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Wer neu als Expat in Singapur ankommt oder bald dorthin zieht, sollte sich früh um ein Bankkonto vor Ort kümmern.
Mit einem lokalen Konto kann Dein Arbeitgeber Dein Gehalt unkompliziert überweisen, und Du sparst Gebühren, etwa für Abhebungen oder Währungsumrechnungen, die bei einer ausländischen Bank anfallen würden.
Singapur ist ein riesiger Finanzplatz, entsprechend groß ist die Auswahl an guten Banken. Die meisten nehmen zum Glück auch Expats auf, und die Kontoeröffnung ist unkompliziert, sobald man den Ablauf kennt.
In diesem Leitfaden erfährst Du, welche Banken für Expats in Singapur am besten geeignet sind, welche Voraussetzungen für die Kontoeröffnung gelten und vieles mehr.
Contents
- Wichtige Erkenntnisse
- Voraussetzungen
- Welche Bank wählen?
- Banken in Singapur
- Wichtige Banken in Singapur im Vergleich
- Welche Kontoarten gibt es?
- Ist Dein Geld geschützt? Die Einlagensicherung in Singapur
- So eröffnest Du ein Bankkonto
- Die besten Banken für Expats in Singapur
- Mit dem Bankkonto bargeldlos bezahlen
- Dein Konto vor Betrug schützen
- Die beste Bank für internationale Überweisungen
- Tipps für eine reibungslose Kontoeröffnung in Singapur
- Was ist das Besondere am Bankwesen in Singapur?
- FAQ
- Jetzt bist Du dran
- Verwendete Quellen
Wichtige Erkenntnisse
- In Singapur gibt es viele lokale und internationale Banken, die meisten Expats entscheiden sich aber für eine der drei großen: DBS, OCBC oder UOB.
- In der Regel musst Du in Singapur arbeiten oder studieren, um ein Bankkonto eröffnen zu können.
- Am häufigsten werden Girokonten, Sparkonten, Festgeldkonten und Fremdwährungskonten angeboten.
- Ein Konto lässt sich online eröffnen (bei Banken, die das für Ausländer anbieten) oder persönlich vor Ort. Bring in jedem Fall Deinen Ausweis und die nötigen Unterlagen mit.
Voraussetzungen
Für die Kontoeröffnung gelten in Singapur recht strenge Vorgaben.
Als Expat brauchst Du in der Regel einen langfristigen Aufenthaltstitel, zum Beispiel einen Employment Pass, S Pass, Dependent Pass oder Student Pass, um hier ein Bankkonto eröffnen zu können.
Wenn Du länger bleiben willst, wirf einen Blick in unseren Leitfaden zur Permanent Residence in Singapur. Inhaber einer PR unterliegen bei Bankgeschäften meist weniger Einschränkungen als Pass-Inhaber.
Außerdem musst Du einen Nachweis Deines Wohnsitzes in Singapur vorlegen.
Darüber hinaus gilt:
- Wer hier arbeitet, braucht in der Regel eine Arbeitsbescheinigung des Arbeitgebers.
- Wer in Singapur studiert, benötigt ein Schreiben der Schule oder Universität.
Ohne langfristiges Visum für Singapur ist die Kontoeröffnung also sehr schwierig.
Eine Ausnahme kann sein, dass Du bereits Kunde der Bank bist. Das funktioniert im Allgemeinen nur bei internationalen Banken, die sowohl in Deinem Heimatland als auch in Singapur vertreten sind.
Kurz gesagt: Mit einem langfristigen Visum ist die Kontoeröffnung in Singapur unkompliziert. Ohne wird es schwierig.
Welche Bank wählen?
Bei über 200 Banken in Singapur ist es ohne Orientierung nicht leicht, die passende zu finden.
Diese Kriterien helfen Dir als Expat, die richtige Bank für Dich zu bestimmen.
Standort
Wenn Du in Singapur eine Wohnung mietest, schau zuerst, welche Banken in der Nähe Deiner Wohnung oder Deines Arbeitsplatzes liegen. Meist sind es mehrere, da die Filialen in Singapur oft dicht beieinander liegen. Notiere Dir alle Optionen, um sie später genauer zu vergleichen.
