarife sind recht übersichtlich, und bei Fragen erreichst Du die Berater rund um die Uhr auf Englisch oder in anderen gängigen Sprachen wie Spanisch, Französisch und Deutsch.
Beachte aber: Internationale Versicherungen decken Vorerkrankungen in der Regel nicht ab. Chronische oder schwere Erkrankungen, die Du aktuell hast, sind also nicht versichert, es sei denn, Du bist seit mindestens sechs Monaten vollständig genesen.
Tatsächlich schließen private Krankenversicherungen weltweit Vorerkrankungen meist aus. Die Vereinigten Arabischen Emirate sind eine seltene Ausnahme.
Wenn Du nicht dauerhaft in Dubai bleiben willst, ist eine internationale Versicherung deshalb von Anfang an eine Überlegung wert. So bist Du bei jeder Erkrankung während Deines Aufenthalts abgesichert, bevor sie als Vorerkrankung gilt.
Beim Preis liegt der größte Vorteil der internationalen Versicherung. Je nach Alter, Gesundheitszustand und Tarif zahlst Du für eine internationale Versicherung etwa 85 € bis 425 € pro Monat.
Es gibt mehrere internationale Anbieter.
Cigna Global gilt als Premiumanbieter, wegen der umfassenden Tarife, des Kundenservice und des riesigen Netzwerks vertrauenswürdiger Kliniken mit weltweit über 1,65 Millionen Einrichtungen. Über den globalen Telemedizin-Service erreichst Du die Ärzte meist innerhalb von 24 Stunden.
Deshalb heißt es oft, bei Cigna könne man nichts falsch machen. Der Haken: Die Tarife sind teurer als bei anderen internationalen Anbietern.
Wer einen Tarif mit unbegrenzter Deckung sucht, kann sich William Russell ansehen. Der Anbieter arbeitet mit der lokalen Dubai Insurance Company zusammen und unterstützt Dich so besser im Umgang mit den Krankenhäusern vor Ort.
Das weltweite Klinikennetz ist allerdings deutlich kleiner als das von Cigna.
Kommst Du aus den USA, lohnt sich ein Blick auf BCBS. Das ist einer der wenigen Anbieter, die auch Schutz während eines Aufenthalts in den USA bieten, und gehört zum Blue-Cross-Netzwerk.
Wer einen günstigen Tarif mit hoher Selbstbeteiligung sucht, sollte sich IMG ansehen.
Alternativ kannst Du mit International Citizen sprechen, einem Makler für internationale Krankenversicherungen. Dort vergleichst Du viele globale Tarife und bekommst eine Empfehlung passend zu Deinem Bedarf.
Lokale Versicherung
Neben internationalen Tarifen kannst Du eine Krankenversicherung bei privaten Versicherern in den Vereinigten Arabischen Emiraten abschließen. Sie bieten Tarife für Einheimische und Expats.
Die Tarife dieser lokalen Anbieter orientieren sich an der Pflichtversicherung.
Alle Tarife bieten mindestens ein Limit von 150.000 AED, mit einer Wartezeit von 6 Monaten für Vorerkrankungen. Mit einem Upgrade kannst Du das Jahreslimit erhöhen oder die Wartezeit für Vorerkrankungen streichen. Manche höherwertigen Tarife decken diese Erkrankungen sofort ab.

Der höchste Tarif von ADNIC, einem Versicherer aus Abu Dhabi, hat zum Beispiel ein Jahreslimit von 5.000.000 AED und schließt Vorerkrankungen ein.
Bei Daman Health bekommst Du internationalen Schutz, der einer internationalen Versicherung ähnelt.
Manche Anbieter wie MetLife bieten Zusatzpakete für bestimmte Erkrankungen an, etwa Krebs.
Bei privaten Krankenversicherungen gibt es viele Details zu beachten. Manche Tarife erlauben zum Beispiel nur für stationäre Behandlungen den Krankenhausbesuch. Ambulant darfst Du dann nur eine Klinik aufsuchen.
Lokale Tarife haben meist 10 % bis 20 % Selbstbeteiligung.
