Geburt in China: Ratgeber für werdende Expat-Mütter

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Internationale Krankenhäuser in Peking und Shanghai bieten werdenden Müttern englischsprachige Betreuung, doch eine Geburt kostet dort zwischen 60.000 und über 120.000 RMB. Dieser Ratgeber zeigt Klinikoptionen, Versicherungsfragen und die kulturellen Gepflogenheiten, die Du vor dem Geburtstermin kennen solltest.

Eine Geburt kann auch unter besten Umständen Sorgen machen, auch wenn man sich zugleich riesig darauf freut. Neben den Schmerzen gibt es Risiken für die Gesundheit von Mutter und Kind. Damit das Erlebnis erfüllend und schön wird, hilft es, wenn sich die Mutter sicher fühlt und die Situation im Griff hat.

Im Ausland verschärfen sich diese Herausforderungen, und China bildet da keine Ausnahme. Da ist zuerst die Sprache. Wer sich während der Geburt nicht mit dem medizinischen Personal verständigen und seine Bedürfnisse klar äußern kann, hat ein ernstes Problem. Sprichst weder Du noch Deine Begleitperson fließend Chinesisch, brauchst Du eine Hebamme oder einen Arzt, die Englisch sprechen.

Ein zweiter Punkt: Öffentliche Krankenhäuser in China sind zwar sauber und gut ausgestattet, das Personal ist hoch qualifiziert, doch sie können unpersönlich wirken. Bei einer Kleinigkeit, bei der man nur schnell drankommen und wieder gehen will, ist es praktisch, wie am Fließband von Abteilung zu Abteilung weitergereicht zu werden. Bei einem so einschneidenden Ereignis wie einer Geburt wünschen sich viele aber eine Betreuung, die sie eher als Individuum wahrnimmt.

Drittens gibt es in China Anlass zur Sorge um die Privatsphäre. Es kommt durchaus vor, dass eine intime Untersuchung von einem ungeduldigen Patienten unterbrochen wird, der sofort drankommen will. Manche stecken auch aus Neugier den Kopf hinter den Vorhang, wenn sie eine Fremdsprache hören.

Bei jüngeren Generationen, die nicht mit dem Zusammenleben auf engem Raum aufgewachsen sind, ist das seltener. Manche Ältere haben dagegen wenig Gespür für westliche Vorstellungen von persönlichem Freiraum.

Trotzdem haben viele Frauen aus der internationalen Community in China problemlos entbunden und sich oft sogar für ein zweites Kind dort entschieden. Wie bei allem im Expat-Leben glättet ein bisschen Recherche und Vorbereitung die Wege, und bei einem so wichtigen Lebensereignis ist sorgfältige Planung unverzichtbar.

Das Wichtigste in Kürze

  • Internationale Krankenhäuser in den Großstädten bieten englischsprachiges Personal und Einzelzimmer, aber eine Geburt kostet 60.000 bis über 120.000 RMB. Eine Krankenversicherung ist daher unverzichtbar.
  • Öffentliche Krankenhäuser sind günstiger, dafür musst Du mit Mehrbettzimmern, wenig Privatsphäre und Ärzten rechnen, die Entscheidungen weitgehend ohne Deine Mitsprache treffen.
  • Viele Versicherungen haben eine Wartezeit von 12 Monaten, bevor die Leistungen bei Mutterschaft greifen. Prüfe Deinen Vertrag also, bevor Ihr mit dem Kinderwunsch loslegt.
  • Männliche Partner dürfen in öffentlichen Krankenhäusern in der Regel nicht in den Kreißsaal; private und internationale Häuser gehen eher auf Geburtswünsche ein.
  • Ärzte in China dürfen das Geschlecht Deines Babys vor der Geburt gesetzlich nicht verraten.
  • Melde den Aufenthalt Deines ausländischen Babys innerhalb von 60 Tagen nach der Geburt beim Public Security Bureau an, um Bußgelder und bürokratischen Ärger zu vermeiden.
  • „Den Monat sitzen“ (zuò yuè zi) ist eine tief verwurzelte Wochenbett-Tradition. Rechne mit Druck von chinesischen Verwandten oder Schwiegereltern, sie einzuhalten.
  • Eine Doula, die das chinesische Medizinsystem kennt, kann die kulturelle und sprachliche Lücke überbrücken, besonders in öffentlichen Krankenhäusern.

Die Schwangerschaft entdecken

Wenn Du vermutest (oder hoffst!), schwanger zu sein, ist der erste Schritt ein Schwangerschaftstest. Den gibt es in jeder Apotheke, und er ist nicht teuer: Zwei Tests kosten 30 bis 50 RMB, ein einfacher Test sogar unter 20 RMB.

