Wohnung in Peking mieten: Der ausführliche Guide

Eine Wohnung in Peking mieten

Dieser Artikel benötigt etwa 35 Minuten Lesezeit. Gerade keine Zeit? Kein Problem. Schicken Sie sich die werbefreie Version per E-Mail und lesen Sie sie später.

loading image

Wer in Peking eine Wohnung sucht, muss sich in einer riesigen Stadt zurechtfinden, möbliert mieten, sich bei der Polizei anmelden und mit ein paar Sanitär-Eigenheiten klarkommen, die einen kalt erwischen. Dieser Guide behandelt die besten Gegenden für Expats, typische Budgets, Vertragsbedingungen und alles, was Du brauchst, um entspannt zu mieten.

Peking ist gewaltig. Schon ein Blick auf eine Immobilienseite mit über 500 Vierteln zur Auswahl kann ziemlich einschüchternd sein. In diesem Artikel bekommst Du das Wissen, das Du brauchst, um Dich in der unübersichtlichen Welt der Pekinger Wohnungssuche zurechtzufinden, und wir zeigen Dir ein paar hervorragende Tools, die alles deutlich einfacher machen.

Es gibt viele Warnsignale, die man erkennen lernen muss, und einige Fragen, die Du unbedingt stellen solltest, bevor Du einen Vertrag unterschreibst. Die Tipps hier richten sich an absolute Anfänger ebenso wie an erfahrene Mieter, denn selbst langjährige Expats tappen auf Pekings verrücktem Immobilienmarkt immer wieder in diverse Fallen.

Geschrieben hat den Artikel ein Expat, der seit 16 Jahren in Peking lebt und drei Jahre bei einer Immobilienfirma in der „Big Jing“ gearbeitet hat. Er soll Dir alles an die Hand geben, damit der Umzug in Dein neues Zuhause reibungslos und stressfrei klappt.

 

Das Wichtigste in Kürze

  • Die meisten Wohnungen in Peking werden komplett möbliert vermietet. Das senkt Deine Anfangskosten im Vergleich zu vielen anderen Ländern erheblich.
  • Der Bezirk Chaoyang (vor allem der Korridor von Sanlitun bis Dongzhimen) ist die erste Wahl für Expats, die Nachtleben und englischsprachige Angebote schätzen; Shunyi passt zu Familien in der Nähe internationaler Schulen.
  • Üblich ist ein Einjahresvertrag nach dem Muster „1+2“ (eine Monatsmiete Kaution, zwei Monatsmieten im Voraus); danach zahlst Du in der Regel jeweils drei Monate im Voraus.
  • Eine ordentliche 1-Zimmer-Wohnung in guter Lage kostet für eine Einzelperson etwa 6.000 bis 8.000 RMB pro Monat; für ein Paar sind es bei einer 2-Zimmer-Wohnung eher 9.000 bis 12.000 RMB.
  • Innerhalb von 24 Stunden nach dem Einzug musst Du Deine Adresse bei der örtlichen Polizeistation melden. Das ist für Dein Visum Pflicht und gilt für jeden Ausländer in Peking.
  • In Pekings älteren Leitungssystemen fehlen oft Siphons, sodass sich Kanalgase in der Wohnung ansammeln können; besorge Dir deshalb bald nach dem Einzug Abflussstopfen.
  • Richte Dir ein VPN ein, bevor Du nach China kommst, denn viele westliche Websites und Apps sind gesperrt; Astrill und ExpressVPN sind bei Expats beliebt.

Worauf Du achten solltest

Bei der Wahl der Gegend für eine Mietwohnung in Peking spielen mehrere Faktoren mit: Lebensstil, Arbeitsort, die Schule der Kinder, Verkehrsanbindung, besondere Bedürfnisse und Auslauf für Haustiere, um nur einige zu nennen. Hier findest Du einen Überblick über die Stadtteile und die Punkte, die Du vor der Entscheidung abwägen solltest.

Lage

Im Idealfall weißt Du, wo Du arbeiten wirst, und suchst Dir eine Wohnung im Umkreis von etwa 3 km. Der Weg zur Arbeit und zurück wird in Peking eine der größten Nervenproben, besonders mitten im Winter und manchmal gerade dann, wenn Du ein eigenes Auto hast.

Die Stadt besteht aus unzähligen kleinen Vierteln innerhalb größerer Wohnbezirke, die sich auf 16 große Verwaltungsbezirke verteilen: 12 in der Stadt selbst und 4 in den umliegenden Bergen.

Die Stadtbezirke sind Xicheng, Dongcheng, Chaoyang, Haidian, Fengtai, Shijingshan, Shunyi, Tongzhou, Daxing, Fangshan, Mentougou und Changping.

Die meisten Peking-Guides beschränken sich auf die Bezirke, aber wer sich WIRKLICH auskennt, weiß: Die Stadt zerfällt in viel kleinere Gegenden, jede mit eigenem Charakter.

Blick auf die Stadt Peking
Als größte Stadt Chinas bietet Peking viele Bezirke, in denen man sich ein Zuhause suchen kann.

1. Die Mitte – (innerhalb des Zweiten Rings) Von der Touristenfalle Wangfujing bis hinauf nach Nanluoguxiang und weiter nach Andingmen reicht die Hipster-Zone. Die coolen Kids wohnen in „Hutong“-Häusern und gehen rund um Houhai auf Punk-Konzerte.

2. Das Expat-Viertel – (Mitte-Ost) Mit Abstand die beste Wahl für alle, die gern essen, trinken und unter Leute gehen, und auch für Botschaftsangestellte. Die Gegend zwischen dem Chaoyang-Park und Dongzhimen ist Pekings lebendigster und internationalster Teil. Im Zentrum liegt die berühmte (oder berüchtigte?) Sanlitun Bar Street; Mieten und Ausgehen fressen hier ein Loch in Dein Gehalt, aber Dein Sozialleben blüht. Laut Wohnratgebern von 2025 bleibt der Bezirk Chaoyang, zu dem das Viertel gehört, der beliebteste Bezirk für neu ankommende Expats, wobei der Korridor von Sanlitun bis Dongzhimen die größte Dichte an englischsprachigen Services bietet.