Die Bank, bei der Du das Konto eröffnest, wird Deine Stammfiliale. Dort erledigst Du später den Papierkram oder löst das Konto wieder auf.
Liegt die Filiale in der Nähe, sind Bankbesuche deutlich bequemer.
Verfügbarkeit von Geldautomaten
Auch die Zahl der Geldautomaten spielt eine Rolle. Zwar wird Singapur immer bargeldloser und die meisten Dinge lassen sich per QR-Code bezahlen, trotzdem musst Du ab und zu Bargeld am Automaten abheben.
Auch wenn eine Bank eine Filiale in der Nähe Deiner Wohnung oder Deines Arbeitsplatzes hat, heißt das nicht, dass sie landesweit Geldautomaten betreibt. Unterwegs kann es dann mühsam werden, an Bargeld zu kommen.
Die meisten Banken geben auf ihren Websites die Zahl und die Standorte ihrer Filialen und Geldautomaten an (mehr dazu in unserem Ratgeber zum Geldabheben an Geldautomaten in Singapur). Prüfe das, bevor Du Deine Auswahl eingrenzt.
In einer Großstadt ist das kaum ein Problem. Wer aber auf dem Land wohnt, sollte die Standorte der Geldautomaten trotzdem kennen.
Manchmal kannst Du sogar die Automaten mehrerer Banken nutzen. Zwei der größten Banken in Singapur, DBS und POSB, gehören zusammen: DBS ist Eigentümerin von POSB, deshalb kannst Du als Kunde der einen oder der anderen Bank beide Automatennetze nutzen. Das erweitert den Zugang zu den Leistungen beider Banken und macht den Zugriff auf Dein Geld deutlich bequemer.
Angebotene Leistungen
Schließlich solltest Du prüfen, ob das Leistungsangebot der Bank zu Deinem Bedarf passt. Manche Banken bieten nur das Nötigste, etwa Giro- und/oder Sparkonten. Dafür fallen meist kaum oder gar keine Gebühren an, was für alle mit einfachen Ansprüchen von Vorteil ist.
Wenn Du dagegen in Singapur arbeitest und komplexere Bankgeschäfte brauchst, etwa Geldanlagen in größerem Stil oder Firmenkonten, brauchst Du eine Bank mit vollem Leistungsspektrum.
Schreib Dir auf, was Du von einer Bank erwartest, zum Beispiel einen Kundenservice rund um die Uhr oder ein gebührenfreies Girokonto. So findest Du die Bank, die zu Dir passt.
Banken in Singapur
Es gibt in Singapur viele Banken. Wir stellen Dir die wichtigsten vor, damit Du leichter die passende findest.
Lokale Banken
Ein Konto bei einer lokalen Bank lohnt sich oft, denn lokale Banken haben in der Regel die meisten Filialen im ganzen Land.
In Singapur gibt es fünf lokal gegründete Banken.
Bank of Singapore
Die Bank of Singapore ist die Private-Banking-Tochter der OCBC Bank (mehr dazu weiter unten). Sie betreut vor allem vermögende Privatpersonen und Familien in ganz Asien.

Weil die Zielgruppe so speziell ist, gibt es im ganzen Land nur eine einzige Filiale: die Firmenzentrale.
DBS Bank Limited
Die DBS Bank gehört zu den drei singapurischen Großbanken (neben OCBC und UOB) und ist bei Expats entsprechend beliebt.

DBS ist die größte Bank Südostasiens. Mit über 150 Filialen allein in Singapur findest Du fast immer eine in der Nähe. Das Angebot für Privat- und Firmenkunden deckt praktisch jeden Bedarf ab.
POSB
POSB ist die älteste lokale Bank Singapurs und wurde 1877 gegründet. 1998 wurde sie von DBS übernommen, weshalb Kunden beider Banken bei Bedarf wahlweise einen DBS- oder einen POSB-Automaten nutzen können.

POSB bietet einfache, günstige Konten an. Das ist eine gute Wahl für Studierende oder für Expats, die nur ein Konto für den Gehaltseingang brauchen.
