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Immer mehr amerikanische Ruheständler wollen den USA den Rücken kehren und in einem anderen Land leben; das Interesse ist so groß wie nie. Schätzungen zufolge beziehen mehr als 760.000 Rentner aus den USA ihre Sozialversicherungsleistungen (Social Security), während sie im Ausland wohnen. Für Tausende von ihnen hat sich der Umzug bereits gelohnt: Sie leben sicher und zu bezahlbaren Preisen.
In diesem Artikel geht es darum, was Du bedenken und erledigen solltest, wenn Du mit dem Gedanken spielst, Deinen Ruhestand im Ausland zu verbringen: von der Wahl des Wohnorts über wichtige Dokumente und Finanzen bis zu Familie und Freundeskreis, Gesundheitsversorgung, Wohnen und Immobilien, rechtlichen Fragen und dem Aufenthaltsstatus.
Das Wichtigste in Kürze
- Mehr als 760.000 amerikanische Rentner beziehen bereits Social Security, während sie im Ausland leben.
- Such Dir das Zielland nach Lebenshaltungskosten, Klima, Gesundheitsversorgung, Sicherheit, Sprache und Expat-Community aus.
- Bring Deine Unterlagen vor der Abreise in Ordnung: ein Reisepass, der weit über die Ankunft hinaus gültig ist, Geburts- und Heiratsurkunden, Krankenakten sowie Nachweise über Rente oder Social Security.
- Plane das Budget für Dein neues Land und für alle Kosten, die in den USA weiterlaufen, und rechne lieber großzügig, damit Überraschungen Dich nicht aus der Bahn werfen.
- Die US-Steuererklärung musst Du weiterhin jedes Jahr abgeben, und Medicare zahlt im Ausland nicht; kümmere Dich also um eine lokale oder internationale Krankenversicherung.
- Viele Rentner behalten ein US-Bankkonto für den Eingang von Social Security und Rente und heben das Geld dann im Ausland ab oder überweisen es.
Die Wahl des Ziellands
Die wichtigste Entscheidung beim Ruhestand im Ausland ist wohl die, wo Du leben möchtest. Dabei darfst Du Dich an einer angenehmen Aufgabe versuchen: Orte rund um die Welt zu recherchieren und zu sehen, welche am besten zu Dir passen.
Ganz gleich, ob Du schon ein Wunschziel hast oder nicht: Die folgenden Faktoren solltest Du im Blick behalten. Niemand möchte umziehen und dann merken, dass ihm ein entscheidender Punkt für das eigene Wohlbefinden entgangen ist. Die Liste hilft Dir bei der Suche nach Deinem Wohlfühlort, wobei einzelne Punkte für Dich mehr zählen werden als andere.
- Landessprache
- Klima
- Nähe zu den USA
- Lebenshaltungskosten
- Sicherheitslage
- Qualität und Erreichbarkeit der medizinischen Versorgung
- Lebendige Expat-Gemeinschaften, die Rat, Informationen und Freundschaft bieten
- Lebensqualität und Alltag
- Religionsfreiheit und religiöse Gemeinden
- Mobilität und Verkehrsanbindung
Schon vor der endgültigen Entscheidung kannst Du damit anfangen, zusammenzutragen und zu ordnen, was vor dem Abschied aus den USA erledigt sein muss. Die folgenden Tipps stammen aus den Erfahrungen vieler Auswanderer.

Dokumente
US-Reisepass
Besorge Dir einen US-Reisepass oder prüfe, ob Dein aktueller noch mindestens ein Jahr über das geplante Ankunftsdatum hinaus gültig ist. Als Expat ist er Dein wichtigstes Ausweisdokument. Solange Du in Deinem neuen Land keinen legalen Aufenthaltsstatus hast, brauchst Du den Pass für alles, wofür Du Dich ausweisen musst: vom Stromvertrag über die Kontoeröffnung bis zum Handyvertrag.