3. Das Wu – (Wudaokou und der Südosten von Haidian) Das ist das Studentenviertel im Nordwesten Pekings. Hier sitzen alle großen Universitäten, und überall wimmelt es von Leuten unter 25. Internationale Studierende treffen sich in den Kneipen und Cafés der Gegend. Wer dort wohnt, fühlt sich vielleicht alt, bleibt aber auch jung, etwa bei Flatrate-Abenden, an denen DJs R&B-Hits aus den frühen 2000ern auflegen.

4. Shunyi – (ganz im Nordosten) Unter Pekings Expats gilt es oft als weitläufige Vorort-Wüste, in der Familien in riesigen Häusern wohnen, die alle gleich aussehen. Es gibt zwei Gründe, nach Shunyi zu ziehen: Du arbeitest an einer der Dutzenden internationalen Schulen dort oder Deine Kinder besuchen eine.

5. Die Upper East Side – (Wangjing und Lido) Wangjing ist als koreanisches Viertel bekannt und hat in den letzten fünf Jahren enorm zugelegt (die Mieten sind mitgezogen). Das Gebiet reicht inzwischen bis ins schöne Lido und nach 798. Ein Grund für die Beliebtheit: Es liegt zwischen Flughafen und Innenstadt. Wer in Shunyi arbeitet, will manchmal nicht auch dort in der Pampa wohnen. Wangjing ist ein guter Kompromiss mit einigen schöneren, gewachsenen und grünen Wohngegenden.

6. Shuangjing – (Guomao Süd) Diese aufstrebenden Viertel direkt südlich des CBD sind stark gefragt und haben etwas günstigere Mieten als weiter nördlich. Es gibt eine wachsende Bar- und Restaurantszene und viele neuere, schönere Gebäude. Keine schlechte Wahl, solange Du die U-Bahn nimmst, denn der Verkehr ist dort berüchtigt schlimm.

7. Center North – (Olympisches Dorf/Asienspiele-Dorf) Die Gegend ist ziemlich fad und bietet wenig Unterhaltung. Zu den Ausgehvierteln Wudaokou und Sanlitun ist es zu weit, um eine Top-Lage zu sein, dafür gibt es mehr Grün.

Die Entwicklungsgebiete:

8. Der Wilde Westen. Ausländer wohnen im Westen eigentlich kaum. Es ist eine seltsame, industriell geprägte Welt voller lokaler Rätsel. Alles westlich von Muxidi bietet kaum westlichen Komfort. Dort liegen der Sommerpalast sowie einige große Veranstaltungshallen und Stadien.

Advertisement

9. Der verschlafene Süden. Alles südlich der Südgrenze des Zweiten Rings ist etwas unterentwickelt. Eine lebendige Community-Szene wie im Norden gibt es nicht. Du triffst dort nur wenige Ausländer, dafür ältere chinesische Nachbarschaften, viel Platz und deutlich günstigeres Wohnen.

Verkehrsmittel

Das kann man nicht oft genug sagen: Wie Du in Peking von A nach B kommst, sollte ganz oben auf Deiner Liste stehen, wenn Du glücklich leben willst. Bei der Wahl der Wohnlage musst Du wissen, wie Du zur Arbeit, zum Ausgehen und zur Schule der Kinder kommst.

Wenn Du nicht selbst fährst: Nimmst Du die U-Bahn? Gehst Du am liebsten zu Fuß zur Arbeit, um das Pendeln ganz zu umgehen? Und wenn keine U-Bahn-Station in der Nähe ist, kommst Du mit den Bussen klar?

Hier ein kurzer Überblick über Deine Möglichkeiten, durch Pekings Häusermeer zu kommen.

Privatwagen und Motorräder

Früher war Peking für seine Fahrräder berühmt, doch staatliche Anreize in den Neunzigern brachten fast alle vom Sattel ins Auto. Beim Wettlauf um die Entwicklung der Stadt schoss man etwas übers Ziel hinaus, und der Verkehr wurde zum Albtraum.

In den letzten zehn Jahren hat die Regierung viel getan, um die Autonutzung zu bremsen, etwa mit gerade/ungerade Kennzeichentagen, an denen man sein Auto nur an bestimmten Wochentagen fahren darf.

Wenn das Gehalt es hergibt, kannst Du problemlos einen Privatfahrer samt Auto monatsweise mieten. Es gibt auch Agenturen, die Dir beim chinesischen Führerschein helfen oder Deinen internationalen Führerschein umschreiben. Selbst fahren ist in Peking möglich, aber der Verkehr ist eine Klasse für sich.

Eine Motorradzulassung hat Peking für alle außer die Wohlhabendsten praktisch unmöglich gemacht; die Kennzeichen kosten oft das Zehnfache der Maschine. Einige echte Biker gibt es trotzdem, und eine Zeit lang waren viele vernarrt in die Changjiang 750, ein Militärmotorrad mit Beiwagen.

Die Beiwagenmaschinen waren bei Expats einst beliebt, doch die schwierige legale Zulassung hat diesen Trend so gut wie beendet.

Taxis und Fahrdienste

Hinweis: Uber oder andere internationale Fahrdienst-Apps gibt es in China nicht.

Pekinger Taxis hatten früher einen ziemlich schlechten Ruf. Sie rochen unangenehm, im Sommer funktionierte die Klimaanlage kaum, die Fahrer waren mürrisch und wenig hilfsbereit, und ständig drohten Betrügereien. In den letzten fünf Jahren mussten die Taxis aber nachlegen, seit es Fahrdienste über „Didi“ gibt.

Niemand winkt mehr ein Taxi auf der Straße heran. Über die gut integrierte „Didi“-Funktion in WeChat und Alipay bestellst Du ein Taxi oder einen Privatwagen direkt an Deinen Standort. Ein Gespräch bleibt Dir erspart, da der Fahrer das Ziel schon vor der Abholung kennt. Du kannst sogar ein zusätzliches Trinkgeld anbieten, damit er schneller kommt.

Manche Taxis nehmen vielleicht noch Bargeld, üblich ist das aber nicht. Bezahlt wird fast alles über WeChat oder Alipay; schon bald trägst Du kein Bargeld mehr mit Dir herum. WeChat und „Didi“ gibt es auf Englisch, sie sind intuitiv, und Du wirst sie schnell lieben und schmerzlich vermissen, wenn Du China (falls überhaupt) verlässt.