Bei Vorerkrankungen schneidet die lokale Privatversicherung besser ab als die internationale: Mindestens ein Limit von 150.000 AED ist drin. Zudem rechnen lokale Versicherer fast mit jedem Krankenhaus in den Vereinigten Arabischen Emiraten direkt ab.
Du musst also nichts vorstrecken und später erstatten lassen.
Dafür kann sie sogar teurer sein als eine internationale Versicherung, wenn Du weltweiten Schutz und ein ähnlich hohes Jahreslimit willst.
Das Klinikennetz ist außerdem viel kleiner, die Tarife sind komplizierter als bei internationalen Anbietern, und die Berater sprechen unter Umständen schlecht Englisch.
Der Essential Benefits Plan (EBP)
Der Essential Benefits Plan ist ein privater Krankenversicherungstarif für Geringverdiener mit weniger als 4.000 AED (ca. 927 €) im Monat.
Der Tarif entstand in Zusammenarbeit der Regierung der VAE mit privaten Versicherern in Dubai. Er bietet eine Grundabsicherung zu einer sehr günstigen Prämie von 550 bis 650 AED (ca. 128 bis 150 €) pro Jahr.
Entgegen der landläufigen Meinung steht dieser Tarif auch Expats in Dubai offen, die die Voraussetzungen erfüllen, vor allem denen, die höchstens 4.000 AED im Monat verdienen.
Man kann sagen: Der Essential Benefits Plan setzt den Standard für die Grundabsicherung privater Versicherer in Dubai. Er ist der günstigste Tarif am Markt, der die von der Dubai Health Authority vorgeschriebene Mindestdeckung bietet.
Die EBP-Leistungen entsprechen der Pflichtversicherung, weshalb viele Arbeitgeber diesen Tarif für ihre Mitarbeiter abschließen, um die Mindestanforderung zu erfüllen.
Krankenversicherung für Selbstständige, Freelancer und Nichtberufstätige
Alles bisher Beschriebene geht davon aus, dass Dein Arbeitgeber die Versicherung für Dich abschließt. Mit einer Freelance-Genehmigung, einem Golden Visa, einem Ruhestandsvisum oder ganz ohne Job gibt es keinen Arbeitgeber, also musst Du Dich selbst um einen passenden Tarif kümmern.
Die Grundregel bleibt gleich: Für ein Aufenthaltsvisum in den VAE brauchst Du einen Versicherungsnachweis, ob mit oder ohne Job. Geändert hat sich nur, wer sich um die Suche kümmert.
- Schließe die Versicherung bei einem Anbieter ab, der in dem Emirat zugelassen ist, das Dein Visum ausstellt. Eine im Ausland abgeschlossene Police erfüllt die lokale Vorgabe möglicherweise nicht, so gut sie auch sein mag.
- Prüfe, ob der Tarif die von der lokalen Behörde geforderten Mindestleistungen erfüllt, und nicht nur, ob es ihn gibt. Ein billiger Tarif unter dem Minimum reicht für eine Visumsverlängerung nicht aus.
- Wenn Du das Jahr auf mehrere Länder aufteilst, vergleiche, ob ein internationaler Tarif besser zu Dir passt als ein lokaler, und achte darauf, dass er die Anforderung der VAE weiterhin erfüllt.
- Plane die Versicherung als festen jährlichen Kostenpunkt Deines Aufenthalts ein und nicht als freiwillige Extra, denn die Verlängerung hängt davon ab.
Krankenversicherung für Familien
Die Dubai Health Authority legt Arbeitgebern zwar nahe, auch die Angehörigen ihrer Mitarbeiter zu versichern, in der Praxis passiert das in Dubai aber meist nicht. Wenn Deine Familie bei Dir lebt, musst Du sie in der Regel separat versichern.
Expats nennen das oft einen der größeren versteckten Kostenpunkte im Familienleben in den VAE. Häufig hört man, dass sich ein billiger Angehörigentarif, der nur fürs Visum abgeschlossen wurde, im Alltag als fast nutzlos erweist. Die Vertragskliniken liegen in Dubai, die Familie wohnt aber in Schardscha oder einem nördlichen Emirat. Wenn Du Angehörige hast, plane daher einen richtigen Tarif ein und nicht nur das Minimum.