Ist der Pass mindestens ein Jahr gültig (länger ist besser), hast Du genug Zeit, Dein neues Leben zu organisieren, ohne Dir Gedanken über ein Ablaufdatum machen zu müssen.
Fertige Kopien der ersten Seiten an und leg sie zu den übrigen Unterlagen, die Du mitnimmst. Geht der Pass im Ausland verloren, lässt sich mit Kopien bei der Botschaft schneller ein neuer ausstellen. Übrigens kannst Du Deinen US-Pass in den meisten US-Botschaften im Ausland deutlich schneller erneuern als in den USA.
Unterlagen, die Du griffbereit haben und mitnehmen solltest
- Geburtsurkunden – offizielle und inoffizielle Kopien für alle Familienmitglieder. Offizielle Kopien erhältst Du beim Vital Records Office Deines Bundesstaats.
- Heiratsurkunde – ebenfalls beim Vital Records Office Deines Bundesstaats.
Nachweise über Rente und/oder Social Security brauchst Du, falls Du eine Aufenthaltserlaubnis beantragen willst. Üblicherweise ist das ein Schreiben der Gesellschaft, die Deine Rentengelder verwaltet, mit der Höhe der monatlichen Rente. Angaben zu Deinen Social-Security-Bezügen findest Du in Deinen monatlichen Abrechnungen oder bei der Social Security Administration.
Auch Krankenakten solltest Du mitnehmen. In den USA kommst Du leichter und schneller an sie heran, als wenn Du sie aus dem Ausland anfordern musst. Frag bei Deinen Ärzten oder Kliniken nach, wie das funktioniert.
Finanzen
Budgetplanung
Verschaff Dir einen Überblick über Deine Einkünfte, die Dir im Ausland zur Verfügung stehen, und finde heraus, was unterm Strich bleibt. Dazu zählen Rente, Social Security, Arbeitseinkommen, Kapitalanlagen, Mieteinnahmen und so weiter. Du solltest genau wissen, wie viel Du monatlich zur Verfügung hast.
Schätze außerdem Deine laufenden Kosten in den USA, falls Du dort eine Immobilie behältst, medizinische Behandlungen in Anspruch nimmst, Reisen in die USA planst oder noch geschäftlich engagiert bleibst. Das kann natürlich nur eine Schätzung sein.
Denk auch an Posten wie Gebäudeversicherung sowie Bundes-, Landes- und Kommunalsteuern. Du solltest wissen, was das Leben in Deiner alten und in Deiner neuen Heimat kostet. Am besten rechnest Du die Ausgaben eher zu hoch an, denn unerwartete Kosten kommen immer.
Wenn Du Deine US-Ausgaben und Dein erwartetes Einkommen kennst, weißt Du, wie viel Du brauchst, und kannst die Lebenshaltungskosten in Deinen Wunschländern gezielt recherchieren. Das hilft enorm bei der Frage, wo Du bequem leben kannst.

Was das Leben kostet, hängt überall von den örtlichen Preisen, den eigenen Ansprüchen und dem Standort ab. Um in Costa Rica in Rente zu gehen, braucht man bei bescheidenem Budget etwa 2.125 bis 2.975 € im Monat (2.500 bis 3.500 US-Dollar). Paare kommen oft mit 2.763 bis 4.250 € aus (3.250 bis 5.000 US-Dollar).
Der Standort spielt eine große Rolle. Wir wohnen in einem touristischen Strandort in Costa Rica, deshalb liegen die Preise hier höher. Auf dem Land, wo es überwiegend lokale Produkte gibt, lebt man günstiger.
Sehr sparsame Leute kommen in Costa Rica mit 1.275 bis 2.125 € im Monat aus (1.500 bis 2.500 US-Dollar). ExpatDen berichtet, dass man in Thailand für unter 1.700 € im Monat gut leben kann (unter 2.000 US-Dollar).