Busse

Das allgegenwärtige, aber weniger beliebte Pekinger Busnetz ist eigentlich ziemlich gut, wenn man es entziffern kann. Die Busse halten nur einen Augenblick, alle drängeln ein und aus, und die Schaffner brüllen auf Chinesisch. Genau deshalb lohnt sich ein Online-Chinesischkurs, damit Dir solche Situationen erspart bleiben.

Mit Deiner blauen „Yi Ka Tong“-Karte, die mit RMB aufgeladen ist, und der richtigen Liniennummer findest Du Dich aber zurecht.

Verfolge die Fahrt in der Karten-App auf Deinem Handy, damit Du Deine Haltestelle nicht verpasst. Die Fahrpreise beginnen bei nur 1 bis 2 RMB.

Die U-Bahn

Die Pekinger U-Bahn hat sich seit dem Jahr 2000, als es nur zwei Linien gab, enorm weiterentwickelt. Stand 30. Januar 2026 sind es 25 Linien mit 460 Stationen auf über 800 km Strecke, damit ist es das längste Metronetz der Welt. Die Linien ziehen sich wie ein Spinnennetz durch die ganze Stadt und tief in die Vororte.

U-Bahn in Peking
Die U-Bahn ist das beliebteste öffentliche Verkehrsmittel in Peking.

Einheimische sagen MTR oder Metro, auf Chinesisch heißt sie „di tie“ (gesprochen etwa „di tieh“). Bezahlen kannst Du mit einem Einzelticket vom Bahnhof oder mit der wiederaufladbaren blauen Karte „Yi Ka Tong“. Die Fahrpreise richten sich nach der Strecke und beginnen bei nur 3 RMB pro Fahrt.

Inzwischen kannst Du Deine U-Bahn-Fahrten auch per Handy über WeChat, Apple Pay oder Alipay bezahlen. Die U-Bahn fährt täglich von 5 bis 23 Uhr. Der einzige echte Nachteil sind die Menschenmassen.

Sie ist ganz klar das beliebteste öffentliche Verkehrsmittel Pekings, und die Waggons können ziemlich eng werden. In der Hauptverkehrszeit lernst Du Deine Mitreisenden schnell etwas zu gut kennen.

Leihräder

Eine Zeit lang wurde Peking von Leihrädern überschwemmt. Das lief völlig aus dem Ruder: Gehwege waren kaum noch passierbar, und an jeder Ecke türmten sich verlassene Räder. Erst kam Mobike, dann Ofo und Bluegogo.

2019 räumte Peking 400.000 herumstehende Räder weg, und die meisten Anbieter gingen pleite. Inzwischen ist alles besser geregelt, und eine vernünftige Zahl an Rädern steht weiterhin für alle bereit. QR-Code scannen, aufsteigen, losradeln. Für Strecken unter 3 km sind sie richtig praktisch, wenn der Pekinger Verkehr mal wieder unerträglich ist.

Kinder

Wenn Du als Familie nach Peking ziehst, ist es klug, ein Zuhause in der Nähe der Schule Deiner Kinder zu wählen. Dass Du täglich drei Stunden im Stau steckst, ist schlimm genug, aber Deine armen Kinder so lange im Schulbus sitzen zu lassen, ist noch schlimmer.

Viele der großen internationalen Schulen liegen draußen in Shunyi, doch es gibt auch eine gute Auswahl in der Stadt. Wenn Du im CBD arbeitest und in der Stadt wohnen willst, schau Dir The Canadian School und Yew Chung an oder lies unseren Ratgeber zu den besten internationalen Schulen in Peking, Beijing City, Dulwich und The British School.

Besondere Bedürfnisse

Peking ist leider immer noch nicht besonders barrierefrei. Rollstuhlzugänge fehlen vielerorts, und unebene Gehwege sind schwer zu bewältigen. Es wird besser, aber der Weg ist noch weit. Du musst die Zugänglichkeit eines Gebäudes gründlich prüfen; rechne nicht damit, dass jede Wohnanlage rollstuhlgerecht ist.

Bei anderen Beeinträchtigungen wie Seh- oder Hörproblemen brauchst Du Unterstützung. Ein neues Land, eine neue Sprache und eine neue Kultur sind ohnehin schon eine Herausforderung. Für Menschen mit Behinderung kommen in Peking noch weitere Hürden dazu.

Haustiere

Dein Haustier nach China mitzubringen ist kaum schwieriger als in andere Länder: etwas lästige Bürokratie und etwas Geld, und schon kuschelst Du bald wieder mit Deinem Vierbeiner. In China landet übrigens bei vielen langjährigen Expats früher oder später mindestens ein Tier aus dem Tierschutz im Haushalt.

Wie überall auf der Welt musst Du Deinen Vermieter über das Tier informieren. Es kann sein, dass er es nicht erlaubt. Die meisten Wohnanlagen sind haustierfreundlich, aber es hängt vom jeweiligen Vermieter ab. Chinesen mögen Hunde, besonders kleine.

Viele haben Angst vor größeren Hunden, und es gibt Größenbeschränkungen. Große Hunde (Schulterhöhe eines Erwachsenen über 35 cm) sind in den zentralen Bezirken Dongcheng, Xicheng, Chaoyang, Haidian, Fengtai und Shijingshan verboten, und jeder Haushalt darf nur einen Hund halten.

Alle Hunde müssen bei der örtlichen Polizeistation registriert werden, und beim Gassigehen solltest Du die Papiere Deines Hundes dabeihaben. Sieh Dir die Gegend, die Du Dir ausgesucht hast, auch daraufhin an, wo Du mit dem Hund spazieren gehen kannst. In den meisten Pekinger Parks sind Hunde nicht erlaubt, Du brauchst also einen öffentlichen Platz.

Vermieter fürchten, dass Tiere an Wänden und Möbeln kratzen. Rechne also damit, Deine Kaution zu verlieren, wenn Dein Tier etwas zerstört. Oder miete eine unmöblierte Wohnung und richte sie mit Gebrauchtem ein, statt die Möbel des Vermieters zu riskieren. Internationale Tierärzte findest Du leicht, und die Tierpflege ist erschwinglich.

Anders leben und sich anpassen

Das Leben in China wird nicht so sein, wie Du es gewohnt bist. Mit Offenheit und der Bereitschaft, auf manch vertrauten Komfort zu verzichten, kommst Du aber bestens klar.