Kurz gesagt: Jeder, der in den VAE lebt, muss versichert sein. Deshalb ist die Familienkrankenversicherung dort ein großes Geschäft.
Lebst Du in Abu Dhabi, muss Dein Arbeitgeber Dich, Deinen Ehepartner und bis zu drei Kinder unter 18 Jahren versichern.
Ziehst Du nach Schardscha oder in eines der anderen nördlichen Emirate, gelten inzwischen neue Regeln. Seit dem 1. Januar 2025 ist die Grundversicherung in allen sieben Emiraten Pflicht.
Wenn Du hier arbeitest, muss Dein Arbeitgeber sie stellen, genau wie es Arbeitgeber in Dubai und Abu Dhabi bereits taten. Für Ehepartner, Kinder und alle weiteren Angehörigen, die Du sponserst, bist Du weiterhin selbst verantwortlich.
Pflichtversicherung außerhalb von Dubai und Abu Dhabi
Wenn Du in Schardscha, Adschman, Umm al-Qaiwain, Ras al-Chaima oder Fudschaira arbeitest, ist die Pflichtversicherung, von der Du gehört hast, nicht das oben beschriebene System der Dubai Health Authority. Dubai und Abu Dhabi führten ihre eigenen Pflichtsysteme zuerst ein. Inzwischen wurde der Schutz über ein bundesweites System, das vom Ministry of Human Resources and Emiratisation verwaltet wird, auf Beschäftigte der Privatwirtschaft und Hausangestellte in den übrigen Emiraten ausgeweitet.
Für Expats sind das die wichtigsten Punkte:
- Welches System für Dich gilt, richtet sich danach, wo Dein Job registriert ist, nicht danach, wo Du wohnst.
- Ist Dein Arbeitgeber in Dubai registriert, gelten weiterhin die DHA-Regeln und das Minimum des Essential Benefits Plan, nicht das bundesweite Paket.
- Der Schutz ist an Dein Aufenthaltsvisum gekoppelt. Ohne gültige Police keine Verlängerung.
- Das bundesweite Paket ist eine Grundversicherung mit Selbstbeteiligung bei stationärer Behandlung, ambulanten Besuchen und Medikamenten sowie einer Altersobergrenze.
Prämien, Obergrenzen für die Selbstbeteiligung und die Altersgrenze legt das Ministerium fest, und sie wurden seit dem Start angepasst. Hole die aktuellen Zahlen daher bei Deinem Arbeitgeber oder direkt beim Ministerium ein und verlasse Dich nicht auf online genannte Zahlen, auch nicht auf die hier.
Die richtige Privatversicherung finden
Jeder Krankenversicherungstarif ist anders. Allein nach dem Preis solltest Du nicht entscheiden.
In diesem Abschnitt gehen wir die wichtigsten Faktoren beim Abschluss durch.
Leistungen
Die Leistungen gehören zu den wichtigsten Kriterien. Sie bestimmen, was Du für Dein Geld tatsächlich bekommst.
Jahreslimit
Das Jahreslimit ist der Höchstbetrag, den der Versicherer pro Jahr zahlt.
Bei internationalen Tarifen beginnt das Jahreslimit in der Regel bei 850.000 € (1.000.000 US$). Das sollte für jede Erkrankung innerhalb eines Jahres reichen. Bei lokalen Privattarifen liegt es mit 150.000 AED pro Jahr deutlich niedriger.
Bei der staatlichen Versicherung in Dubai gibt es kein Jahreslimit, einige Behandlungsgebühren und Medikamente zahlst Du aber trotzdem selbst.
Ich würde ein Jahreslimit von 850.000 € (1.000.000 US$) anpeilen, denn das reicht für Behandlungen in Dubai ebenso wie außerhalb.
Geltungsbereich
Mit einer internationalen Versicherung kannst Du jedes Krankenhaus der Welt besuchen, auch in Deinem Heimatland, und die Versicherung zahlt.