Geldverwaltung und Umgang mit US-Banken
Die meisten Amerikaner im Ausland behalten ein US-Bankkonto. Viele lassen sich Rente, Social Security und andere Einkünfte direkt dorthin überweisen. Sprich mit Deiner Bank und finde heraus, wie entgegenkommend sie gegenüber Kunden ist, die außerhalb der USA leben.
Das ist wichtiger als früher. Immer mehr Ruheständler berichten online, dass manche US-Banken und Broker Konten einschränken oder sogar kündigen, sobald sie von einer ausländischen Adresse erfahren. Kläre deshalb vor dem Umzug die Regeln Deiner Bank und behalte eine zuverlässige Postadresse in den USA.
In Expat-Foren fallen immer wieder dieselben Namen als expat-freundlich. Online-Broker wie Charles Schwab werden oft genannt, weil sie Geldautomatengebühren im Ausland erstatten und das Konto auch nach dem Umzug behalten lassen. Egal für welche Bank Du Dich entscheidest: Behalte außerdem eine funktionierende US-Telefonnummer, denn viele Banken bestätigen Deine Identität noch per SMS-Code an eine US-Nummer.
Andere Amerikaner erzählen, wie sie ihr US-Bankkonto behalten und ihr Geld im Ausland sicher verwalten.
- Lässt sich Geld leicht auf ein ausländisches Konto überweisen?
- Gibt es eine Debitkarte, mit der man im Ausland ohne Zusatzgebühren am Geldautomaten abheben kann?
- Kann man Auslandsüberweisungen in der mobilen App erledigen?
- Was kostet eine Überweisung auf ein Konto im Ausland?
Wenn die Antworten Zweifel wecken, ob Du Dein Geld bei Bedarf problemlos bewegen kannst, wechselst Du die US-Bank besser früh. Bei uns machte es eine kleine regionale Bank äußerst kompliziert, eine Überweisung aus den USA anzustoßen, ohne persönlich in der Filiale zu erscheinen.
Wer vom Ausland aus eine Überweisung veranlassen wollte, musste mehrere Hürden nehmen: förmliche Genehmigungen, Fragen zur Herkunft des Geldes und immer wieder die Erklärung, warum man nicht einfach in die Filiale kommt. Deshalb haben wir ein Konto bei der Chase Bank eröffnet. Dort geht es per Telefon oder mobiler App. Problem gelöst: Es klappt hervorragend, und die Überweisungsgebühr ist sogar niedriger.
Bei Rente und Social Security lassen sich manche die Zahlungen monatlich auf ein Konto in ihrem neuen Land überweisen. Frag bei der Recherche nach Bankkonten im Ausland unbedingt danach. Alternativ lässt Du Dir Rente und Social Security auf Dein US-Konto zahlen und hebst das Geld jeden Monat im Ausland am Geldautomaten ab.
Mancherorts begrenzen Banken, wie viel per Überweisung von einer US-Bank auf das ausländische Konto fließen darf. Mit der Abhebung am Geldautomaten umgehst Du dieses Problem.
Noch ein Hinweis: In manchen Ländern gibt es eine Obergrenze, bis zu der Du Geld ohne eingehende Prüfung ins Land überweisen darfst. Darüber verlangt man Papierkram, Kopien von Kontoauszügen, Bestätigungen Deiner US-Bank und/oder Belege zur Herkunft des Geldes.
Frag die Banken im Zielland, welchen Betrag Du aus den USA auf Dein dortiges Konto schicken darfst. Wenn Du die Grenze kennst, kannst Du die Überweisung vorab planen und Dir Verzögerungen und Ärger sparen.
Schulden abbauen oder verringern
Eine der größten Fallen beim Auswandern ist es, viele Schulden mitzunehmen. Egal wohin es Dich zieht: Finanzielle Überraschungen bleiben nicht aus. Manches kostet mehr als gedacht, es tauchen Ausgaben auf, mit denen Du nicht gerechnet hast, oder die Kosten für Immobilien und Unternehmen in den USA bleiben nicht konstant.