Damit Du die richtigen Erwartungen hast, hier ein paar Dinge, die Du vor dem großen Umzug wissen solltest.

Eigenheiten chinesischer Wohnungen 

Das erste GROSSE Plus beim Mieten in Peking: Die meisten Wohnungen sind komplett möbliert. Nicht nur das Nötigste, sondern alles, was Du brauchst, um mit einem Koffer anzukommen und loszulegen.

Oft kannst Du beim Vermieter einige Verbesserungen aushandeln, etwa einen besseren Fernseher oder ein neues Bett. Das spart das Budget für die Erstausstattung, das in vielen Ländern fällig wird, wo man bei einer Mietwohnung nicht einmal Haushaltsgeräte bekommt.

Der zweite Pluspunkt: Die Nachbarn halten sich meist zurück. Ich war überrascht, denn obwohl der ständige Baulärm zu den häufigsten Klagen über das Leben in China gehört, fand ich die Wohnungen meistens ziemlich gut schallisoliert. Es sei denn, Du hast besonders nervige Nachbarn.

An manches muss man sich gewöhnen. Erstens haben die meisten chinesischen Wohnungen keine Badewanne. Standard ist die Dusche, und manchmal ist das nur ein Duschkopf direkt über der Toilette.

Das hat natürlich den Vorteil, dass man gleichzeitig duschen und aufs Klo gehen kann, aber viele schreckt es ab. Chinesische Bäder sind Nassräume. Alles ist wasserfest, und wegen der geringen Größe lässt sich eine Duschwand einfach nicht sinnvoll einbauen.

Altes Viertel in Peking
Die Kanalisation ist in vielen Gegenden Pekings ziemlich alt. In vielen Gebäuden solltest Du Toilettenpapier nicht in die Toilette werfen.

Pekings Leitungen sind hunderte Jahre alt. Selbst wenn Dein Haus neu ist, hält die Kanalisation nicht mit, und Papier in der Toilette runterzuspülen ist ein großes No-Go. In Deiner eigenen Wohnung kommst Du vielleicht damit durch, ohne dass es sofort verstopft, aber bedenke: Du reichst das Papierproblem nur an jemand anderen weiter.

Man muss sich daran gewöhnen, aber die Chinesen stellen einen Mülleimer neben die Toilette und werfen das benutzte Papier dort hinein. Denk an die Klempner und entsorge Toilettenpapier und andere Hygieneartikel sorgfältig.

Advertisement

Schwefel, Ammoniak und andere Kanalgase können in Deine Wohnung gelangen. In der chinesischen Sanitärtechnik war es lange nicht üblich, Siphons (U-Bögen) in die Rohre einzubauen, ob Du es glaubst oder nicht. Der Siphon, auch Geruchsverschluss genannt, ist in den meisten Ländern Standard und bildet eine Wassersperre zwischen Bad und Kanalisation.

In China führen alle Abflüsse in gerader Linie zu den übrigen Rohren im Gebäude, wo sich Dein Abwasser mit dem Deiner Nachbarn trifft.

Ohne Sperre sammeln sich die Gase und steigen ungehindert zurück in Deine Wohnung. Der Gestank kann heftig werden. Bleichmittel im Abfluss bringt nichts, es hilft höchstens ein paar Minuten. Am besten funktionieren Stopfen. Du kannst Wasserfallen in die Abflüsse setzen oder die Öffnungen bei Nichtgebrauch einfach abdecken.

Flauschige, warme Handtücher kannst Du vergessen. Wenn Du nicht gerade viel Geld für eine Luxuswohnung ausgibst, haben Wohnungen in Peking keinen Trockner. Der gilt als Verschwendung von Geld und Strom. Eine Waschmaschine ist dabei, aber Du musst Dich ans Aufhängen der Wäsche gewöhnen, und manchmal werden die Stoffe dadurch etwas steif. Dafür ist es viel umweltfreundlicher.

In der Küche gibt es meist keinen Einbaubackofen. Geh ins Elektronikkaufhaus und hol Dir einen schönen, großen Standbackofen; manche sind sogar zum Backen gut genug. Und leg Dir Gummihandschuhe zu, denn eine Spülmaschine in einer chinesischen Wohnung zu finden, wäre wie ein echter Goldschatz am Ende des Regenbogens.

Mikrowelle, Kühlschrank und Kochfeld sind ziemlich normal, wundere Dich aber nicht, wenn die Küche kein Warmwasser hat. Wenn Dich das wahnsinnig macht, kannst Du für wenig Geld einen kleinen Elektro-Durchlauferhitzer einbauen lassen.

Offene Balkone sind in Peking selten. Im Winter sind sie nutzlos, und chinesische Familien verglasen sie lieber, um zusätzlichen Platz zu gewinnen, der den Wert der Wohnung steigert, und nutzen die sonnige Nische zum Wäschetrocknen oder als Stauraum.

Umgebungslärm

Grundsätzlich solltest Du nicht neben einer Schule wohnen: Dort läuft die Nationalhymne in voller Lautstärke über scheppernde Lautsprecher, im Hof wird Frühsport gemacht, und am Wochenende reißt Dich vielleicht das monatliche Sportfest aus dem Schlaf.

Chinesische Schüler
Für Deine Kinder mag es gut sein, aber wegen des Lärms möchtest Du in Peking vielleicht lieber nicht neben einer Schule wohnen.

Meide stark befahrene Straßen, vor allem Wohnungen in unteren Stockwerken. Das Gehupe macht Dich verrückt. Achte auch auf Nachtclubs in der Gegend, in der Du suchst. Der dröhnende Bass kann Dich nachts wachhalten.

Sieh Dir die Wohnung mehrmals an (notfalls auch heimlich ohne den Makler) und zu verschiedenen Tageszeiten, um ein Gefühl dafür zu bekommen, wie es dort wirklich ist.

Bellen die Hunde der Nachbarn den ganzen Tag, weil sie allein sind? Kreischen nach der Schule jeden Tag Kinder vor Vergnügen auf dem Spielplatz unter Deinem Homeoffice? Achte auf solche Warnzeichen, um Deine psychische Gesundheit zu schützen.

Im Zweifel gilt: lieber weit oben, weg von Straßen und Menschen.