OCBC Bank
Auch die OCBC Bank gibt es schon lange. Sie entstand aus dem Zusammenschluss dreier lokaler Banken: der Chinese Commercial Bank Limited, der Ho Hong Bank Limited und der Oversea-Chinese Bank Limited.

Sie ist die zweitgrößte Bank Südostasiens und betreibt über 30 Filialen in Singapur. Bei OCBC kannst Du zum Beispiel Fremdwährungs-Sparkonten oder Devisengeschäfte nutzen.
United Overseas Bank (UOB) Limited
Die United Overseas Bank, besser bekannt als UOB, ist die viertgrößte Bank Südostasiens und hat 68 Filialen in Singapur.

Bei Expats ist sie beliebt, weil sie für private Bankdienstleistungen wie ein Giro- oder Sparkonto niedrige Gebühren verlangt.
Internationale Banken
Auch internationale Banken sind in Singapur gut vertreten.
Hast Du bereits ein Konto in Deinem Heimatland, kannst Du Dein Geld womöglich leichter zu einer Filiale in Singapur übertragen, sofern es dort eine gibt.
Internationale Banken haben in Singapur allerdings weniger Filialen als lokale Banken, sodass der Zugriff auf Dein Geld unter Umständen weniger bequem ist.
Hier sind einige der beliebtesten internationalen Banken in Singapur.
Citibank
Die Citibank war 1902 die erste US-Bank mit einer Filiale in Singapur. Es gibt nur eine einzige Filiale, und zwar in Jurong East. Dafür teilt sich die Citibank mit anderen internationalen Banken wie HSBC, Maybank, Bank of China und Standard Chartered das Geldautomatennetz ATM5.

So kommst Du an jedem Automaten des Netzes an Dein Geld und musst nicht jedes Mal nach Jurong fahren, wenn Du etwas abheben oder einzahlen willst.
HSBC
Die HSBC ist eine britische Bank und die größte Bank Europas. Sie ist seit 1877 in Singapur vertreten und hat heute sechs Filialen.

Außerdem gehört HSBC zum ATM5-Netz und bietet Dir damit Zugang zu über 200 Geldautomaten auf der ganzen Insel.
Maybank
Die Maybank ist die größte Bank Malaysias, wurde aber 1960 von einem singapurischen Geschäftsmagnaten gegründet. Sie bietet Privatkundengeschäft, Private Wealth Management und Dienstleistungen für kleine und mittlere Unternehmen.

Mit 17 Filialen in Singapur und Zugang zum ATM5-Netz ist sie eine praktische Wahl, besonders für Malaysier, die in Singapur leben.
Standard Chartered
Standard Chartered ist ebenfalls eine britische Bank und seit 1859 in Singapur aktiv. Sie hat 11 Filialen und 21 Geldautomaten im Land und ist ebenfalls an das ATM5-Netz angeschlossen.

Standard Chartered ist für nachhaltige und innovative Bankdienstleistungen bekannt und bietet 13 verschiedene Kontotypen zur Auswahl.
Bank of China
Die Bank of China ist eine chinesische Bank, die 1936 ihre erste Filiale in Singapur eröffnete. Heute gibt es dort 12 Filialen, und auf Dein Konto kannst Du über das ATM5-Netz zugreifen.

Die Bank of China bietet Dienstleistungen für Firmen- und Privatkunden, etwa Privatkredite und Vermögensverwaltung.
State Bank of India
Die State Bank of India ist eine indische Bank und hat in Singapur nur fünf Filialen.

Du kannst zwar über das ATM5-Netz auf Dein Geld zugreifen, aber die State Bank of India ist in Singapur vor allem dann sinnvoll, wenn Du dort bereits Kunde bist.
RHB Bank
Die RHB Bank ist eine weitere malaysische Bank. Sie hat nur vier Filialen in Singapur und lediglich zwei Geldautomaten, sodass der Zugriff auf Dein Geld unterwegs schwieriger sein kann.

Dafür bietet die Bank Leistungen für Privat- und Firmenkunden sowie einen Premier-Service und eignet sich damit gut für vermögende Kunden.