Wer schuldenfrei oder nahezu schuldenfrei ist, hat deshalb einen großen Vorteil.
Steuern einplanen
Amerikaner werden besteuert, egal wo auf der Welt sie leben. Viele US-Rentner wissen das nicht und wiegen sich in dem Glauben, nach dem Umzug in ein anderes Land müssten sie sich um US-Einkommensteuer keine Gedanken mehr machen. Falsch.
Als US-Staatsbürger bist Du gesetzlich verpflichtet, jedes Jahr eine Steuererklärung beim IRS abzugeben, ganz gleich, wo Du lebst, und Dein Einkommen bleibt steuerpflichtig, egal wo Du wohnst.
Bedenke das bei der Prüfung Deiner Einnahmen und Ausgaben und bei der Budgetplanung. Behältst Du eine Immobilie in den USA, kommen natürlich auch Grundsteuern auf Dich zu.
Ein weiteres Formular überrascht viele Rentner. Sobald Deine ausländischen Bank- und Finanzkonten zu irgendeinem Zeitpunkt im Jahr zusammen mehr als 8.500 € (10.000 US-Dollar) ausmachen, musst Du jedes Jahr einen Foreign Bank Account Report (FBAR) beim US-Finanzministerium einreichen.
Es ist ein kurzes Online-Formular, und Steuern fallen dafür nicht an. Wer es vergisst, riskiert allerdings hohe Strafen. Setz es also fest auf Deine jährliche To-do-Liste für die Steuer.
Familie und soziales Umfeld
Sprich mit Familie und engen Freunden über Deinen Plan, ins Ausland zu ziehen. Du brauchst den Rückhalt der Menschen, die Dir am nächsten stehen, wenn Du diesen Schritt gehst. Wer Angehörige und Freunde erst kurz vor der Abreise vor vollendete Tatsachen stellt, tut den Beziehungen keinen Gefallen.
Gesundheitsversorgung
Qualität und Bezahlbarkeit der medizinischen Versorgung gehören zu den wichtigsten Gründen, warum US-Bürger ins Ausland ziehen. Die Gesundheitskosten in den Vereinigten Staaten sind extrem hoch, und für viele Rentner wird es durch Behandlungs- und/oder Versicherungskosten eng.
Viele Amerikaner glauben fälschlicherweise, die beste medizinische Versorgung gebe es immer in den USA. Das stimmt einfach nicht. Hochwertige Medizin findet man überall auf der Welt, meist zu deutlich geringeren Kosten für die Patienten als in den USA.
Lass das Thema Gesundheit bei Deiner Länderrecherche nicht außen vor. Du solltest für jedes Land, das ernsthaft infrage kommt, genau wissen, welche Möglichkeiten Du hast. Manche Expats haben sich letztlich allein wegen der guten Gesundheitsversorgung für einen Ort entschieden.

Viele Länder haben eine allgemeine Gesundheitsversorgung für alle Staatsbürger und legal ansässigen Einwohner. Die Kosten sind gering.
Hier in Costa Rica zahlen meine Frau und ich zusammen etwa 102 € im Monat (120 US-Dollar) für das öffentliche Gesundheitssystem. Es funktioniert wie eine Versicherung: Man zahlt den Monatsbeitrag, und alles ist automatisch zu 100 % abgedeckt, darunter Medikamente, Behandlungen bei Fachärzten, Operationen, normale Arztbesuche, Schwangerschaftsvorsorge und Entbindung, Notfallversorgung, Zahnbehandlung, Impfungen und mehr, und das ohne Ausschluss wegen Vorerkrankungen. Ähnliche staatliche Gesundheitssysteme zu ähnlichen Kosten gibt es in vielen Ländern.