Du kannst sie sogar bei Taobao bestellen! Vielleicht greifst Du zu einer Marke aus Deinem Heimatland. Das heißt nicht, dass chinesische Marken unzuverlässig wären; es liegt daran, dass Du die Anleitung online in Deiner eigenen Sprache findest.

Zeigt der Test eine Schwangerschaft an, bestätigt sie ein Arzt. (Heimtests sind zu 99 Prozent zuverlässig, ein gewisser Spielraum für Fehler bleibt trotzdem.) Das geht in jedem Krankenhaus mit Geburtsabteilung, bedeutet aber meist ein paar Formulare auf Chinesisch. Je nach Deinem Mandarin-Niveau solltest Du überlegen, ob ein internationales Krankenhaus mit englischsprachigem Personal die bessere Wahl ist.

Öffentlich oder privat?

Eine der wichtigsten Entscheidungen ist die Wahl des Krankenhauses, in dem Du die Vorsorge machst und später entbindest.

Je nachdem, wo Du in China lebst, wählst Du vermutlich zwischen einem internationalen Krankenhaus, einer chinesischen Privatklinik und dem öffentlichen Gesundheitssystem. Hier gilt der Spruch „Man bekommt, wofür man bezahlt“ in vollem Umfang. Grob gesagt bieten internationale Häuser die beste Betreuung, sind aber am teuersten, während das öffentliche System am günstigsten ist, sich aber schwierig gestalten kann. Ob Du in einem komfortablen Einzelzimmer oder in einem lauten, überfüllten Saal entbindest, hängt von Deinem Budget und Deinem Versicherungspaket ab (siehe den Abschnitt „Kosten und Versicherung“ weiter unten).

Internationale Privatkliniken kommen dem nahe, was man aus dem Westen kennt. Das medizinische Personal spricht durchweg Englisch und hat mehr Zeit für Fragen und Sorgen. Die Zimmer sind eher Einzelzimmer oder werden höchstens mit einer weiteren Frau geteilt. Ausstattung und Geräte sind so gut wie überall auf der Welt.

Das chinesische öffentliche System hat moderne Geräte und hoch qualifiziertes Personal (zumindest in den großen Städten). Die kulturellen Unterschiede sind allerdings erheblich. Ärzte legen wenig Wert auf einfühlsamen Umgang am Krankenbett. Sie sprechen seltener Englisch und haben kaum Zeit für ein Gespräch, selbst wenn Dein Mandarin dafür reichen würde. Sie entscheiden, was für Dich und Dein Baby am besten ist, und Deine persönlichen Wünsche spielen kaum eine Rolle.

Giving Birth
Wer gut versichert ist, bekommt in China die beste Betreuung für werdende Mütter

Auch die Umgebung kann ein Kulturschock sein. Wahrscheinlich liegst Du in einem großen Saal mit vielen anderen werdenden Müttern. Männliche Partner dürfen nicht hinein und sind bei der Geburt selbst nicht dabei. Weibliche Verwandte übernehmen einen Großteil der Pflege, die im Westen das Pflegepersonal leistet, bis hin zum Essen: Die meisten chinesischen Krankenhäuser verpflegen ihre Patientinnen nicht. Vielleicht hast Du das Gefühl, von Fremden umgeben zu sein, die auf Deine Privatsphäre wenig Rücksicht nehmen.

Zwischen dem öffentlichen System und den großen internationalen Häusern liegen die chinesischen Privatanbieter. Früher hatten sie einen schlechten Ruf, doch neue Anbieter heben den Standard. Sie sind eine Option im mittleren Preissegment mit mehr Privatsphäre und individueller Zuwendung als im öffentlichen System, erreichen aber nicht unbedingt den Goldstandard der internationalen Spitzenhäuser.

Tipp: Frauen aus der internationalen Community, die in China entbunden haben, berichten oft, das Wichtigste sei eine Ärztin oder ein Arzt, dem Du vertraust und der Deine Vorstellung von der Geburt teilt. Steht diese Beziehung, wird alles andere deutlich einfacher.

Klinikbesichtigungen

Am besten verschaffst Du Dir einen Eindruck, indem Du das Krankenhaus besichtigst. Die meisten internationalen und privaten Anbieter zeigen interessierten Kundinnen gern ihre Räume. Öffentliche Krankenhäuser bieten das sehr selten an, fragen lohnt sich aber immer.

