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Du suchst eine Nanny in Singapur? Hier erfährst Du, welche Arten von Nannys es gibt, wie Du jemanden findest, was die Betreuung kostet und worauf Du vor der Entscheidung achten solltest.
In Singapur gehört eine Nanny für viele Familien zum Alltag, und zwar nicht nur bei Expats, sondern auch bei Einheimischen. Ich bin selbst Singapurer und mit Nannys aufgewachsen, obwohl meine Familie nicht reich ist.
Weil das Leben in Singapur so schnell getaktet ist, holen sich viele Haushalte mit Kindern zusätzliche Unterstützung ins Haus, vor allem wenn beide Eltern arbeiten oder ein Elternteil allein erzieht.
Die richtige Nanny kann Deinen Alltag spürbar entlasten. Gleichzeitig ist die Wahl eine wichtige Entscheidung, denn sie prägt die Entwicklung und die täglichen Erfahrungen Deines Kindes mit.
Es versteht sich fast von selbst: Eine gute Wahl braucht gründliche Recherche, Überlegung und Aufmerksamkeit.
In diesem Beitrag stelle ich Dir die verschiedenen Arten von Nannys vor, damit Du nach Deinem Bedarf entscheiden kannst. Außerdem zeige ich Dir gängige Wege, in Singapur eine Nanny zu finden, und was Du vor der Einstellung bedenken solltest.
Contents
Das Wichtigste in Kürze
- Eine Nanny einzustellen ist in Singapur bei Einheimischen wie bei Expat-Familien sehr verbreitet, nicht zuletzt wegen des hektischen Lebenstempos.
- Zur Wahl stehen Live-in-Nannys, Tagesnannys und Migrant Domestic Workers (MDWs).
- Live-in-Nannys und MDWs bieten die meiste Flexibilität und Entlastung, verlangen aber klare Grenzen, passenden Wohnraum und eine langfristige Bindung.
- Eine Tagesnanny passt, wenn Du Unterstützung bei der Kinderbetreuung willst und trotzdem Deine Privatsphäre behalten möchtest; dafür ist sie an feste Zeiten gebunden.
- Die Kosten hängen stark von Art der Betreuung, Erfahrung und Stundenzahl ab, deshalb solltest Du sowohl einmalige als auch laufende Ausgaben einplanen.
- Mit einer lizenzierten Agentur läuft die Suche einfacher und sicherer; wer direkt einstellt, muss Bewerber und Referenzen selbst gründlich prüfen.
- Nimm Dir Zeit für Vorstellungsgespräche und Referenzen und vertraue Deinem Bauchgefühl, denn die richtige Nanny prägt Dein Kind und Deinen Haushalt auf Dauer.
Den eigenen Betreuungsbedarf klären
Wer in Singapur lebt, ob einheimisch oder zugezogen, kennt die Nanny-Suche, und das Angebot ist groß. Nicht jede Familie braucht jedoch dasselbe, deshalb ist der erste Schritt, den tatsächlichen Bedarf Deines Haushalts einzugrenzen.
- Soll jemand bei Dir wohnen und fast den ganzen Tag bei Deinem Kind sein?
- Reicht es, wenn jemand täglich ein paar Stunden aushilft?
- Soll sich die Person ausschließlich um Dein Kind kümmern?
- Wäre Hilfe im Haushalt, etwa beim Kochen und Putzen, ebenfalls nützlich?
Sehen wir uns die gängigen Möglichkeiten an.
Live-in-Nannys
Viele Haushalte entscheiden sich für eine Live-in-Nanny, die fast den ganzen Tag bei Deinem Kind ist. Sie übernimmt alle Aufgaben rund ums Kind oder unterstützt dabei: Füttern, Baden, Spielen, den Weg zur Schule und zurück und vieles mehr.
Da sie bei Dir wohnt, ist sie meist jederzeit verfügbar und bei den Arbeitszeiten flexibel. In Singapur ist das die beliebteste Lösung, gerade für Familien, die verlässliche Hilfe brauchen oder eine feste Rundum-Betreuung für ihr Kind in vertrauter Umgebung bevorzugen.
Vor- und Nachteile von Live-in-Nannys
Eine Live-in-Nanny bringt enormen Komfort, besonders bei langen Arbeitstagen. Weil sie ohnehin im Haus ist, bekommst Du Unterstützung genau dann, wenn Du sie brauchst. Viele Live-in-Nannys bleiben außerdem jahrelang in derselben Familie, sodass Kinder eine feste Bezugsperson haben, die ihre Bedürfnisse, Gewohnheiten und ihren Charakter mit der Zeit gut kennenlernt.