Sicherheit

Natürlich gibt es Kriminalität, das ist überall so. Ich kann aber sagen, dass ich in meinen 16 Jahren in China, auch in recht günstigen, zwielichtig aussehenden Unterkünften, ganz allein und in abgelegenen Teilen der Stadt, nie bestohlen wurde und mich nicht einmal unwohl gefühlt habe. Peking ist für Ausländer sehr sicher.

Gelegentliche Fälle von Kriminalität gegen Ausländer sind die Ausnahme von der Regel, dass man im Großen und Ganzen sicher ist. Selbst die schäbigsten Wohnungen haben eine stabile (oft stählerne) Tür mit mehreren Riegelschlössern, und die Fenster in unteren Stockwerken sind meist vergittert.

Heizung in einer Pekinger Mietwohnung: Wen Du fragst und wen Du anrufst

Eine Wohnung, die sich im Oktober gut anfühlt, kann im Januar ganz anders sein. 2025 hat Peking seine Fernheizung am 15. November eingeschaltet. (Geprüft im Oktober 2026.)

Frag den Vermieter vor der Unterschrift drei Dinge:

  • Hängt das Gebäude an der Fernheizung? 2025 erreichte die Fernheizung rund 700 Millionen Quadratmeter Wohnfläche, aber nicht jedes Gebäude ist angeschlossen. Gerade Hutong-Häuser sind womöglich auf eigene Heizgeräte angewiesen.
  • Wer zahlt die Heizkosten? Manche Vermieter schließen sie in die Miete ein, andere reichen sie an Dich weiter. Lass Dir die Antwort schriftlich geben.
  • Wer ist der Heizungsbetreiber? Name und Telefonnummer solltest Du haben, bevor es kalt wird, nicht erst danach.

Ist Deine Wohnung trotz laufender Heizung zu kalt, ruf zuerst den Heizungsbetreiber oder den Heizungsansprechpartner Deines Hauses an. Wenn der nichts unternimmt, erreichst Du Pekings Heizungs-Hotline unter 96069. Beijing Heat Power gibt an, dass die Mitarbeiter außerdem jeweils am 5., 15. und 25. eines Monats die Raumtemperaturen in Wohnungen kontrollieren.

Immobilienvokabular auf Chinesisch

Ein paar Begriffe zu kennen, hilft bei der Wohnungssuche in Peking. Wer weiß, wonach er sucht, kann die Auswahl eingrenzen und sich Besichtigungen ungeeigneter Wohnungen sparen.

Ein häufiger Ärger bei der Wohnungssuche: Makler, Websites und Vermieter unterscheiden oft nicht zwischen einem Studio (Einzimmerapartment) und einer 1-Zimmer-Wohnung. Beides nennen sie gern 一居室 „yī jū shì“ (1 Zimmer) und inserieren es entsprechend. Frag nach, denn Du musst wissen, ob es ein 单身公寓 „dān shēn gōng yù“ (Single-Apartment) oder eine echte 1-Zimmer-Wohnung ist.

Umziehen heißt 搬家 „bān jiā“. 家 „Jiā“ bedeutet Zuhause und steht sowohl für den Ort, an dem Du wohnst, als auch für das Land oder die Stadt, aus der Du kommst. 房⼦ „Fáng zi“ bedeutet Haus und wird meist (aber nicht immer) für ein richtiges Haus verwendet. Umgangssprachlich kann es auch eine Wohnung meinen. Wenn Du etwas mieten möchtest, sagst Du 租房子 „zū fáng zi“ oder kurz 租房 „zū fáng“.

公园 „Gōng yuán“ begegnet Dir ebenfalls in den Namen von Wohnanlagen. Wörtlich heißt es Park, steht aber auch für einen Wohnblock. Ein gehobeneres Wohngebäude heißt vielleicht 公寓 „gōng yù“. 屋子 „Wū zi“ ist ein Zimmer und meint oft ein einzelnes Zimmer in einer Wohngemeinschaft mit gemeinsam genutzten Einrichtungen.

Große Familienhäuser stehen in abgeschlossenen Wohnanlagen am Stadtrand Pekings mit hochtrabenden Namen wie „Champagne Town“ und „Chateau Regalia“. Diese Anlagen heißen schlicht „Villen“, ein schicker Name für Vorstadthäuser von der Stange.

Es kann sich um Reihenend-, Doppel- oder freistehende Häuser handeln. Villenanlagen heißen 别墅 „bié shù“. 排屋 „Pái wū“ sind Reihenhäuser, die sich Wände teilen.

Eine Wohnform, von der Du viel hören wirst, ist der berühmte und umstrittene 胡同 „Hú tòng“. Hutong heißt wörtlich Gasse, wird aber umgangssprachlich für die 四合院 „sì hé yuan“ verwendet, die Hofhäuser von früher, die in manchen Teilen Pekings noch stehen.

Wohnformen

Wenn Du eine Vorstellung davon hast, wo und was für ein Zuhause Du in Peking suchst, musst Du Dich mit den Kosten, den rechtlichen Fragen, der Logistik der Suche, der Terminologie und den tatsächlichen Möglichkeiten befassen.

Wohnungen

Das Spektrum reicht von supermodernen Luxus-Penthäusern bis zu kargen Wohnungen aus kommunistischer Zeit. In Peking im Hochhaus zu wohnen ist definitiv die Regel, und für jeden ist etwas dabei. Die neueren, glänzenderen Wohnungen sind meist auch klein und schuhkartonartig.

Wohnungen in Peking
Wohnungen sind unter Expats in Peking die beliebteste Wohnform.

In vielen Neubauten gibt es hauptsächlich Studios für Pekings junge, alleinstehende Berufstätige. Die älteren Wohnungen sind geräumiger, aber weniger glamourös.

Leg vor der Suche einige Punkte klar fest: Budget, Gegend, Zimmerzahl und Quadratmeter. So grenzt Du die Auswahl ein.

Hutongs

Das sind ein- bis dreistöckige traditionelle Hofhäuser. Viele wurden von der chinesischen Regierung saniert oder komplett neu gebaut, manche sind noch ziemlich alt, und einige wenige wurden zu beeindruckenden modernen Villen umgebaut.

Hutongs sind eine wertvolle Immobilienoption, mit der man angeben kann, die den Bewohnern aber auch eine lange Liste an Ärgernissen beschert.

Im Winter sind sie eiskalt. Früher wurde mit Kanonenöfen geheizt; heute verlassen sich die Mieter auf den kümmerlichen Warmluftstrom ihrer stromfressenden Klimaanlagen. Das wird teuer, wenn es draußen minus 10 Grad Celsius hat.