Entbindungsoptionen

In einem chinesischen öffentlichen Krankenhaus trifft der Arzt die Entscheidungen zur Geburt, und von Dir wird erwartet, dass Du sie befolgst. Kaiserschnitte sind sehr häufig, jede kleine Komplikation gilt meist als Grund für einen medizinischen Eingriff. Die Kaiserschnittrate steigt zusätzlich durch viele Wunschkaiserschnitte: Bestimmte Tage und Jahreszeiten gelten als Glücks- oder Unglückszeiten, und viele Chinesinnen planen die Geburt auf einen Tag, der als günstig gilt.

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Bei einer natürlichen Geburt in einem öffentlichen Krankenhaus liegst Du in der Regel in einem reinen Frauensaal; männliche Partner müssen draußen warten.

In einem privaten oder internationalen Krankenhaus respektiert Dein Arzt eher Deinen Geburtsplan und Deine Wünsche zur Art der Geburt. Formuliere Deine Wünsche deshalb ganz klar, und sorge dafür, dass auch Dein Partner im Austausch mit den Ärzten steht, damit er die richtigen Entscheidungen treffen kann, falls Du es zwischendurch nicht kannst.

Wenn Du zu Hause entbinden möchtest … dann lautet die einfache Antwort leider: geht nicht. Hausgeburten sind in China weder üblich noch anerkannt.

Kosten und Versicherung

Medizinische Leistungen kosten in China deutlich weniger als in den USA. Kommst Du aber aus einem Land mit kostenloser Gesundheitsversorgung wie Großbritannien, kann die Rechnung trotzdem ein Schock sein.

Geschätzte Geburtskosten

Krankenhaustyp Leistung Kosten (RMB) Kosten (EUR, ca.)
Öffentliches Krankenhaus Vorsorgeuntersuchungen 12.000 1.403
Öffentliches Krankenhaus Entbindung 3.000 bis 6.000 357 bis 706
Internationales oder privates Krankenhaus Schwangerschaftsvorsorge 25.000 2.975
Internationales oder privates Krankenhaus Natürliche Geburt 60.000 bis 80.000 7.055 bis 9.435
Internationales oder privates Krankenhaus Kaiserschnitt 90.000 bis 120.000 10.625 bis 14.195

Mit einem guten Versicherungspaket wird private Betreuung für die meisten Expats erschwinglich. Lies aber unbedingt das Kleingedruckte, vor allem wenn ein Kind geplant ist. Die meisten Tarife haben eine Wartezeit von 12 Monaten, bevor die Leistungen bei Mutterschaft greifen. Viele Expats merken das erst, wenn sie schon schwanger sind. Prüfe Deinen Vertrag deshalb lange, bevor Ihr es versucht.

Nicht in allen Paketen sind Mutterschaftsleistungen enthalten, und oft gibt es eine Selbstbeteiligung, bei der Du einen Prozentsatz der Kosten selbst trägst. Viele Versicherer bieten zudem Hotlines, bei denen Du englischsprachiges Personal um Rat und Unterstützung bitten kannst. Mehr dazu findest Du in unserem Artikel zur Krankenversicherung.

Mutterschaftsversicherung für ausländische Angestellte: Das deckt sie ab

Arbeitest Du in China bei einem eingetragenen Arbeitgeber, muss er Dich in die chinesische Sozialversicherung aufnehmen. Die Mutterschaftsversicherung ist eine der fünf Säulen, und ausländische Angestellte sind eingeschlossen. (Geprüft im Oktober 2026.)

Die Versicherung zahlt die medizinischen Kosten rund um die Geburt und ein Mutterschaftsgeld. Laut Zahlen der nationalen Aufsichtsbehörde für die Krankenversicherung gab der Fonds 2025 knapp 136 Milliarden RMB für Erstattungen von Vorsorgeuntersuchungen, stationäre Entbindungen und Mutterschaftsgeld aus.

China hat außerdem angekündigt, eine normale Geburt für versicherte Familien bis 2026 nahezu kostenlos zu machen. In Shandong zahlen Frauen mit Arbeitnehmer-Mutterschaftsversicherung laut einem Krankenhaus für eine normale Entbindung in der Regel unter 1.000 RMB selbst. Das ist ein Krankenhaus in einer Provinz, keine landesweite Zahl.

  • Das deckt der Tarif ab: medizinische Standardleistungen im Rahmen der Vertragsgrenzen.
  • Das deckt er nicht ab: Krankenhäuser im Premiumsegment sowie Medikamente und Materialien, die nicht im Leistungskatalog stehen.
  • Was das für Expats bedeutet: Eine Entbindung in einem internationalen Krankenhaus wird kaum vollständig übernommen. Frag vor der Buchung Deine Personalabteilung und das Krankenhaus nach einer schriftlichen Schätzung, was die Versicherung zahlt.