Die USA sind meist nicht eingeschlossen, es sei denn, Du buchst ein Upgrade.
Außerdem musst Du für eine bestimmte Zahl an Tagen außerhalb Deines Heimatlands gewesen sein, damit der Schutz dort greift. Je nach Tarif sind das drei bis sechs Monate.
Bei der staatlichen Versicherung und einfachen lokalen Privattarifen bist Du nur in Dubai abgesichert. Krankenhäuser in anderen Emiraten sind nicht gedeckt, außer im Notfall.
Stationäre Behandlung
Jeder Krankenversicherungstarif enthält stationäre Leistungen. Der Versicherer übernimmt dabei alle medizinischen Kosten bei einem Krankenhausaufenthalt: Arzthonorare, Medikamente, Klinikgebühren, Untersuchungen, Operationen und Unterbringung.
Bei einem Premiumtarif ist das Einzelzimmer inbegriffen, bei einem Basistarif nur das Mehrbettzimmer.
Premiumtarife übernehmen zudem die Kosten einer Begleitperson, die bei Dir bleibt und sich um Dich kümmert, sowie häusliche Pflege und Rehabilitation für bis zu 30 Tage.
Ambulante Behandlung
Alle lokalen Tarife enthalten ambulante Leistungen, bei internationalen Versicherungen gibt es sie meist nur als Zusatzbaustein.
Je nach Tarif kann die Zahl der ambulanten Besuche pro Jahr begrenzt sein.
Für medizinische Untersuchungen ist außerdem meist eine Vorabgenehmigung nötig, außer im Notfall.
Medikamente
Bei einfachen lokalen Tarifen gilt ein Limit von 1.500 AED für Medikamente pro Jahr. Auch die Auswahl der erstattungsfähigen Medikamente ist begrenzt: Du bekommst nur Präparate, die vom Ministry of Health and Prevention zugelassen sind.
Internationale Tarife bieten mehr Auswahl bei Medikamenten.
Die Medikamentenleistung gilt hauptsächlich für verschriebene Arzneimittel. Was Du ohne Rezept kaufst, kannst Du nicht einreichen.
Mutterschaft
Die Mutterschaftsleistung umfasst Schwangerschaftsvorsorge, Entbindung und Nachsorge.
Meist gibt es eine Obergrenze für die Zahl der Arztbesuche rund um die Schwangerschaft und ein eigenes Limit für die Mutterschaftsleistung.
Einfache lokale Tarife zahlen zum Beispiel höchstens 7.000 AED (ca. 1.615 €) pro normaler Entbindung, ein internationaler Tarif dagegen 5.950 € (7.000 US$).
Für die Mutterschaftsleistung gilt meist eine Wartezeit von sechs bis zehn Monaten.
Bei einer Geburt in Dubai und den anderen Emiraten musst Du gesetzlich eine Heiratsurkunde vorlegen.
Zahnbehandlung
Zahnbehandlungen sind in den Tarifen nicht enthalten (außer bei hochwertigen lokalen Tarifen), abgesehen von Notfällen.
Internationale Tarife übernehmen Zahnbehandlungen nach Unfällen vollständig.
Für wiederherstellende und vorbeugende Zahnbehandlungen sowie Routinekontrollen gibt es ein separates Jahreslimit ab 1.063 € (1.250 US$). Höherwertige Tarife bieten höhere Limits.
Zahnschutz ist in Dubai wichtig, weil Behandlungen teuer sind, wie unser Ratgeber zu Zahnarztkosten in Dubai erklärt. Eine einzige Zahnentfernung kann 255 € kosten, dreimal so viel wie eine vergleichbare Behandlung in Ländern wie Thailand und Costa Rica.
Sehhilfen
Leistungen für Sehhilfen sind in lokalen Tarifen nicht enthalten, außer bei hochwertigen Tarifen.
Internationale Versicherungen bieten sie meist als Zusatzbaustein an, mit einem Jahreslimit ab 85 € (100 US$).
Medizinischer Rücktransport
Lokale Tarife übernehmen meist nur den Krankentransport am Boden innerhalb der VAE. Internationale Tarife decken dagegen Boden- und Lufttransport innerhalb und außerhalb der VAE ab.