Wichtige Banken in Singapur im Vergleich
| Bank | Viele Filialen und Geldautomaten | Volles Leistungsspektrum | Attraktive Zinsen* | Internationale Präsenz |
|---|---|---|---|---|
| Bank of Singapore | Ja (Private-Banking-Filialen) | Ja (Schwerpunkt Vermögensverwaltung) | Ja (auf Vermögende ausgerichtet) | Ja (globaler Vermögensstandort) |
| DBS / POSB | Ja (größtes lokales Geldautomatennetz) | Ja (umfassend) | Ja (z. B. Multiplier) | Ja (regionale Präsenz) |
| OCBC | Ja (dichtes lokales Netz) | Ja (volles Angebot) | Ja (Aktionszinsen auf Sparkonten) | Ja (regionale Präsenz) |
| UOB | Ja (68 Filialen im Land) | Ja (breites Angebot) | Ja (teils gestaffelte Angebote) | Ja (19+ Länder) |
| Citibank (QFB) | Wenige Filialen; nutzt das atm⁵-Netz | Ja (volles Angebot) | Ja (ausgewählte Produkte) | Ja (weltweit) |
| HSBC (QFB) | Wenige Filialen; nutzt das atm⁵-Netz | Ja (volles Angebot) | Ja (globale Produkte) | Ja (weltweit) |
| Maybank (QFB) | Wenige Filialen; nutzt das atm⁵-Netz | Ja (volles Angebot) | Ja (abhängig von Aktionen) | Ja (regional) |
| Standard Chartered (QFB) | Wenige Filialen; nutzt das atm⁵-Netz | Ja (volles Angebot) | Ja (globale Produkte) | Ja (weltweit) |
| Bank of China (QFB) | Wenige Filialen; nutzt das atm⁵-Netz | Ja (volles Angebot) | Ja (je nach Konto unterschiedlich) | Ja (weltweit) |
| State Bank of India (QFB) | Wenige Filialen; nutzt das atm⁵-Netz | Ja (volles Angebot) | Ja (unterschiedlich) | Ja (indische Staatsbank) |
| RHB Bank (Malaysia) | Ja (wenige Filialen/Geldautomaten) | Ja (volles Angebot) | Ja (je nach Angebot) | Ja (Südostasien) |
Hinweis: Das ATM⁵-Netz ist ein gemeinsames System, mit dem Kunden teilnehmender ausländischer Banken (wie Citibank, HSBC, Maybank, Standard Chartered, Bank of China und State Bank of India) an jedem Geldautomaten des Netzes in ganz Singapur kostenlos Bargeld abheben können.
Welche Kontoarten gibt es?
Jede Bank gestaltet ihre Konten ein wenig anders. Diese Kontoarten findest Du aber bei den meisten Banken in Singapur.
Girokonten (Current Accounts)
Current Accounts entsprechen den Girokonten (in anderen Ländern „Checking Accounts“) und dienen in der Regel dem alltäglichen Zahlungsverkehr.
Du kannst darüber einkaufen, Rechnungen begleichen, Geld überweisen oder die Hypothek bezahlen, falls Du in Singapur eine Eigentumswohnung kaufst.
Zu einem Girokonto gehört meist eine Debitkarte, mit der Du im Laden bezahlen oder am Automaten Geld abheben kannst.
Weil es ein Konto für den Alltag ist, wird es in der Regel nicht verzinst. Für große Summen, die lange liegen sollen, eignet es sich daher nicht.
Oft musst Du außerdem einen Mindestbetrag auf dem Konto halten, um Gebühren zu vermeiden.
Beim UOB One Account musst Du zum Beispiel im Monatsdurchschnitt 1.000 SGD auf dem Konto haben, sonst fällt jeden Monat eine Gebühr von 5 SGD an. Berücksichtige diesen Mindestbetrag bei der Kontowahl, damit Du ihn auch erreichst.
Sparkonten
Wenn Du Geld zurücklegen und Zinsen bekommen möchtest, ist ein Sparkonto die bessere Wahl. Leg Deine Notreserve dort an, dann kommst Du gar nicht erst in Versuchung, sie auszugeben.