Prüfe, in welchem Programm Du versichert bist. Die Mutterschaftsversicherung deckt traditionell Personen im Arbeitnehmerprogramm ab, nicht diejenigen im Einwohnerprogramm. Stehst Du nicht auf der Gehaltsliste eines Arbeitgebers, klär das mit Deinem Versicherer und dem Krankenhaus, bevor Du fest damit rechnest.

Private Zusatzversicherungen können Lücken schließen. Worauf es dabei ankommt, erklärt unser Ratgeber zur Krankenversicherung für Expat-Familien.

Internationale und private Krankenhäuser mit Geburtshilfe

Viele Expats in China entscheiden sich für eine dieser erstklassigen Einrichtungen in den großen Städten. Einen umfassenden Überblick geben unsere Ratgeber zu Krankenhäusern in Peking und Krankenhäusern in Shanghai. Wer im Süden Chinas lebt (Guangzhou und Umgebung), kann auch für die Geburt nach Hongkong fahren, was eine medizinische Versorgung auf höchstem Niveau garantiert.

Peking

Beijing United Family Hospital and Clinics (BJU) sind wohl die bekanntesten internationalen Einrichtungen in Peking. Sie haben einen hervorragenden Ruf und entsprechend hohe Preise. Als Spitzenreiter unter den „teuren Anbietern“ werden ihre Leistungen nur von den besten Versicherungstarifen übernommen.

Für ein Paket zur natürlichen Geburt im BJU solltest Du mit deutlich über 100.000 RMB rechnen.

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Ein Baby in China zu bekommen muss keine überwältigende Aussicht sein

Das Beijing Oasis International Hospital ist ein Privatkrankenhaus im Pekinger Kunstviertel 798. Es richtet sich an gut versicherte Expats und wohlhabende chinesische Familien, und das makellose Umfeld sorgt für eine angenehme Geburt. Es ist etwa 20 % günstiger als das BJU und kostet für eine natürliche Geburt inklusive Vor- und Nachsorge rund 60.000 RMB.

Im selben Viertel wie Oasis und in derselben Preisklasse hat sich das Amcare Women’s and Children’s Hospital auf Geburtshilfe spezialisiert. Dass dort ausschließlich Fachärzte für Gynäkologie und Geburtshilfe arbeiten, ist definitiv ein Plus.

Das Beijing Antai Maternity Hospital ist das einzige Krankenhaus in Peking, das für Wassergeburten ausgestattet ist. Preislich liegt es außerdem etwas unter den oben genannten Häusern.

Shanghai

Shanghai United Family gehört zum riesigen United-Verbund aus Kliniken und Krankenhäusern. Wie bei der Pekinger Filiale sind die Preise hoch, stell also sicher, dass Du versichert bist, bevor Du Dich dafür entscheidest. Es gibt Krankenhäuser in Hongqiao und Pudong sowie mehrere kleinere Kliniken.

Einige kleinere Spezialisten haben Kliniken, die sich für Geburten die Räume mit größeren Häusern teilen. Das Redleaf Hospital ist ein spezialisiertes Frauen- und Kinderkrankenhaus innerhalb von American Sino.

Das Shanghai East International Medical Center (SEIMC) ist die internationale Abteilung des renommierten Lehrkrankenhauses Shanghai East. Es ist ein Beispiel dafür, dass ein lokales Krankenhaus einen schöneren Bereich für Patientinnen bietet, die etwas mehr zahlen können. Pakete für eine natürliche Geburt beginnen hier bei etwa 55.000 RMB.

Das Raffles Medical Centre ist eine gute Wahl für werdende Mütter, die Vor- und Nachsorge brauchen. Entbunden wird dort nicht, aber das Team hilft bei der Suche nach einem passenden Entbindungskrankenhaus.

Recherchiere immer gründlich und lies Bewertungen zu Krankenhäusern in China.

Kleinere Städte in China

In einer kleineren chinesischen Stadt sind die Möglichkeiten bei internationalen oder privaten Krankenhäusern und Kliniken begrenzt. Auch die öffentlichen Angebote wirken eher einschüchternd. Wer es sich leisten kann, reist oft in eine größere Stadt, um die passende Geburtshilfe zu finden. Hier ein Überblick über private Krankenhäuser und Kliniken in anderen Teilen Chinas.