Im Sommer schimmeln sie. Wenn der Frühlingsregen einsetzt, müssen Hutong-Mieter oft einen Tag pro Woche zum Schimmelabkratzen einplanen. Er wandert die Wände hoch, und das Dach ist immer undicht.

Die Nachbarn sind meist älter, ernst, eigen und gegenüber Ausländern etwas vorsichtig. Laute Musik und Gäste dulden sie nicht, und sie murren, wenn Du spätnachts nach Hause kommst und sie störst, während Du in der dunklen Gasse zwischen den Häusern herumtappst.

Villen

Wie im Abschnitt oben erwähnt, sind diese Häuser in abgeschlossenen Wohnanlagen schick, teuer und riesig. Meist haben sie drei bis fünf Zimmer und liegen oft weit außerhalb der Stadt. In den Anlagen gibt es Gemeinschaftszentren mit Pools und Tennisplätzen.

Die meisten liegen in Shunyi, ein paar Anlagen näher an der Stadt in „The Center North“ und „The Upper East Side“.

Serviced Apartments und Kurzzeitmiete

Wie unten beschrieben, laufen die meisten Verträge ein Jahr. Es gibt aber eine gute Auswahl an Kurzzeitunterkünften. Das sind meist schönere Serviced Apartments mit höherem Preis.

Budget

Die meisten Menschen in Peking wollen für die Wohnung ungefähr ein Viertel bis ein Fünftel ihres Einkommens ausgeben.

Als Single mit einem Durchschnittsgehalt von etwa 25.000 RMB im Monat willst Du für eine anständige 1-Zimmer-Wohnung wohl rund 8.000 RMB im Monat ausgeben. Wer sparen will, findet vielleicht schon ab 6.000 RMB eine kleine Wohnung in guter Lage. Wenn Du weniger ausgeben willst, musst Du Dir wahrscheinlich ein oder zwei Mitbewohner suchen.

Straße in Peking bei Nacht
Für eine kleine Wohnung in guter Lage solltest Du mindestens 5.000 RMB im Monat einplanen.

Als DINK-Paar (Double Income, No Kids) kommt Ihr als junge Berufstätige oder Lehrer zusammen vielleicht auf 40.000 RMB im Monat und sucht eine Wohnung zwischen 9.000 und 12.000 RMB monatlich. Dafür bekommst Du eine ordentliche 2-Zimmer-Wohnung oder eine sehr schöne 1-Zimmer-Wohnung in guter Lage.

Mit einem Expat-Paket und gutem Einkommen kann Dein Mietbudget bei über 20.000 RMB im Monat liegen, und dafür bekommst Du eine fantastische Luxuswohnung. Als Familie mit Paket, in dem Kinder, Schulen, Versicherung und Wohnen enthalten sind, hast Du vielleicht das Glück, 30.000 bis 50.000 RMB im Monat oder mehr ausgeben zu können. Dann schaust Du dich höchstwahrscheinlich nach Villen um.

Wohnungen finden

Recherchiere natürlich selbst, sowohl online als auch auf der Straße. Besuche Deine Wunschgegenden, sieh Dir die Gebäude an, die Dir auffallen, mach Notizen und schau ruhig im Verwaltungsbüro vorbei. Dort weiß man meist, welche Wohnungen im Haus frei sind und wie hoch die durchschnittlichen Mieten liegen.

Bedenke: Die Fotos sind oft geschönt! Freu Dich nicht zu früh, denn bei der Besichtigung Deines Traumzuhauses wirst Du enttäuscht sein, wenn Du merkst, dass Dich verschönerte (und manchmal völlig gefälschte) Fotos angelockt haben!

Englischsprachige Websites

The Beijinger Classifieds. Diese Website wird ohnehin irgendwann zu Deiner Peking-Bibel, also kannst Du sie Dir gleich ansehen.

Flat in China. Übersichtliches Layout und einfach zu bedienen, aber echte Schnäppchen findest Du hier kaum. Das sind Expat-Wohnungen zu Expat-Preisen. Trotzdem nützlich, um Gebäude zu recherchieren, in denen Du vielleicht wohnen möchtest.

Wellcee ist großartig und bietet sogar eine Mitbewohner-Option, falls Du gleich bei Deiner Ankunft in Peking Anschluss finden willst.

Ziroom hat eine App auf Englisch, und alle Wohnungen sind nachweislich echt. Außerdem gibt es eine ganze Reihe weiterer Services und Garantien.

Chinesische Websites

Chinesischsprachige Seiten zeigen die echten chinesischen Preise statt aufgeblähter Expat-Preise. Sie haben aber ein großes Problem: Es gibt keine englische Version. Wenn Du nicht Chinesisch sprichst, bleiben Dir holprige Übersetzungen, mit denen Du Dich am Computer über eine Google-Translate-Erweiterung in Google Chrome durchschlagen kannst (die ist ohnehin dringend zu empfehlen).

Hier eine Liste chinesischsprachiger Immobilienseiten, die Du Dir ansehen kannst:

Immobilienmakler

Manchmal ist es sinnvoll, mehrere Makler einzuschalten. Sie arbeiten auf Provision, also verschwende ihre Zeit nicht, aber manchmal arbeiten sie langsam oder haben nur eine begrenzte Auswahl an Wohnungen. Mit etwas Glück findest Du Dein Traumzuhause gleich am ersten Besichtigungstag, normalerweise musst Du Dir aber sechs oder mehr Wohnungen ansehen, bevor Du Dich entscheidest.

Je nachdem, wie wählerisch Du bist, kann sich das über Wochen ziehen. Englischsprachige Makler spezialisieren sich auf höherpreisige Objekte. Alle sind auf bestimmte Gegenden festgelegt. Sie verlangen eine Monatsmiete als Provision, die in der Regel aber der Vermieter zahlt. Stell diese Frage gleich zu Beginn.

Makler findest Du sehr leicht. Du kannst direkt in ein Maklerbüro an der Straße gehen, dann kümmern sie sich um Dich, oder Du schreibst sie über die oben genannten Websites an, und sie bieten Dir bereitwillig alles an, was sie im Angebot haben.

Sei bei Größe, Budget und Gegend ganz direkt. Sie versuchen, Dich zu einem höheren Preis zu drängen, also bleib hart und verhandle.