Notfall
In Dubai ist die Notfallbehandlung in privaten wie staatlichen Krankenhäusern zwar kostenlos, aber nur bis Dein Zustand stabilisiert ist. Alle weiteren Behandlungskosten zahlst Du ohne Versicherung selbst.

Lokale Privatversicherungen und internationale Versicherungen übernehmen medizinische Notfälle vollständig, solange das Jahreslimit nicht überschritten wird.
Ausschlüsse
Eine Krankenversicherung bedeutet nicht, dass jede Behandlung bei jeder Erkrankung voll bezahlt wird. Es gibt bestimmte Ausschlüsse, die Du kennen solltest.
Vorerkrankungen
Vorerkrankungen sind alle Erkrankungen, die Du schon vor dem Abschluss hast. Sie sind der häufigste Ausschluss in Krankenversicherungen.
Hast Du zum Beispiel eine Mandelentzündung und brauchst eine Operation, kannst Du nicht einfach eine Versicherung abschließen, damit sie die Operation zahlt.
Dafür können Vorerkrankungen versichert sein, wenn Du seit mindestens 9 bis 12 Monaten vollständig genesen bist. Oder der Versicherer verlangt eine höhere Prämie, um Deine Vorerkrankungen abzudecken.
Gesetzlich müssen aber alle Tarife lokaler Versicherer Vorerkrankungen abdecken.
Allerdings gilt eine Wartezeit von sechs Monaten, bevor Du Leistungen für eine Vorerkrankung abrechnen kannst. Lokale Versicherer begrenzen außerdem das Jahreslimit für Vorerkrankungen auf 150.000 AED, den gesetzlich vorgeschriebenen Mindestbetrag in den VAE.
Wartezeit
Die Wartezeit ist der Zeitraum, den Du abwarten musst, bevor der Versicherer zahlt. Sie unterscheidet sich je nach Versicherer und Tarif.
Am längsten sind die Wartezeiten bei Mutterschaft und Vorerkrankungen.
Für die Mutterschaftsleistung musst Du den Tarif mindestens 6 bis 10 Monate haben, bevor Du Leistungen abrechnen kannst.
Bei Vorerkrankungen sind es sechs Monate.
Manche Billigtarife haben für alle Leistungen eine Wartezeit von einem Monat.
Weitere übliche Ausschlüsse
Der Versicherer zahlt nicht, wenn Deine Verletzung auf Alkohol und einen Unfall zurückgeht. Beachte: Dubai hat strenge Alkoholgesetze. Trinken darfst Du nur an privaten Orten oder in lizenzierten Restaurants und Bars.
Ebenfalls nicht erstattet werden selbst zugefügte Verletzungen, durch Rauchen verursachte Erkrankungen, kosmetische Behandlungen und Behandlungen durch nicht zugelassene Mediziner.
Die vollständige Liste der Ausschlüsse steht im Kleingedruckten.
Klinikennetzwerk
Eine Krankenversicherung heißt nicht, dass Du in jedes beliebige Krankenhaus gehen kannst und der Versicherer die Kosten direkt übernimmt.
Stattdessen musst Du eine Klinik aus dem Netzwerk des Versicherers aufsuchen. Deshalb solltest Du einen Anbieter mit einem breiten Klinikennetz wählen, vor allem wenn Du auch Krankenhäuser außerhalb von Dubai nutzen möchtest.
Bei lokalen Tarifen darfst Du für ambulante Behandlungen unter Umständen nur eine Klinik besuchen.
Arztempfehlung
Auch das spricht für einen Versicherer mit großem Netzwerk.
Er kann Dir einen Arzt und ein Krankenhaus empfehlen, die auf Deinen Fall spezialisiert sind. Manche Anbieter wie Cigna Global bieten einen Telemedizin-Service, bei dem Ärzte am Telefon kostenlos eine Diagnose stellen.
Vorabgenehmigung
Es ist ratsam, vor einer Behandlung beim Versicherer eine Vorabgenehmigung einzuholen.