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Am Ende zählt bei einer Geburt vor allem, dass alle glücklich, gesund und wohlauf sind

Neben Peking und Shanghai ist das United Family Hospital auch in Guangzhou, Tianjin, Qingdao, Bo’Ao und Shenzhen vertreten. Eine weitere private Option für Schwangerschaftsplanung und Gynäkologie in Guangzhou ist das Eur Am Medical Center.

Die Raffles Medical Group gibt es neben Peking und Shanghai auch in Tianjin, Shenzhen, Chongqing und Nanjing. Sie sind gut für Vor- und Nachsorge, aber nicht für die Entbindung; die Ärzte können Dir jedoch die besten Entbindungsmöglichkeiten in Deiner Region empfehlen.

In Qingdao entsteht durch die Wanda Dalian Group ein großes internationales Krankenhaus, das für werdende Mütter in der Provinz Shandong von Jining bis Yantai eine große Bereicherung sein wird.

Wer derzeit in Chengdu oder anderen Städten der Provinz Sichuan lebt, hat mit dem West China Women’s and Children’s Hospital oder dem Chengdu Angel Women’s and Children’s Hospital die besten Optionen.

Schwangerschaftsvorsorge

Die Vorsorge unterscheidet sich nicht stark von dem, was Du aus Deinem Heimatland kennst. Nach der Bestätigung der Schwangerschaft bekommst Du ein Heft, in dem die Entwicklung Deines Kindes festgehalten wird, und regelmäßige Kontrolltermine, anfangs monatlich, dann mit näher rückendem Termin immer häufiger. Ein Ultraschall in der 22. Woche ist Standard und kann ein bewegendes Erlebnis sein, wenn Du Dein Baby zum ersten Mal richtig siehst.

Beim Ultraschall fällt auf, dass niemand fragt, ob Du das Geschlecht Deines Kindes wissen möchtest. In China ist es Ärzten nämlich verboten, diese Information vor der Geburt weiterzugeben. Der Hintergrund: Unter der „Ein-Kind-Politik“ ließen Mütter manchmal Töchter abtreiben, um einen Sohn zu bekommen, weshalb es in China mehr Männer als Frauen gibt.

Inzwischen setzt die Politik auf mehr Geburten. Wenn Du es unbedingt wissen willst, geben Ärzte mitunter einen Hinweis, etwa den Tipp, eine blaue oder rosa Decke zu kaufen.

Werdende Mütter, besonders Erstgebärende, haben oft viele Fragen und Sorgen. Chinesisches medizinisches Personal räumt deren Beantwortung oft eine geringere Priorität ein als westliches: Es herrscht die Haltung „der Arzt weiß es am besten“, und Du sollst einfach tun, was man Dir sagt.

Manche internationalen Krankenhäuser bieten Geburtsvorbereitungskurse an, was einen ohnehin teuren Prozess noch verteuert. Auch Online-Recherche kann helfen, solange Du vertrauenswürdige Quellen wie www.babycenter.com nutzt. Nicht alles im Internet ist richtig oder hilfreich, und wer liest, was alles schiefgehen könnte, macht sich als werdende Mutter schnell unnötig Sorgen.

Unterstützende Community

Eine unterstützende Community kann den entscheidenden Unterschied machen, besonders wenn Du in Deiner Stadt eine Gruppe von Frauen findest, die eine Geburt dort schon erlebt haben. Wie immer ist WeChat der beste Ort, um Leute zu finden. Shanghaimamas und Bumps2Babes in Peking sind Beispiele für langjährige, lebendige Gruppen. Trau Dich, Fragen zu stellen, auch scheinbar ganz einfache. Die Mitglieder helfen gern und kennen die Herausforderungen, besonders wenn Du neu in China bist.

Viele Frauen finden Yoga hilfreich, um beweglich und fit zu bleiben, während das Kleine wächst. Pränatales Yoga wird manchmal von der Versicherung übernommen, schau also ins Kleingedruckte. Die Kurse sollten natürlich speziell für werdende Mütter konzipiert und von qualifizierten Trainerinnen geleitet werden. In größeren Städten findest Du eventuell auch spezielle Angebote wie Pilates oder Aqua-Fitness.

Doulas

Vielleicht möchtest Du eine Doula engagieren, die Dich während der Schwangerschaft und darüber hinaus begleitet. Eine Doula ist eine ausgebildete Fachkraft, die Frauen auf dem Weg zur Geburt praktisch, körperlich und emotional unterstützt. Es gibt eindeutige Belege dafür, dass eine solche persönliche Begleitung zu besseren Ergebnissen für Mutter und Kind führt.

Achte bei der Wahl darauf, dass die Doula richtig ausgebildet und qualifiziert ist. Elterngruppen geben Dir persönliche Empfehlungen von Frauen, die ihre Dienste schon genutzt haben. Wie bei Deinem Frauenarzt kommt es letztlich vor allem darauf an, dass Du der Doula vertraust und eure Werte zusammenpassen.