Auf der anderen Seite teilst Du Deine Wohnung mit jemandem, der am Anfang oft ein Fremder aus einem anderen Land ist. Du bist für das Wohlergehen Deiner Nanny mitverantwortlich und musst ihr einen angenehmen Wohnbereich, Mahlzeiten und eine Gesundheitsversorgung bieten.
Dazu kommt die emotionale Seite. Ist jemand ständig um Dein Kind, verschwimmen schnell Abläufe und Erziehungsstile, deshalb sind klare Grenzen entscheidend.
Halte im Arbeitsvertrag außerdem genau fest, was zur Stelle gehört, um Missverständnisse zu vermeiden, vor allem bei freien Tagen, Arbeitszeiten und Aufgaben. In Singapur stellt man eine Vollzeit-Nanny meist als Migrant Domestic Worker (MDW) ein.
Diese MDWs kommen aus dem Ausland, etwa von den Philippinen, aus Indonesien und aus Myanmar (Burma). Weitere vom MOM zugelassene Länder sind Bangladesch, Indien, Sri Lanka, Kambodscha, Malaysia, Hongkong, Macau, Südkorea, Taiwan und Thailand.
Zu Ablauf und Kosten der Einstellung einer MDW kommen wir in einem späteren Abschnitt.
Tagesnannys
Tagesnannys kommen zu vereinbarten Zeiten ins Haus und betreuen Dein Kind. Sie arbeiten tagsüber bei Dir und gehen nach der Schicht wieder nach Hause. Beliebt sind sie bei Familien, die verlässliche Hilfe suchen, aber niemanden im eigenen Zuhause wohnen lassen wollen, oder die jemanden brauchen, der die Kinder zur Schule bringt.
Tagesnannys können Ausländerinnen mit rechtmäßigem Aufenthalt in Singapur sein, meistens sind es aber Singapurerinnen.
Vor- und Nachteile von Tagesnannys
Viele Familien mit moderatem Betreuungsbedarf wählen eine Tagesnanny, weil sie ihre Privatsphäre nicht aufgeben wollen. Nach Schichtende geht die Nanny heim, und Dein Zuhause gehört wieder Dir; beide Seiten haben eine klare Grenze.
Außerdem musst Du Dich nicht um Unterkunft, Verpflegung oder andere Lebenshaltungskosten Deiner Nanny kümmern. Tagesnannys bringen oft solide Berufserfahrung mit und haben nicht selten eigene Kinder, die schon älter sind.
Dafür ist eine Tagesnanny an ihren Zeitplan gebunden und kann kurzfristige Änderungen, späte Abende, Wochenenden oder sehr frühe Morgenstunden oft nicht abdecken. Fällt sie wegen Krankheit oder aus privaten Gründen aus, musst Du mit Unannehmlichkeiten rechnen.
Wer sein Zuhause aber gern für sich haben möchte, ist mit einer Tagesnanny hervorragend beraten.
Geschätzte Kosten einer Tagesnanny
Was eine Tagesnanny kostet, hängt von Erfahrung, Qualifikation, den benötigten Stunden und der Zahl der zu betreuenden Kinder ab.
Als Faustregel verlangen Agenturen und Privatpersonen für die Tagesbetreuung zwischen 20 und 30 S$ pro Stunde. Das ergibt grob 3.600 S$ pro Monat, wenn die Nanny zu den üblichen Arbeitszeiten von 9 bis 18 Uhr an Werktagen da sein soll.
Der Betrag wirkt hoch, was an den hohen Lebenshaltungskosten in Singapur liegt.
So findest Du eine Nanny in Singapur
Eine Nanny ins Haus zu holen ist in Singapur völlig normal, denn in vielen Haushalten arbeiten beide Eltern. Ich selbst bin mit mehreren Live-in-Nannys aufgewachsen, die sich nacheinander um mich kümmerten, weil meine Eltern einen großen Teil des Tages bei der Arbeit waren.
Hier sind einige beliebte Wege, in Singapur eine Nanny zu finden, ob zum Wohnen im Haus oder für tagsüber.
Lokale Nanny-Agenturen nutzen
Eine Tagesnanny findest Du am einfachsten über eine seriöse Nanny-Agentur. Dort gibt es viele qualifizierte, gründlich geprüfte Nannys mit umfangreichen Referenzen. Meist zahlst Du einmalig eine Vermittlungsgebühr und erhältst dafür Profile, aus denen Du eine Auswahl triffst und Vorstellungsgespräche führst.