So stellst Du sicher, dass der Versicherer die Behandlung zahlt, und erlebst später keine Überraschung durch Ausschlüsse, die Du nicht kanntest.
Wenn Du den Versicherer vorher kontaktierst, kann er Dir außerdem einen Arzt und ein Krankenhaus empfehlen und die Behandlung direkt abrechnen.
Tarifstufen
Jeder Versicherer bietet mindestens drei Tarife an.
Meist sieht das so aus:
- Der unterste Tarif bietet eine Grundabsicherung für stationäre Behandlung.
- Der mittlere Tarif enthält zusätzlich ambulante Leistungen und ein höheres Limit, und bei einem Krankenhausaufenthalt liegst Du im Einzelzimmer.
- Der Spitzentarif deckt alle gesundheitsbezogenen Ausgaben ab, auch Zahn und Sehhilfen. Das Jahreslimit kann sogar unbegrenzt sein.
Viele Versicherer bieten auch einen Familientarif an. Wenn Du Deine Angehörigen im selben Tarif versicherst, bekommst Du 5 % bis 15 % Rabatt.
Zahlung
Schauen wir uns an, wie Du die Prämie zahlen kannst.
Zahlungsweise
Am häufigsten wird monatlich oder jährlich gezahlt. Manchmal ist auch eine vierteljährliche Zahlung möglich.
Manche Versicherer gewähren einen Rabatt, wenn Du das ganze Jahr auf einmal zahlst.
Selbstbeteiligung (Copay)
Mit einer Selbstbeteiligung kannst Du Deine Prämie senken. Sie legt fest, wie viel Du bei einem Leistungsfall selbst trägst. Je nach Tarif und Paket liegt sie zwischen 5 % und 40 %.
Der Versicherer kann zusätzlich einen Höchstbetrag für die Selbstbeteiligung festlegen.
Beim einfachen lokalen Standardtarif beträgt die Selbstbeteiligung zum Beispiel 20 % auf alle Leistungen. Maximal zahlst Du pro Behandlung 500 AED.
Die meisten lokalen Tarife haben bei allen Leistungsarten 10 % bis 20 % Selbstbeteiligung.
Selbstbehalt (Deductible)
Auch über einen Selbstbehalt lässt sich die Prämie senken. Das ist der Betrag, den Du selbst zahlst, bevor der Versicherer einspringt.
Hat Dein Tarif zum Beispiel einen Selbstbehalt von 2.125 € (2.500 US$), zahlst Du zuerst diese 2.125 € selbst. Danach übernimmt der Versicherer die restlichen Behandlungskosten, solange sie unter Deinem Tariflimit liegen.
Wo Du eine Krankenversicherung abschließt
Du kannst die Versicherung über einen Makler oder direkt bei einem Versicherer in Dubai abschließen. Beide bieten dieselben Tarife zu denselben Preisen.
Beim Makler vergleichst Du Tarife mehrerer Versicherer auf einmal. Weil jeder Anbieter Vor- und Nachteile hat, bekommst Du von einem seriösen Makler ein gutes Gefühl dafür, welcher Tarif zu Dir passt.
Eine Maklergebühr fällt nicht an, denn Makler verdienen ausschließlich über Provisionen.
Wenn Du diesen Weg gehen willst, kannst Du mit International Citizens beginnen. Das Unternehmen ist ein Maklerhaus, das auf Krankenversicherungen für Expats spezialisiert ist.
Kennst Du den Tarif gut genug, kannst Du direkt beim Versicherer abschließen.
Heute haben Makler wie Versicherer eine Website, auf der Du nach Eingabe Deiner Daten ein Angebot bekommst.
Passen die Bedingungen, füllst Du den Antrag aus, der persönliche Angaben und Deine Krankengeschichte abfragt. Beantworte alles wahrheitsgemäß, sonst kann der Versicherer den Antrag ablehnen oder den Vertrag kündigen.
Danach kannst Du die Prämie bezahlen und Deine Versicherung von überall auf der Welt erhalten.
Welche Versicherung ist die richtige?