Der Basiszins auf normalen Sparkonten ist in Singapur zwar meist niedrig, bringt aber immer noch etwas mehr als ein Girokonto.
Viele Banken in Singapur bieten auch Sparkonten mit höheren Zinsen an. Bei Maybank gibt es zum Beispiel das Save Up Account, auf dem Du zusätzlich zum Basiszins Bonuszinsen bekommst, wenn Du die Bedingungen erfüllst. Die Bonuszinsen ändern sich oft, schau also in die aktuelle Zinstabelle der Bank.
Für diese Konten gelten allerdings meist strengere Voraussetzungen, etwa höhere Mindest- und Anfangseinlagen.
Festgeldkonten
Eine weitere Kontoart in Singapur ist das Festgeld. Damit legst Du Dein Geld über einen längeren Zeitraum an und lässt es wachsen.
Der Zinssatz hängt davon ab, wie viel Geld Du anlegst und wie lange Du es sperrst.
Beim DBS Fixed Deposit Account steigt der Zinssatz für Einlagen von 1.000 bis 9.999 SGD mit der Laufzeit: Ein Festgeld über 12 Monate bringt also mehr als eines über einen Monat. Die Zinsen werden häufig angepasst, vergleiche deshalb die aktuellen Tafelzinsen der Banken, bevor Du Dich festlegst.
Achte bei der Wahl der Bank für ein Festgeldkonto in Singapur auf den Zinssatz für den Betrag, den Du anlegen willst, und darauf, wie flexibel das Konto ist.
Die meisten Banken erlauben es, das Geld bei Bedarf vorzeitig abzuheben, allerdings fällt dann unter Umständen eine Strafgebühr an.
Fremdwährungskonten (Multi-Currency Accounts)
Bei Expats in Singapur sind Multi-Currency Accounts besonders beliebt.
Auf solchen Konten kannst Du verschiedene Währungen halten, ohne sie sofort in Singapur-Dollar umtauschen zu müssen.
Das lohnt sich für Expats, die in unterschiedlichen Währungen bezahlt werden, denn andere Konten rechnen Dein Geld automatisch in Singapur-Dollar um.
Ist der Wechselkurs gerade ungünstig, verlierst Du dabei Geld.
Nicht jede Bank in Singapur bietet diese Kontoart an, UOB, OCBC, DBS, POSB, HSBC, Citibank und Standard Chartered aber schon.
Ist Dein Geld geschützt? Die Einlagensicherung in Singapur
Ja, aber nur bis zu einer Obergrenze. Fällt eine Bank aus, die am Einlagensicherungssystem teilnimmt, erstattet die Singapore Deposit Insurance Corporation (SDIC) versicherte Einlagen bis zu 100.000 SGD pro Einleger und Bank. (Stand der Prüfung: Oktober 2026.)
Für Expats sind ein paar Details wichtig:
- Die Grenze gilt pro Bank, nicht pro Konto. Drei Konten bei DBS teilen sich eine Grenze von 100.000 SGD, Konten bei DBS und OCBC sind dagegen getrennt abgesichert.
- Spar-, Giro- und Festgeldkonten sind abgedeckt.
- Fremdwährungseinlagen sind nicht abgedeckt. Das Gleiche gilt für strukturierte Einlagen, Dual Currency Investments und andere Anlageprodukte.
Wer hohe Beträge in US-Dollar oder anderen Währungen auf einem Multi-Currency Account hält, hat dieses Geld also außerhalb des Schutzes. Verteilst Du große Singapur-Dollar-Guthaben auf mehrere Banken, ist insgesamt mehr davon abgesichert.
So eröffnest Du ein Bankkonto
Ein Bankkonto in Singapur zu eröffnen, wirkt als Expat vielleicht kompliziert, ist aber ziemlich einfach, wenn Du diese Schritte befolgst. Das gilt besonders, wenn Du in Singapur arbeitest.
Unterlagen bereithalten
Hast Du Dich für eine Bank entschieden, halte Deine Unterlagen bereit, damit der Termin möglichst reibungslos läuft.