Heutzutage gibt es in China viele Doulas, darunter zahlreiche ausländische Frauen, die in China arbeiten.

Geburtsplan

Die meisten Frauen halten ihren Geburtsplan gern schriftlich fest. Darin steht typischerweise, wo Du entbinden möchtest, welche Medikamente oder Schmerzmittel Du willst (oder gar keine), wen Du dabeihaben möchtest und was Du von dieser Person erwartest.

Birth plans
Geburtspläne sind wichtig, aber Du musst flexibel bleiben und Schritt für Schritt vorgehen

Wer es erlebt hat, weiß allerdings: Der beste Geburtsplan kann am Tag selbst schnell über den Haufen geworfen werden, und in China gilt das besonders. Sei darauf gefasst, flexibel zu sein, und halte nicht an Deinem Plan fest, wenn er nicht mehr weiterhilft.

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Nach der Geburt

Öffentliche Krankenhäuser wollen Dich in der Regel so früh wie möglich entlassen. Ist die Geburt gut verlaufen, kannst Du nach ein paar Tagen wieder zu Hause sein.

Kommt Dein Kind zu früh oder gibt es Schwierigkeiten, kann das beängstigend sein, aber bleib zuversichtlich. Die Neugeborenenmedizin hat enorme Fortschritte gemacht, und die Aussichten für Babys mit niedrigem Geburtsgewicht sind meist sehr gut. Du solltest vorab wissen, ob das Krankenhaus, in dem Du entbindest, eine neonatologische Intensivstation hat oder ob Du in eine andere Einrichtung verlegt werden müsstest.

Den Monat sitzen

In China gibt es für die ersten 30 Tage nach der Geburt eine einzigartige, tief verwurzelte Reihe von Erwartungen an Mutter und Kind. Sie heißt 坐月子 (zuò yuè zi): „den Monat sitzen“. Junge Mütter sollen das Haus nicht verlassen, weder arbeiten noch Sport treiben und bestimmte Speisen essen. Sie müssen sich warm halten, frische Luft meiden und jeden Kontakt mit Wasser vermeiden … ja, das heißt: kein Waschen, kein Duschen, nicht einmal Zähneputzen!

Die Tradition ist uralt, über tausend Jahre alt, und gut gemeint. Frauen sollen sich nach der Geburt ausruhen und erholen können, Krankheiten vorbeugen und die Milchbildung anregen. Hast Du chinesische Verwandte oder Schwiegereltern, setzen sie Dich womöglich stark unter Druck, diese Regeln einzuhalten, in der ehrlichen Überzeugung, dass Du Dir oder Deinem Baby sonst schadest.

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Ist die harte Arbeit geschafft, können Du und Dein Kleines ein spannendes neues Leben in China beginnen

Für viele westliche Frauen fühlt sich „den Monat sitzen“ jedoch bedrückend und ungesund an. Es gibt auch Risiken: Frauen sind schon an einem Hitzschlag gestorben, nachdem sie sich an heißen Sommertagen in Decken gewickelt hatten. Die wissenschaftliche Evidenz für den Nutzen dieser Praxis ist bestenfalls gemischt.

Andererseits birgt auch eine zu schnelle Rückkehr in den Alltag Risiken, und die Hilfe von Familie und Nachbarn in den ersten Tagen kann sehr willkommen sein. Jüngere Chinesinnen entscheiden sich oft für eine abgeschwächte Form von zuò yuè zi: Sie ruhen sich aus und essen bewusst, bleiben aber sauber und schalten die Klimaanlage ein, wenn es nötig ist.

Was Du auch entscheidest: Rechne mit Kopfschütteln und Gemurmel der alten Damen im Park, wenn Du Dein Kind im ersten Monat an die frische Luft bringst!

Stillen

Obwohl „den Monat sitzen“ unter anderem die Milchbildung fördern soll, ist der Anteil ausschließlich gestillter Babys in China vergleichsweise niedrig. Mit der alten Kultur hat das nichts zu tun; es wird vor allem auf aggressives Marketing für Säuglingsnahrung durch große Konzerne zurückgeführt.

Beim Stillen sind die Belege für die Vorteile des natürlichen Wegs überwältigend und unbestritten. Wenn Du stillen möchtest, stößt Du im Allgemeinen auf Unterstützung, und die Bedingungen verbessern sich ständig. Auch eine Doula kann dabei helfen, und in den meisten größeren Städten gibt es Gruppen der La Leche League.