Das sind einige der bekannten Agenturen in Singapur.
AuntySG – AuntySG wurde 2021 gegründet, ist also eine recht junge Agentur, und hat tausende Nanny-Profile gespeichert. Es gibt mehrere Pakete mit 25 bis 35 S$ pro Stunde, je nach Stundenumfang. Für Feiertage sowie Zeiten vor 8 und nach 18 Uhr fallen Zuschläge an.
NannyPro – NannyPro besteht seit 2004 und ist eine etablierte, vom Ministry of Manpower (MOM) lizenzierte Agentur für Nannys und Kinderbetreuung in Singapur. Die Preise beginnen bei 215 S$ pro Tag für Vollzeit und 105 S$ für Teilzeit.
Babysits – Babysits ist eine etablierte Betreuungsplattform, auf der Du Nanny-Profile durchstöbern, Bewertungen lesen und direkt Nachrichten schreiben kannst, um Hilfe zu vereinbaren. Alle registrierten Nannys haben verifizierte Profile, Bewertungen, Referenzen und ein polizeiliches Führungszeugnis.
Selbst einstellen
Wer lieber direkt mit Einzelpersonen arbeitet, kann eine Nanny auch über Online-Plattformen wie soziale Netzwerke und Foren finden.
In Singapur gibt es viele Facebook-Gruppen für Eltern, in denen sowohl Nannys auf Jobsuche als auch Eltern mit Betreuungsbedarf posten. Du kannst mit möglichen Kandidatinnen direkt schreiben, mehr über Hintergrund und Lebensstil erfahren und vor dem Treffen ein Gefühl für die Person bekommen.
Referenzen sind bei der Direkteinstellung unverzichtbar, denn Du trägst den gesamten Prozess allein: Auswahl, Überprüfung und die endgültige Einstellung. Sprich mit früheren Arbeitgebern und versuche wirklich, die Person kennenzulernen, der Du Dein Kind anvertraust.
Recherchiere gründlich, aber vertraue auch Deinem Instinkt. Die Entscheidung ist enorm wichtig, und Du darfst Dir dafür Zeit lassen.
Eine Nanny aus der Heimat mitbringen
Auch das ist möglich. Ich kenne sogar viele Familien, die ihre Nanny aus der Heimat mit nach Singapur nehmen, ihr Gehalt erhöhen, eine Krankenversicherung abschließen, das Visum organisieren und so weiter.
Das funktioniert über das Migrant-Domestic-Worker-Programm, das im nächsten Abschnitt beschrieben wird.
Eine Migrant Domestic Worker (MDW) einstellen
In Singapur ist es üblich, eine Vollzeit-Haushaltshilfe zu beschäftigen, die im Haus wohnt: eine Migrant Domestic Worker (MDW), auch „Helper“ genannt. Ein großer Vorteil: Neben der Kinderbetreuung übernimmt sie auch einen Großteil der übrigen Hausarbeit wie Putzen und Kochen.
Dagegen musst Du eine neue Kraft ohne Erfahrung komplett einarbeiten und Dich daran gewöhnen, dass rund um die Uhr jemand bei Dir zu Hause ist. Hinzu kommen strenge Vorgaben des Ministry of Manpower zu Gehalt, Ruhetagen, Versicherung und Unterbringung.
Hast Du bereits eine Nanny, die Du mitbringen möchtest, kannst Du die ersten Schritte überspringen. Die übrigen Pflichten bleiben aber: Programme besuchen, die Arbeitserlaubnis beantragen, die Kaution hinterlegen und die ärztliche Untersuchung veranlassen.
Schritt für Schritt zur Migrant Domestic Worker
Hast Du noch keine Nanny und willst eine MDW einstellen, gehst Du so vor.
- Agentur oder Direkteinstellung: Die meisten Familien wählen eine lizenzierte Agentur, weil sie Auswahl, Vermittlung, Papierkram und Schulung übernimmt. Direkt einzustellen ist ebenfalls möglich, dann musst Du aber alles selbst organisieren, vom Vorstellungsgespräch bis zu den Eingaben beim MOM.
- Vorstellungsgespräch: Triff Dich möglichst persönlich oder per Videoanruf. Frag nach bisherigen Erfahrungen und vertraue Deinem Bauchgefühl, denn die Person soll viele Jahre Teil Deines Zuhauses sein.