Daneben gibt es überall auf der Welt hervorragende private Medizin. Erstklassige Ärzte und Kliniken findest Du in den meisten Ländern. Erkundige Dich bei der Länderrecherche nach Qualität und Erreichbarkeit der privaten Versorgung. Hast Du dauerhafte gesundheitliche Beschwerden, zieht es Dich wohl am besten in die Nähe der Hauptstadt oder anderer Großstädte, wo das Angebot im öffentlichen wie im privaten Sektor am größten ist.
In manchen Ländern kombinieren Ruheständler beides: das öffentliche System für normale Arztbesuche, Medikamente und Notfälle, das private für Operationen und Facharztbehandlungen.
Private Behandlungen kosten in den meisten Ländern viel weniger als in den USA. Ich selbst wurde in Costa Rica dreimal operiert. Jedes Mal kostete es im Privatkrankenhaus rund 25 % dessen, was in den USA fällig gewesen wäre, bei gleicher oder besserer Betreuung.
In vielen Ländern gibt es zudem private Krankenversicherungen. Die lassen sich in der Regel online recherchieren.
Außerdem solltest Du als US-Rentner wissen, dass Medicare Behandlungskosten außerhalb der Vereinigten Staaten nicht übernimmt. Du kannst weiter in Medicare bleiben und die Monatsbeiträge zahlen, falls Du irgendwann zurückkehren willst, doch die Leistungen kannst Du in anderen Ländern nicht nutzen.
Für welches Land und welches System Du Dich auch entscheidest: Nimm Kopien Deiner Krankenakten mit, damit die Behandlung nahtlos weiterläuft.
Wohnen und Immobilien
Eine der großen Fragen beim Abschied aus den USA lautet: Was passiert mit Immobilien und Hausrat?
Beginnen wir mit der Immobilie. Wenn Du in den USA ein Haus besitzt, hast Du mehrere Möglichkeiten. Eine ist der Verkauf. Dann musst Du Dich nicht mehr um ein Haus in einem Land kümmern, in dem Du nicht mehr wohnst, und trägst auch keine laufenden Kosten dafür. Wer komplett neu anfangen möchte, fährt damit vielleicht am besten. Mit dem Erlös kannst Du später in Deiner neuen Heimat etwas kaufen, wenn Du angekommen und so weit bist.
Eine andere Möglichkeit ist, das Haus zu vermieten oder zu verpachten. Dann solltest Du unbedingt eine Hausverwaltung beauftragen, die sich um die Vermietung kümmert. Meine Frau und ich haben im Lauf der Jahre in drei Ländern außerhalb der USA gelebt und unser Haus jedes Mal vermietet.
Beim ersten Mal ging das ohne Verwaltung, und wir kamen heim in ein Haus, das kurz vor der Zwangsvollstreckung stand, weil die Kommunikation zwischen dem Familienmitglied, das sich um alles kümmern sollte, und der Bank zusammengebrochen war. Seitdem (seit 22 Jahren) arbeiten wir mit einer Hausverwaltung, sehr erfolgreich und mit gutem Gefühl.
Such im Internet nach Hausverwaltungen in Deiner Gegend und hör Dich um, welche Erfahrungen andere gemacht haben. Überzeugende Empfehlungen von Kunden sind mehr wert als schicke Websites. Jede Verwaltung hat ihr eigenes Gebührenmodell; wir zahlen in der Regel rund 10 % der monatlichen Miete. Das war gut angelegtes Geld, denn unser Haus sichert uns seit vielen Jahren ein stetiges Einkommen.
Natürlich gibt es weitere Wege, etwa Familienmitglieder im Haus wohnen zu lassen. Davon wird meist abgeraten, einige entscheiden sich trotzdem dafür. Wer ein paar Mal im Jahr in die USA zurückkehrt, lässt das Haus manchmal einfach, wie es ist, und schließt beim nächsten Abflug ab.