Papiere und Meldungen

Direkt nach der Geburt ist Papierkram wahrscheinlich das Letzte, woran Du denkst. Ein Baby ausländischer Eltern muss aber innerhalb von 60 Tagen angemeldet werden, sonst drohen eine Verwarnung und womöglich ein Bußgeld (und weiterer Ärger mit der chinesischen Bürokratie).

Das Krankenhaus stellt Dir eine Geburtsurkunde aus. Achte darauf, dass die Namen darauf nicht nur auf Chinesisch, sondern auch in Deiner Heimatsprache stehen: nicht nur der des Babys, sondern auch Deiner und der Deines Partners. Das erspart Dir enorm viel Mühe bei der Passbeantragung.

Ist Dein Partner chinesischer Staatsangehöriger, ist es Dein Baby auch. China erkennt jedoch keine doppelte Staatsangehörigkeit an. Beantragst Du für Dein Kind einen Pass Deines Heimatlandes, musst Du die chinesische Staatsbürgerschaft förmlich aufgeben.

Unabhängig von der Staatsangehörigkeit Deines Kindes musst Du es beim Public Security Bureau anmelden. Dafür brauchst Du die Geburtsurkunde und die Pässe beider Eltern. Ausländische Staatsangehörige müssen außerdem nachweisen, dass sie für ihr Kind einen Pass beantragt haben. Mit den richtigen Unterlagen bekommst Du für den Kleinen oder die Kleine problemlos ein Visum und eine Aufenthaltsgenehmigung.

Mutterschutz

Frauen in China stehen gesetzlich mindestens 98 Tage Mutterschaftsurlaub zu. Das gilt auch für Ausländerinnen. Behauptet Dein Arbeitgeber das Gegenteil, lohnt es sich, Rat einzuholen. Der Vaterschaftsurlaub wird lokal geregelt. In Peking bekommen Väter 15 Tage. Anderswo müssen Väter und Partner die freie Zeit womöglich mit ihrem Arbeitgeber aushandeln.

Papiere für ein ausländisches Baby: Schritte und die 60-Tage-Frist

Ein in China geborenes Baby ausländischer Eltern muss innerhalb von 60 Tagen nach der Geburt für Aufenthalt oder Wohnsitz registriert werden. Peking veröffentlicht eine Schritt-für-Schritt-Anleitung, an der sich die folgenden Schritte orientieren. Die Ein- und Ausreisebehörden anderer Städte können etwas anders vorgehen. (Geprüft im Oktober 2026.)

  1. Medical Certificate of Birth besorgen. Beantrage es mit den Pässen beider Eltern im Krankenhaus, in dem Du entbunden hast. In Peking ist es kostenlos und wird sofort ausgestellt.
  2. Impfbescheinigung besorgen. Pekinger Krankenhäuser geben jedem ausländischen Neugeborenen innerhalb von 24 Stunden nach der Geburt die BCG-Impfung und die erste Hepatitis-B-Dosis und stellen die Bescheinigung danach kostenlos aus. Unser Ratgeber zu Kinderimpfungen in China behandelt die weiteren Dosen.
  3. Aufenthalt des Babys anmelden. Bring die Pässe beider Eltern und das Medical Certificate of Birth zur Ein- und Ausreisebehörde. In Peking kannst Du die Unterlagen auch eingescannt per E-Mail zur Online-Anmeldung schicken; die Behörde antwortet innerhalb von sieben Werktagen.
  4. Visum oder Aufenthaltsgenehmigung für das Baby beantragen. Dafür braucht es den gültigen ausländischen Pass des Babys, starte den Passantrag bei Deiner Botschaft also frühzeitig.
DokumentFrist oder KostenWer es ausstellt
Medical Certificate of BirthIn Peking kostenlos und sofortDas Krankenhaus, in dem das Baby geboren wurde
ImpfbescheinigungInnerhalb eines Monats nach der GeburtDas Geburtskrankenhaus oder Deine örtliche Impfstelle
Aufenthalts- oder WohnsitzanmeldungInnerhalb von 60 Tagen nach der GeburtDie örtliche Ein- und Ausreisebehörde des Public Security Bureau
Papiere für ein in China geborenes ausländisches Baby (geprüft im Oktober 2026)

Eine versäumte Anmeldung bleibt nicht folgenlos. Laut Pekinger Anleitung bringt die versäumte Anmeldung der Geburt eines ausländischen Staatsangehörigen eine Verwarnung und möglicherweise ein Bußgeld von bis zu 2.000 RMB.