Rechtliches

Du hast die Wohnung gefunden, die Dir gefällt. Jetzt ist es Zeit, die rechtlichen Fragen anzusehen.

Mietobjekt

Eines musst Du sicherstellen: Dein Vermieter MUSS seine Wohnung als Mietobjekt angemeldet haben (und damit die fälligen Steuern zahlen). Versucht er, das zu umgehen, droht ihm eine Strafe, und Du bekommst Probleme, wenn Du die vorgeschriebene Meldebescheinigung bei der Polizeistation ausstellen lassen willst.

Mietvertrag

Mietverträge in China laufen in der Regel mindestens ein Jahr, es sei denn, Du mietest ausdrücklich eine Kurzzeitunterkunft oder ein Serviced Apartment auf Monatsbasis.

Am gängigsten ist (je nach Fall und mitunter verhandelbar) das Modell 1+2: eine Monatsmiete als Kaution plus zwei Monatsmieten im Voraus. Nach den ersten zwei Monaten zahlst Du in der Regel jeweils drei Monate im Voraus. Man kann auch einen 1+1-Vertrag aushandeln, der aber eine höhere Miete mit sich bringen kann.

Es gibt Bestrebungen, Vermieter zur Annahme monatlicher Zahlungen zu bewegen, doch drei Monate sind weiterhin die Norm. Am Jahresende gibt es eine Abnahme, und Du unterschreibst entweder einen neuen Einjahresvertrag oder ziehst aus und bekommst hoffentlich Deine Kaution zurück.

Beim Vertragsabschluss übernimmt oft der Makler die Abwicklung, manchmal triffst Du aber auch den eigentlichen Vermieter. Er erwartet viel Respekt und Wertschätzung, also lächle und sei dankbar, dann hast Du später ein besseres Verhältnis zu ihm. Du legst Deinen Reisepass vor, und er macht Kopien.

Verträge sind oft zweisprachig, aber rechtlich gilt nur die chinesische Fassung. Bitte deshalb am besten einen versierten chinesischen Freund oder Kollegen, vorher einen Blick darauf zu werfen. Du gehst durch die Wohnung, prüfst die Möbelliste und kontrollierst die Wasser-, Strom- und Gaszähler.

Das alles geht schnell. Meist beginnt man ein bis zwei Wochen vor dem geplanten Umzug mit der Suche. Sobald Du eine Wohnung gefunden hast, die Dir gefällt, erwarten Makler und Vermieter, dass Du sofort unterschreibst und einziehst.

Gute Angebote sind schnell weg, also lohnt es sich nicht, schon einen Monat im Voraus zu besichtigen.

Wohnsitzanmeldung

Die Wohnsitzanmeldung ist für Dein Visum erforderlich und gilt für jeden Ausländer in Peking. Du musst sie häufig erledigen, etwa bei der Wiedereinreise, einem Umzug oder einem neuen Visum. Du musst also rechtmäßig in Deiner Wohnung leben, und Dein Name muss im Vertrag stehen.

Sorge dafür, dass der Vermieter weiß, dass Du Dich anmelden wirst, und dass er rechtlich befugt ist, an Dich zu vermieten.

Streitigkeiten sollten im Gespräch zwischen Makler, Vermieter und Dir geklärt werden. Lassen sie sich nicht lösen, kann man Anzeige erstatten, die Polizei wird aber sagen, dass es eine zivilrechtliche Angelegenheit ist, und Du musst auf eigene Kosten rechtlich dagegen vorgehen. Es gibt viele englischsprachige Anwälte in Peking.

Der China Law Blog ist eine hervorragende Quelle für juristische Informationen und Ratschläge.

Deine Mieterrechte nach den Wohnraummiet-Vorschriften von 2025

Du hast mehr rechtlichen Rückhalt, als Du denkst. Chinas landesweite Wohnraummiet-Vorschriften (Housing Rental Regulations) gelten seit dem 15. September 2025 auch für Stadtwohnungen und decken die Punkte ab, über die sich Pekinger Mieter am häufigsten streiten. (Geprüft im Oktober 2026.)

  • Unterschreibe mit Deinem echten Namen. Du und der Vermieter nutzt im Mietvertrag Eure echten Namen. Du zeigst dem Vermieter Deinen Ausweis, und er darf jeden ablehnen, der das nicht tut.
  • Lass Dir die Papiere des Vermieters zeigen. Der Vermieter muss seinen Ausweis und die Eigentumsurkunde oder einen anderen Nachweis seines Rechts zur Vermietung vorlegen. Außerdem muss er Dir erlauben, die Angaben zu prüfen.
  • Lass die Kautionsbedingungen in den Vertrag schreiben. Im Vertrag müssen Kautionshöhe, Rückzahlungszeitpunkt und zulässige Abzüge stehen. Außerhalb der im Vertrag genannten Fälle braucht der Vermieter einen triftigen Grund für Abzüge.
  • Der Vermieter meldet den Vertrag an. Dein Vermieter muss ihn bei der örtlichen Wohnungsbehörde registrieren, und die Behörde darf dafür nichts verlangen. Tut er es nicht, kannst Du den Vertrag selbst anmelden.
  • Keine unangekündigten Besuche. Der Vermieter darf die Wohnung nicht ohne Deine Zustimmung betreten, es sei denn, das Gesetz erlaubt es. Er darf Dich auch nicht mit Drohungen oder Gewalt zum Auszug drängen und muss Dir angemessen Zeit zum Ausziehen lassen.
  • Zahle an den Vermieter, nicht an den Makler. Makler und Online-Plattformen dürfen Miete oder Kaution weder einziehen noch weiterleiten. Makler müssen ihre Gebühren außerdem offenlegen und dürfen keine nicht aufgeführten Kosten aufschlagen.

So sieht das in der Praxis aus: Angenommen, Deine Wohnung kostet 8.000 RMB im Monat bei einem 1+2-Vertrag. Deine Kaution beträgt 8.000 RMB, und im Vertrag sollte stehen, wann Du sie zurückbekommst. Frag nach einem konkreten Datum, etwa 14 Tage nach der Schlüsselübergabe.