Das klappt meist nur, wenn jemand in der Nähe regelmäßig nach dem Rechten sieht. In touristisch beliebten Gegenden oder großen Städten bietet sich zudem an, das Haus als Ferienwohnung oder kurzfristig zu vermieten. Plattformen wie Airbnb oder Vacation Rental by Owner (VRBO) helfen beim Einstieg.
Dann wäre da noch der Hausrat. Was nimmst Du mit, was verkaufst Du, was verschenkst Du? Willst Du das meiste einlagern? Oder alles auflösen? Gibt es Familienmitglieder, die sich über manche Stücke freuen würden?
Überlege zuerst, was Dir wirklich wichtig ist und was sich leicht ersetzen lässt. Dinge, die man im Ausland problemlos neu kaufen kann, zu verschiffen lohnt sich nicht. Wenn Du entschieden hast, was mitkommt, was bleibt und was weg soll, siehst Du klarer, wie es weitergeht.
Umzugsgut verschicken
Überlege Dir für den eigentlichen Umzug, wie Dein Besitz ins neue Land kommen soll. Manche verschiffen oder verfliegen einfach alles, müssen sich dann aber mit Zollvorschriften und Zollbeamten herumschlagen. Bei unserem letzten Umzug ins Ausland sind wir von Indiana nach Costa Rica nur mit Koffern gezogen (in mehreren Reisen). Unterm Strich ist das viel billiger als ein Frachttransport, aber man muss alles selbst tragen, schleppen und über mehrere Reisen verteilt abwickeln.
Fang früh damit an, Dein Hab und Gut zu verkleinern, statt bis zum letzten Monat oder den letzten Wochen zu warten. Das dauert oft länger als gedacht, und Du willst Dich nicht aufhalten oder stressen lassen, weil Du noch Sachen hast, von denen Du nicht weißt, wohin damit.
Verwandter Artikel: Versand von den USA nach Mexiko: Ablauf, Kosten und Zoll
US-Post
Bedenke auch, wie Du Deine US-Post empfängst, wenn Du fort bist. Postsysteme unterscheiden sich weltweit stark in Effizienz und Zuverlässigkeit. Die Post einfach an die Adresse im Ausland weiterzuleiten, funktioniert meist schlecht, und manches kommt vielleicht nie an. Außerdem leitet der US Postal Service Post nur für einen bestimmten Zeitraum weiter. Danach bekommst Du gar nichts mehr.
Manche lassen ihre Post an ein verlässliches Familienmitglied weiterleiten, das sie öffnet und Bescheid gibt, was angekommen ist und ob etwas zu tun ist.

Viele nutzen einen Postweiterleitungsdienst, der Dir eine US-Adresse zur Verfügung stellt. Diese Adresse gibst Du als US-Postanschrift an. Die eigentliche Post schickt der Dienst Dir in Dein neues Land, wo sich sein örtliches Büro bei Dir meldet, sobald etwas angekommen ist. Du holst sie dort ab und zahlst die Gebühr für die Sendung sowie Zoll, wenn es sich nicht um ein Dokument handelt. Es gibt zahlreiche internationale Anbieter, die das zu unterschiedlichen Preisen machen.
Immer beliebter wird ein monatlicher Postdienst in den USA, der die eingehenden Umschläge scannt und Dir die Bilder schickt, damit Du siehst, was gekommen ist. Anschließend sagst Du ihm, ob er den Inhalt öffnen, einscannen und per E-Mail schicken oder ob er ihn wegwerfen soll.
Das funktioniert bei uns hervorragend. Wir erledigen ohnehin alles digital oder online; deshalb können wir die Post elektronisch selbst lesen und Dringendes sofort angehen, statt auf die Zustellung per Postweg zu warten. Mit www.travelingmailbox.com sind wir sehr zufrieden.