Jede Bank verlangt etwas andere Dokumente, in den meisten Fällen werden aber diese gefordert:
- Identitätsnachweis, etwa Reisepass oder Personalausweis
- Wohnsitznachweis, zum Beispiel Mietvertrag oder Rechnungen auf Deinen Namen
- Dein Arbeitsvisum, etwa ein Employment Pass, S Pass, Dependent Pass oder Student Pass
- Arbeitsbescheinigung des Arbeitgebers
- ausgefüllte Formulare der Bank, sofern sie online verfügbar sind
Zur Bank gehen
Als Nächstes gehst Du zur Bank und eröffnest Dein Konto.
Eventuell brauchst Du einen Termin. Den kannst Du meist online, telefonisch oder direkt in der Filiale buchen.
Neuankömmlinge berichten in Expat-Foren in Singapur, dass Filialtermine bei DBS, OCBC und UOB schon mal ein bis zwei Wochen im Voraus ausgebucht sind. Buch Deinen Termin also frühzeitig. Außerdem raten sie, eine lokale Handynummer und einen Mietvertrag dabeizuhaben, denn manche Filialen weisen Antragsteller ab, die keine lokale Adresse und Telefonnummer vorweisen können.
Manche Banken nehmen auch Kunden ohne Termin an, dann musst Du aber eine Nummer ziehen und warten, bis ein Schalter frei wird.
Sitzt Du dann bei einem Bankberater, prüft dieser Deine Unterlagen und fragt eventuell nach weiteren Angaben. Danach erstellt er einen Vertrag zum Unterschreiben und nimmt gegebenenfalls Deine Fingerabdrücke auf, um Deine Identität zu bestätigen.
Kontokarte und Bankkarte erhalten
Nach der Kontoeröffnung bekommst Du ein Scheckbuch und eine Bankkarte entweder direkt vor Ort, oder Du musst sie ein paar Tage später in der Filiale abholen.
Hast Du beides, kannst Du die Karte aktivieren, Deine PIN festlegen und die Leistungen der Bank nutzen.
Die besten Banken für Expats in Singapur
Mit den richtigen Unterlagen nimmt zwar jede Bank in Singapur Expats auf, manche passen aber besser als andere.
Die erste Möglichkeit ist, ein Konto bei einer Bank zu eröffnen, bei der Du bereits Kunde bist.
Kommst Du zum Beispiel aus Großbritannien und hast ein Konto bei HSBC, kannst Du bei einer Filiale in Singapur ein Konto eröffnen und Dein Geld so einfach übertragen.
Die zweitbeste Option sind die drei großen Banken Singapurs: DBS, OCBC oder UOB. Sie bieten viele Kontoarten, sodass Du leicht das passende Konto findest.
Außerdem haben sie Hunderte Filialen und Geldautomaten, sodass Du überall in Singapur an Dein Geld kommst.
Bei einigen dieser Banken kannst Du sogar online ein Konto eröffnen, noch bevor Du nach Singapur ziehst. Das nimmt Stress raus, solange Du Dich noch einlebst.
Mit dem Bankkonto bargeldlos bezahlen
Sobald Du ein Bankkonto in Singapur hast, kannst Du bargeldlos bezahlen. Ich empfehle Dir, sofort die App Deiner Bank herunterzuladen. Sie ist direkt mit PayNow verknüpft und schaltet mobiles Bezahlen frei. Damit kannst Du in Singapur fast alles per QR-Code bezahlen, vom Essen am Hawker-Stand über den Supermarkt bis zum Taxi.
Als DBS-Kunde kannst Du außerdem PayLah! nutzen, das mobile Wallet der Bank. PayNow und PayLah machen den Alltag in Singapur deutlich bequemer und sind heute die gängigsten Zahlungsarten bei Expats und Einheimischen.
Dein Konto vor Betrug schützen
Phishing ist das größte alltägliche Risiko für ein Bankkonto in Singapur. Seit dem 16. Dezember 2024 gelten zu Deinen Gunsten neue Regeln: An diesem Tag haben die Monetary Authority of Singapore (MAS) und die Infocomm Media Development Authority (IMDA) das Shared Responsibility Framework in Kraft gesetzt. (Stand der Prüfung: Oktober 2026.)