- Referenzen prüfen: Schau Dir nach Möglichkeit den Werdegang der Kandidatin an und sprich mit früheren Arbeitgebern.
- Employers’ Orientation Programme (EOP) besuchen: Stellst Du zum ersten Mal eine MDW ein, musst Du vor dem Antrag auf die Arbeitserlaubnis das EOP absolvieren. Es dauert etwa drei Stunden und kostet online 35 S$.
- Arbeitserlaubnis beantragen: Hast Du Dich entschieden, beantragst Du ihre Arbeitserlaubnis und holst die In-Principle Approval (IPA) ein, damit sie nach Singapur einreisen darf.
- Kaution und Versicherung: Bevor Deine Helferin anfängt, musst Du eine Sicherheitskaution hinterlegen sowie eine Kranken- und Unfallversicherung für sie abschließen.
- Gesundheitscheck und Settling-In Programme: MDWs, die zum ersten Mal in Singapur arbeiten, brauchen außerdem einen Gesundheitscheck und müssen innerhalb von 7 Tagen nach ihrer Ankunft das eintägige Settling-In Programme (SIP) besuchen.
- Unterkunft vorbereiten: Richte den Wohnbereich Deiner MDW ein und stelle sicher, dass er alle Vorgaben des Ministry of Manpower erfüllt.
Geschätzte Kosten
Für die Einstellung einer MDW fallen zu Beginn erhebliche Kosten an, vor allem über eine lizenzierte Agentur. Die Tabelle zeigt grobe Richtwerte.
| Posten | Geschätzte einmalige Kosten (SGD) |
| Vermittlungsgebühr der Agentur | 1.000 bis 3.000 S$ |
| Settling-In Programme | 200 bis 500 S$ |
| Arbeitserlaubnis | 100 S$ |
| Kaution beim MOM | 5.000 S$ |
| Versicherung | 500 bis 800 S$ |
| Sonstige Verwaltungskosten | 200 bis 500 S$ |
Zusätzlich zu diesen einmaligen Kosten kommen laufende monatliche Ausgaben.
| Posten | Geschätzte monatliche Kosten (SGD) |
| Gehalt | 600 bis 1.000 S$ |
| Abgabe (Levy) | 300 S$ pro Monat (60 S$ bei Anspruch auf die Ermäßigung) |
| Lebenshaltung (Essen, Transport, Handy, Nebenkosten) | 200 bis 400 S$ |
| Halbjährlicher Gesundheitscheck | 40 bis 70 S$ |
Bedenke, dass die Gehaltserwartungen steigen. Laut Diskussionen in der Expat-Community 2026 verdienen vertrauenswürdige, erfahrene MDWs häufig 850 SGD im Monat oder mehr, und Helferinnen, die schon seit Jahren in derselben Familie arbeiten, bekommen oft 1.000 SGD oder mehr. Plane entsprechend, wenn Du eine gute Helferin langfristig halten willst.
Eine MDW einzustellen ist für junge Familien ein sehr verbreiteter Weg, bei Kinderbetreuung und Haushalt Unterstützung zu bekommen. Prüfe und wähle Deine Hilfe aber sorgfältig aus, denn die Erfahrung mit einer MDW kann die frühe Kindheit stark prägen.
Bedenke auch: Für viele MDWs ist es das erste Mal, dass sie ihr Heimatland verlassen und ohne Familie und Freunde in ein völlig fremdes Land reisen. Das kann verunsichern und enorm belasten.
Ich selbst bin mit mehreren MDWs aufgewachsen, weil meine Eltern beide arbeiteten. Manche haben mein Leben deutlich positiv beeinflusst, andere haben mich leicht belastet, weil ihnen die Eingewöhnung in Singapur schwerfiel und sie psychische Probleme hatten.
Eine nahe Verwandte dagegen hat eine MDW, die schon im 12. Jahr bei ihr ist und nicht ans Gehen denkt. Sie ist ein unverzichtbarer Teil des Haushalts und wird fast wie ein Familienmitglied geschätzt. Jede Situation ist anders, und ich wünsche Dir und Deinem Kind die passende MDW.
Jetzt bist Du dran
Der Umzug nach Singapur mit Kindern ist kein Spaziergang, erst recht nicht neben einem Vollzeitjob. Ob Vollzeit oder Teilzeit, im Haus oder tagsüber: Ich hoffe, Du findest die Unterstützung, die Du im Haushalt brauchst.
Viel Erfolg!