Unabhängig von der Post empfiehlt es sich, eine physische US-Adresse als Wohnsitz zu behalten oder einzurichten. Wir zum Beispiel sind in Texas ansässig und dort mit einer festen Adresse gemeldet. Dadurch dürfen wir bei Wahlen auf Bundes- und Staatsebene abstimmen, und wir haben eine Heimatadresse für den Führerschein. Den US-Führerschein zu behalten, ist vielen Expat-Rentnern sehr wichtig. (Wer die US-Staatsbürgerschaft aufgeben will, für den gilt das natürlich nicht.) Unsere feste Adresse liegt in derselben Stadt wie unsere Postadresse bei travelingmailbox.com.
Rechtliches
Ein paar rechtliche Grundlagen solltest Du klären, bevor Du die USA verlässt. Je nach persönlicher Lage (Geschäft, Recht, Finanzen, Immobilien und so weiter) kann es weitere Dinge zu regeln geben. Ein Anwalt oder Umzugsexperte ist dafür eine gute Adresse.
Als Erstes aktualisierst Du Dein Testament in dem Bundesstaat, in dem Du zuletzt gewohnt hast. Formuliere es präzise und benenne einen Testamentsvollstrecker. Prüfe, ob der Bundesstaat eine notarielle Beglaubigung oder weitere Formalitäten verlangt. Das ist besonders wichtig, wenn Du im Ausland Immobilien, Bankkonten, Unternehmen oder einen Wohnsitz in den USA behältst.
Zweitens empfiehlt sich eine Vollmacht für einen vertrauenswürdigen Freund oder Verwandten, der in den USA bleibt, am besten in der Nähe Deiner geschäftlichen Angelegenheiten, Vermögenswerte und Konten. Er oder sie kann dann erledigen, was sonst Deine persönliche Anwesenheit erfordern würde.
Außerdem kannst Du ein vertrauenswürdiges Kind oder Familienmitglied als zeichnungsberechtigte Person auf Deinen Konten eintragen. Das muss natürlich jemand sein, dem Du uneingeschränkt vertraust. Es kann sehr hilfreich sein, falls Du im Ausland nicht handlungsfähig bist und jemand Deine Angelegenheiten regeln muss. Meine Frau und ich haben unsere Kinder auf unseren Konten. Andere, die ich kenne, verzichten darauf, weil es für die Betroffenen ein gewisses Risiko birgt. Du weißt am besten, was für Dich richtig ist.
Aufenthaltsrecht
Dein Aufenthalt muss in jedem Land legal sein. Informiere Dich über Aufenthaltsvisa und Voraussetzungen und ziehe Dienste hinzu, die bei der Erlangung des Aufenthaltsstatus in Deinem Wunschland helfen. „Know before you go“: erst informieren, dann losziehen. Wenn Du eine dauerhafte Aufenthaltserlaubnis beantragen willst, sieh Dir vorher an, welche Schritte nötig sind und welche Unterlagen Du bei der Ankunft dabeihaben musst.
In fast jedem Land gibt es Einwanderungsanwälte und/oder Relocation-Dienste. Such einfach online danach.
Rente im Ausland empfangen? Wise rechnet zum Mittelkurs um und zeigt die Gebühr vorab. Mit einer US-Wise-Karte fallen bei den ersten 212 € (250 US-Dollar) Geldautomaten-Abhebungen pro Monat keine Wise-Gebühren an (die Betreiber der Automaten können eigene Gebühren verlangen). Wise ausprobieren (Gesponsert)
Auch die Krankenversicherung klären? Cigna Global bietet internationale Gesundheitstarife für Ruheständler im Ausland, mit Schutz in mehr als 200 Ländern und Gebieten. Der Kundenservice ist rund um die Uhr erreichbar, und ein Angebot dauert etwa 2 Minuten. Kostenloses Cigna-Angebot holen (Gesponsert)
Jetzt bist Du dran
Den Ruhestand in einem anderen Land zu verbringen, will gut recherchiert und geplant sein. Mit beidem im Gepäck kannst Du loslegen und Dich auf einen neuen Lebensabschnitt freuen, der Abenteuer, Sicherheit und Lebensfreude verspricht.