Das Regelwerk verpflichtet Banken und Telekommunikationsanbieter zu bestimmten Maßnahmen gegen Phishing. Verletzt eine Bank oder ein Telko eine dieser Pflichten und Du verlierst durch einen vom Regelwerk erfassten Phishing-Betrug Geld, soll der Anbieter den Schaden ersetzen. Außerdem hat die MAS die Banken verpflichtet, Konten in Echtzeit auf Betrug zu überwachen, um das Leerräumen von Konten zu erkennen.
Dein Teil ist schnell erklärt:
- Klick nie auf Links in SMS oder E-Mails, die angeblich von Deiner Bank stammen. Öffne stattdessen selbst die App Deiner Bank.
- Gib nie Einmalpasswörter weiter und bestätige keine Anmeldung, die Du nicht selbst gestartet hast.
- Lies jede Sicherheitsmeldung Deiner Bank und melde Auffälligkeiten sofort.
Bei hohen Überweisungen und auf einem neuen Handy musst Du mit etwas mehr Aufwand rechnen. Das ist die Betrugsüberwachung bei der Arbeit.
Die beste Bank für internationale Überweisungen
Nicht jede Bank in Singapur bietet internationale Überweisungen an. Wenn Du regelmäßig Geld ins Ausland schicken oder von dort empfangen willst, ist DBS vermutlich die beste Wahl.
Bei DBS kannst Du am selben Tag Geld in über 50 Länder überweisen, ganz ohne Gebühren.
Die Überweisung läuft bequem über die DBS-Banking-App, Du musst dafür also nicht einmal das Haus verlassen.
Du kannst Deine Überweisung außerdem verfolgen und weißt so jederzeit, dass Dein Geld sicher ist. Für Überweisungen in Länder, die DBS Remit nicht abdeckt, nutzen viele Expats Wise als zuverlässige und günstige Alternative, ohne Mindestbetrag und zu fairen Mittelkursen.
Bietet Deine Bank keine günstigen internationalen Überweisungen an, ist ein Online-Dienst wie Wise womöglich die bessere Lösung.
Wise ist eine günstige und sichere Möglichkeit, Geld in über 80 Länder zu schicken oder von dort zu empfangen.
Der Dienst nutzt immer den aktuellen Mittelkurs und berechnet nur eine kleine Gebühr. Für Überweisungen nach oder aus Singapur lohnt sich Wise deshalb.
Wise bietet außerdem ein Multi-Currency-Konto, das Du online eröffnen kannst. Es gibt keine monatliche Grundgebühr und keinen Mindestbetrag, und Du bekommst per Post eine MasterCard-Debitkarte, die Du überall einsetzen kannst.
Für Expats ist das eine tolle Option: Das Konto kann mehrere Währungen halten, und eventuelle Umrechnungsgebühren sind niedrig.
Tipps für eine reibungslose Kontoeröffnung in Singapur
Mit diesen Tipps läuft die Kontoeröffnung in Singapur stressfreier.
Das Konto online eröffnen
Hast Du eine passende Bank gefunden, prüfe, ob Du das Konto online eröffnen kannst. So kannst Du die Bedingungen in Ruhe lesen und prüfen, ob Du mit allem einverstanden bist.
In manchen Fällen klappt das sogar schon vor der Ankunft in Singapur, dann hast Du beim Umzug eine Sorge weniger. Besonders praktisch ist das bei OCBC: Expats aus ausgewählten Ländern (darunter Malaysia, Indonesien, Hongkong und China) können den gesamten Antrag per E-Pass-Verifizierung über die App OCBC Digital abschließen, ohne eine Filiale zu besuchen.
Unterlagen prüfen
Wenn Du in die Filiale gehst, stelle sicher, dass Du alle nötigen Unterlagen dabeihast. Auf der Website der Bank steht, welche Dokumente sie verlangt. Besorge sie vorab.
Meist brauchst Du zum Beispiel eine Kopie Deines Reisepasses und Deinen Arbeitsvertrag. Fehlen die richtigen Dokumente, schickt die Bank Dich unter Umständen wieder weg, und Du verlierst Zeit.