Ist ein Elternteil chinesischer Staatsangehöriger, hat das Baby von Gesetzes wegen die chinesische Staatsangehörigkeit. China erkennt für chinesische Staatsangehörige keine doppelte Staatsangehörigkeit an, deshalb gilt für dieses Baby ein anderer Weg als der oben beschriebene.

Mutterschafts- und Vaterschaftsurlaub in China nach Stadt

Landesweit gelten 98 Tage Mutterschaftsurlaub, davon 15 Tage vor dem Geburtstermin. Städte können mehr gewähren, und zwei der größten tun das. (Geprüft im Oktober 2026.)

WoMutterschaftsurlaubVaterschaftsurlaub
Landesweite Regel98 Tage, davon 15 Tage vor der EntbindungJe nach Stadt unterschiedlich
Shanghai158 Tage (98 Tage plus 60 zusätzliche Tage)Städtische Regelung prüfen
Peking158 Tage (98 Tage plus 60 zusätzliche Tage)15 Tage
Mutterschafts- und Vaterschaftsurlaub in China, laut den Behördenseiten von Shanghai und Peking (geprüft im Oktober 2026)

Die 98 Tage verlängern sich um 15 Tage bei einer schwierigen Geburt und um 15 Tage für jedes weitere Baby bei Mehrlingsgeburten. Nach einer Fehlgeburt stehen Dir 15 Tage zu, wenn sie vor dem vierten Monat passiert, danach 42 Tage.

Nach den Pekinger Regeln hat außerdem jeder Elternteil bis zum dritten Geburtstag des Kindes jährlich fünf Arbeitstage Elternzeit. Vorsorgeuntersuchungen zählen als bezahlte Arbeitszeit, und ab dem siebten Monat darf der Arbeitgeber keine Überstunden oder Nachtschichten anordnen, so der Leitfaden der Shanghaier Regierung.

Frag Deine Personalabteilung, welche städtische Regelung für Dich gilt, denn sie richtet sich nach dem Ort, an dem Du angestellt bist.

Häufig gestellte Fragen

Wie lange habe ich Zeit, mein Baby in China anzumelden?

Ein Baby ausländischer Eltern muss innerhalb von 60 Tagen nach der Geburt für Aufenthalt oder Wohnsitz registriert werden. Bring die Pässe beider Eltern und das Medical Certificate of Birth zur örtlichen Ein- und Ausreisebehörde.

Bekommt mein Baby die chinesische Staatsbürgerschaft, wenn ich in China entbinde?

Laut Gesetz erhält ein in China geborenes Baby die chinesische Staatsangehörigkeit, wenn ein Elternteil oder beide chinesische Staatsangehörige sind. Sind beide Eltern Ausländer, wird das Baby als ausländisches Kind registriert und braucht einen Pass Deines Heimatlandes.

Deckt die Mutterschaftsversicherung ausländische Angestellte ab?

Ja, wenn Du bei einem eingetragenen Arbeitgeber legal beschäftigt bist. Der Arbeitgeber muss Dich in die Sozialversicherung aufnehmen, zu der auch die Mutterschaftsversicherung gehört.

Wann bekommt mein Baby die ersten Impfungen?

In Peking erhalten ausländische Neugeborene die BCG-Impfung und die erste Hepatitis-B-Dosis innerhalb von 24 Stunden nach der Geburt im Geburtskrankenhaus. Die Impfbescheinigung folgt danach.

Können Väter bei der Geburt Urlaub nehmen?

Das hängt von der Stadt ab. Peking gewährt Vätern 15 Tage Vaterschaftsurlaub nach Regeln, die am 26. November 2021 in Kraft getreten sind. Frag Deine Personalabteilung nach der Regelung in Deiner Stadt.

Jetzt bist Du dran

Das alles kann einschüchternd wirken, und vielleicht gibt es für Dich weitere Gründe, zur Geburt nach Hause zu fliegen: um der Familie nahe zu sein oder aus Gründen der Staatsangehörigkeit. Trotzdem bringen viele Frauen aus der internationalen Community ihre Kinder in China zur Welt, und für die allermeisten wird es eine positive Erfahrung, ein Teil des bunten Expat-Lebens. Was Du auch entscheidest: Wir wünschen Dir viel Freude mit dem freudigen Ereignis!

Verwendete Quellen

Andrew Killeen ist Schriftsteller, Lektor und Reisender. Ursprünglich aus Birmingham in England, lebt er derzeit in Kampala, Uganda, nach fünf Jahren in China. Im Vereinigten Königreich arbeitete er mit obdachlosen und gefährdeten Familien, legte als Indie-DJ auf und leitete ein Literaturfestival.
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