Bei so vielen Optionen in Dubai fragst Du Dich vielleicht, welche Krankenversicherung die richtige ist.
Eine pauschale Antwort gibt es nicht. Jede Variante hat ihre Vor- und Nachteile.
Zusammengefasst:
- Die staatliche Krankenversicherung ist in Dubai sehr günstig. Allerdings darfst Du damit im Wesentlichen nur staatliche Krankenhäuser nutzen, die billiger sind als private.
- Wenn Du in Dubai arbeitest, hast Du bereits eine Pflichtversicherung. Der Schutz reicht stellenweise aus, gilt aber nur bei bestimmten Kliniken oder Krankenhäusern in Dubai. Zudem genügt das Limit bei schweren Erkrankungen womöglich nicht.
- Wer sehr lange in Dubai leben will, fährt mit einem lokalen Privattarif gut. Eine Absicherung von Vorerkrankungen findest Du bei anderen Tarifen kaum. Trotzdem gilt: Lies das Kleingedruckte, damit Dir keine Details entgehen.
- Wer einen umfassenden Tarif möchte, sollte eine internationale Versicherung wählen. Der Gesamtschutz ist besser als bei den anderen Optionen, und Du kannst den Tarif auch nach einem Umzug aus Dubai behalten. Wir empfehlen Cigna Global.
*Wir sind kein Versicherungsmakler und keine Vertretung eines Versicherers. Der Artikel beruht auf gründlicher Recherche zum Thema. Lies vor dem Abschluss eines Tarifs außerdem das Kleingedruckte sorgfältig, damit Du sicher den Schutz bekommst, den Du brauchst.
Häufig gestellte Fragen
Ist eine Krankenversicherung in Dubai Pflicht?
Ja. Dubai verlangt von Einwohnern eine Krankenversicherung, und wenn Du angestellt bist, muss Dein Arbeitgeber sie stellen. Der Schutz ist an Dein Aufenthaltsvisum gebunden, ohne gültige Police kannst Du es also nicht verlängern.
Was passiert, wenn meine Krankenversicherung ausläuft?
Dann riskierst Du Dein Aufenthaltsvisum. Die Verlängerung hängt von einem gültigen Schutz ab, und bei Verstößen können Bußgelder anfallen. Wenn Du den Job wechselst, prüfe, ob die Police Deines alten Arbeitgebers an Deinem letzten Arbeitstag endet. Eine Lücke zwischen zwei Policen ist der häufigste Grund, warum Leute unbemerkt unversichert sind.
Muss mein Arbeitgeber auch meine Familie versichern?
Nicht unbedingt. Arbeitgeber müssen den Angestellten versichern, der Schutz für Ehepartner und Kinder liegt aber oft beim Sponsor, also bei Dir. Wenn Du mit Familie umziehst, frage vor der Zusage genau nach, wer abgedeckt ist, denn die Versicherung der Angehörigen ist ein echter Kostenfaktor.
Kann ich meine Versicherung aus dem Heimatland in Dubai nutzen?
Als Nachweis fürs Visum meist nicht. Die Pflicht erfüllt normalerweise ein Tarif eines Versicherers, der in dem Emirat zugelassen ist, das Dein Visum ausstellt. Eine internationale Police kann zusätzlich für den Schutz außerhalb der VAE laufen, prüfe aber vorher, ob Du Dich für das Visum darauf verlassen kannst.
Deckt die Krankenversicherung in Dubai Vorerkrankungen ab?
Das hängt stark vom Tarif ab. Die einfache Pflichtversicherung behandelt Vorerkrankungen anders als eine umfassende Privatpolice, und Wartezeiten sind üblich. Hast Du eine Vorerkrankung, lies die Ausschlüsse vor dem Abschluss und nicht erst nach dem ersten Schadenfall.
Brauche ich mit einem Golden Visa noch eine Versicherung?
Ja. Die Versicherungspflicht hängt am Aufenthalt, nicht am Job, ein Golden-Visa-Inhaber braucht also genauso Schutz wie alle anderen. Ohne Arbeitgeber musst Du ihn selbst abschließen.