Bestehende Kundenbeziehung nutzen
Das ist zwar nicht für jeden möglich, aber eine bestehende Kundenbeziehung zu einer Bank in Singapur erleichtert die Kontoeröffnung.
Banken genehmigen Kunden, die sie schon lange kennen, bereitwilliger. Das kann Dir später auch bei einem Kredit oder bei Kreditkarten in Singapur helfen.
Empfehlungsschreiben sammeln
Empfehlungsschreiben eines bestehenden Kontoinhabers und Deines Arbeitgebers können die Kontoeröffnung erleichtern.
Sie zeigen der Bank, dass Du vertrauenswürdig bist und einen Job hast, und sie kann davon ausgehen, dass Du die Kontogebühren zahlen kannst.
Was ist das Besondere am Bankwesen in Singapur?
Singapur ist ein riesiger Finanzplatz in Asien und hat entsprechend viele inländische und internationale Banken.
Das Bankensystem ist bei Einheimischen wie Ausländern beliebt, weil es als sicher, stabil und verlässlich gilt.
In Singapur sitzen einige der sichersten und größten Banken der Welt, darunter DBS, OCBC und UOB. Das macht das Land attraktiv für alle, die viel Vermögen schützen wollen.
Auch der Schutz von Kundendaten ist gesetzlich geregelt. Laut dem Banking Act des Landes dürfen Banken Kundeninformationen nur dann weitergeben, wenn ein begründeter Verdacht auf eine Finanzstraftat wie Steuerhinterziehung vorliegt.
Wenn Du Deine finanziellen Pflichten als Expat im Blick behalten willst, lohnt sich auch ein Blick in unseren Ratgeber zur Einkommensteuer in Singapur für Ausländer.
FAQ
Kann ein Ausländer in Singapur ein Bankkonto eröffnen?
Ja, aber meist brauchst Du einen langfristigen Pass wie Employment Pass, S Pass, Dependant’s Pass oder Student’s Pass sowie einen Adressnachweis. Ohne ist es schwierig, es sei denn, Du bist schon Kunde einer internationalen Bank, die in Singapur vertreten ist.
Kann ich vor der Ankunft online ein Konto in Singapur eröffnen?
Manchmal. Einige Banken lassen berechtigte Ausländer den Antrag komplett online stellen, die meisten Expats brauchen aber trotzdem ihre Pass-Daten, bevor das Konto eröffnet werden kann.
Welche Bank ist für Expats in Singapur am besten?
Die meisten Expats entscheiden sich wegen der vielen Filialen und Geldautomaten für DBS/POSB, OCBC oder UOB. Bist Du zu Hause bereits bei HSBC, Citibank oder Standard Chartered, kann es einfacher sein, bei derselben Bank ein Konto zu eröffnen.
Sind Bankeinlagen in Singapur versichert?
Einlagen in Singapur-Dollar sind durch die SDIC bis zu 100.000 SGD pro Einleger und Bank abgesichert. Fremdwährungseinlagen sind nicht versichert.
Welche Unterlagen brauche ich für die Kontoeröffnung in Singapur?
Meist Deinen Reisepass, Deinen Arbeits- oder Studienpass, einen Nachweis Deiner Adresse in Singapur und eine Arbeits- oder Schulbescheinigung.
Jetzt bist Du dran
Ein Bankkonto in Singapur zu eröffnen ist einfach, wenn Du alle nötigen Unterlagen beisammenhast.
Erledige es nach dem Umzug möglichst schnell, dann fällt Dir die Verwaltung Deiner Finanzen deutlich leichter. Wer die Lebenshaltungskosten in Singapur kennt, bevor er ein Konto eröffnet, kann besser entscheiden, welche Kontoart zum eigenen Budget passt.
Verwendete Quellen
- Singapore Deposit Insurance Corporation: 100.000 SGD pro Einleger und Mitgliedsinstitut.
- SDIC-Verbraucherleitfaden: welche Einlagen versichert sind; Fremdwährungseinlagen ausgenommen.
- MAS und IMDA: Shared Responsibility Framework: Pflichten und Entschädigung bei Phishing-Betrug ab dem 16. Dezember 2024.
- Banking Act 1970, Abschnitt 47: Bankgeheimnis.