Lass jedes Versprechen in den Vertrag schreiben. Die Vorschriften verlangen die Kautionsbedingungen im Mietvertrag, ein mündliches Versprechen des Maklers hilft Dir im Streitfall also nicht. Denk daran, dass die chinesische Fassung die rechtlich gültige ist, und lass die Kautionsklausel von jemandem prüfen, der sie lesen kann.

Wohnsitz bei der Polizei in Peking anmelden

Das kannst Du nicht überspringen. Ausländer, die nicht in einem Hotel wohnen, müssen sich innerhalb von 24 Stunden nach dem Einzug bei der örtlichen Polizei anmelden. (Geprüft im Oktober 2026.)

  • Wer anmeldet: Du oder die Person, die Dich beherbergt. Bei einer Mietwohnung klärst Du das meist gemeinsam mit Deinem Vermieter.
  • Wo: bei der Polizeistation, die für Deinen Wohnort zuständig ist. Laut den Regeln sind auch eine Polizeidienststelle oder eine Servicestelle für Ausländer möglich.
  • Hotels: Dort erledigt das Hotel die Anmeldung, es wird also erst zu Deiner Aufgabe, wenn Du in eine Wohnung ziehst.
  • Wenn Du es lässt: Es drohen eine Verwarnung und eine Geldstrafe von bis zu 2.000 CNY.

Die Vorschriften von 2025 verpflichten Vermieter außerdem, die Daten der Mieter und aller weiteren Bewohner der Wohnung zu melden. Wundere Dich also nicht, wenn Dein Vermieter gleich am ersten Tag eine Kopie Deines Reisepasses haben möchte.

Nebenkosten

Du zahlst für Wasser, Gas und Strom (das System ist in jedem Gebäude anders). Möglicherweise sind Karten im Spiel, die Du zur Bank oder zum Verwaltungsbüro Deiner Wohnanlage bringst. Frag unbedingt genau nach, wo diese Rechnungen bezahlt werden.

In den meisten Fällen zahlst Du sie aber über WeChat oder Alipay. Für eine kleine Wohnung solltest Du mit etwa 500 bis 800 RMB pro Monat für diese Nebenkosten rechnen.

Die Hausverwaltungsgebühren zahlt der Vermieter, und er sollte auch (angemessene) Reparaturen an der Wohnung bezahlen, wobei es auf Dein Verhandlungsgeschick ankommt. Für einen Stellplatz musst Du eventuell extra zahlen, frag also den Vermieter, wenn Du ein Auto haben willst.

Vorher solltest Du ein chinesisches Bankkonto eröffnet haben, damit Du Nebenkosten per WeChat oder Alipay bezahlen kannst. Das Internet musst Du selbst einrichten, wobei Dein Makler helfen sollte; auch die Hausverwaltung empfiehlt manchmal einen Anbieter und ruft sogar für Dich an, um einen Termin zu machen.

Meist ist Dein Gebäude an China Unicom oder China Mobile angeschlossen, und die Installation des Routers dauert etwa 30 Minuten.

Bonus-Tipp: Lade Dir VOR dem Umzug nach China ein gutes VPN wie Astrill oder Express herunter und schließe ein Abo ab. Glaub uns, Du wirst es brauchen.

Häufig gestellte Fragen

Wie hoch ist die Kaution bei einer Mietwohnung in Peking?

Die meisten Verträge folgen dem Muster 1+2: eine Monatsmiete als Kaution und zwei Monatsmieten im Voraus. Die Höhe vereinbarst Du mit dem Vermieter. Nach den Vorschriften von 2025 muss sie im Vertrag stehen, ebenso wie der Rückzahlungszeitpunkt und die Fälle, in denen der Vermieter etwas abziehen darf.

Muss ich mich beim Mieten in Peking bei der Polizei anmelden?

Ja. Ausländer, die nicht im Hotel wohnen, müssen innerhalb von 24 Stunden nach dem Einzug bei der örtlichen Polizeistation angemeldet werden, entweder durch sie selbst oder durch die Person, die sie beherbergt. Wer es unterlässt, riskiert eine Verwarnung und eine Geldstrafe von bis zu 2.000 CNY.

Darf ein Makler in Peking meine Miete oder Kaution entgegennehmen?

Nein. Nach den Wohnraummiet-Vorschriften von 2025 dürfen Maklerbüros und Online-Inserateplattformen Miete oder Kaution nicht für Dich einziehen oder weiterleiten. Zahle direkt an den Vermieter und bewahre die Quittung auf.

Muss mein Vermieter den Mietvertrag anmelden?

Ja. Der Vermieter muss den Vertrag bei der örtlichen Wohnungsbehörde registrieren, und die Behörde darf dafür keine Gebühr verlangen. Tut er es nicht, kannst Du ihn selbst anmelden.

Darf mein Vermieter meine Wohnung ohne Nachfrage betreten?

Nicht ohne Deine Zustimmung, es sei denn, das Gesetz erlaubt es. Die Vorschriften verbieten es Vermietern außerdem, Dich mit Drohungen oder Gewalt zum Auszug zu zwingen. Bei einem Streit ist unser Ratgeber zu einer Anwaltskanzlei in Peking ein guter Ausgangspunkt.

Wen rufe ich an, wenn meine Wohnung in Peking nicht geheizt wird?

Ruf zuerst den Heizungsbetreiber oder den Heizungsansprechpartner Deines Hauses an. Wenn das Problem dadurch nicht behoben wird, wähle Pekings Heizungs-Hotline unter 96069.

Jetzt bist Du dran

Das war’s! Jetzt bist Du bestens gerüstet, um in Peking zu landen und Dein perfektes Zuhause zu suchen. Ich weiß, dieser Guide ist lang und detailliert, aber speichere ihn Dir als Lesezeichen, dann wird er Dir bei Deinem spannenden China-Abenteuer sicher gute Dienste leisten.

China ist ein großartiger Ort zum Leben. Ich habe dort 16 Jahre verbracht und vermisse es noch immer jeden Tag.

Quellen

Phoebe reist seit zwanzig Jahren durch Asien und hat mehr als zehn Jahre in China gelebt. Sie ist eine vielseitige Autorin, Künstlerin und Fotografin. Heute lebt sie in Thailand, wo sie ihre Zeit mit Malen, Schreiben, Designen, dem Beobachten von Fischen und dem Fotografieren von allem, was ihr ins Auge fällt, verbringt.
Sponsored
Questions About This Article?
Please post them in our Reddit community at /r/expatden.