Lebensqualität in Singapur: Warum ich hier gern lebe

Lebensqualität in Singapur: Warum ich hier immer noch gern lebe

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Nach mehr als zehn Jahren in Singapur ist mir klar geworden, wie selten ein Ort Sicherheit, Komfort, Chancen und Alltagsbequemlichkeit so gut vereint wie diese kleine Insel.

Singapur ist nicht meine erste Heimat, aber nach einigen Jahren hier kann ich mir kaum vorstellen, einen Ort zu finden, der Komfort, Sicherheit und Perspektiven besser miteinander verbindet.

Am meisten schätze ich die Lebensqualität in Singapur, und zwar nicht nur wegen der Bequemlichkeit, sondern auch, weil die Stadt einen im Alltag spürbar unterstützt. Je länger ich hier lebe, desto mehr beeindruckt mich, wie durchdacht das gesamte System auf das Wohlbefinden der Einwohner ausgerichtet ist.

Hier sind einige gute Gründe, warum ich immer noch so gern hier lebe.

Das Wichtigste in Kürze

  • Singapur bietet eine hervorragende Mischung aus Sicherheit, Komfort und Chancen, mit sehr niedriger Kriminalität und zuverlässigen öffentlichen Diensten.
  • Die multikulturelle Gesellschaft, der starke Gemeinschaftssinn und die Esskultur machen den Alltag angenehm.
  • Beruflich gibt es viele Jobangebote und hohe professionelle Standards, und der Staat fördert Weiterbildung und Unternehmenswachstum aktiv.
  • Ein gesunder Lebensstil fällt leicht: Es gibt zahlreiche Fitnessstudios, öffentliche Sportanlagen, viel Grün, Park-Connector-Wege und saubere Luft.
  • Öffentlicher Nahverkehr, bargeldloses Bezahlen, Lebensmitteleinkauf, Essenslieferdienste und schnelles Internet machen den Alltag äußerst bequem.
  • Eine hochwertige Gesundheitsversorgung, gute Bildung und gut strukturierte staatliche Hilfsprogramme geben den Einwohnern ein solides Sicherheitsnetz.
  • Die größten Nachteile sind die steigenden Lebenshaltungskosten und die schnelle Kommunikationsart, die manchmal unhöflich wirken kann.

Ein sehr sicheres Land

Fragt man Leute, was ihnen zu Singapur einfällt, lautet die häufigste Antwort „teure Stadt“ oder „moderne Stadt“. Als Frau, die seit über 15 Jahren hier lebt, sage ich dagegen immer: „Es ist ein sehr sicheres Land“.

Im Global Peace Index 2025 des Institute for Economics and Peace (IEP) belegt Singapur weltweit Platz 6 und bleibt die Nummer 1 in Asien. Für mich heißt das: Ich kann überall und zu jeder Zeit allein unterwegs sein und fühle mich sicher. Das ist unbezahlbar.

Außerdem erstaunt mich immer wieder, dass Leute ihre Sachen liegen lassen (oder versehentlich vergessen) und sie später genau dort wiederfinden, wo sie sie hingelegt haben. Wenn Du also Dein neuestes iPhone im Taxi vergisst, stehen die Chancen gut, dass es sogar bis zu Dir nach Hause gebracht wird. 

Lau Pa Sat in Singapur
Singapur ist ein sehr sicheres Land. Selbst wenn Du Dein neuestes iPhone im Taxi vergisst, bekommst Du es mit hoher Wahrscheinlichkeit zurück.

Eine sehr stabile Politik

Ich interessiere mich persönlich nicht besonders für Politik und finde die zurückhaltende politische Szene in Singapur deshalb sehr angenehm. Eine berechenbare, langfristig konsequente Politik und eine gut geführte Verwaltung geben Einwohnern und Unternehmen zusätzliche Sicherheit. 

Weltweit genießt Singapur großes Vertrauen und gilt als politisch stabil. Das ist einer der Gründe, warum viele internationale Konzerne hier ihre Büros eröffnen. Alles ist gut organisiert und funktioniert, vom öffentlichen Nahverkehr bis zu den Online-Behördendiensten.  

Eine multikulturelle Gesellschaft

Obwohl Singapur sehr modern ist, sieht man die kulturelle Vielfalt überall. Singapur wird oft als „Schmelztiegel“ bezeichnet, und das stimmt tatsächlich, denn hier leben und begegnen sich ganz unterschiedliche Gemeinschaften jeden Tag.

Durchsagen in vier Sprachen (Malaiisch, Chinesisch, Tamil und Englisch) sind normal, genauso wie Nachbarn unterschiedlicher Herkunft.   

Ein starkes Zugehörigkeitsgefühl

Mir gefällt, dass man hier internationale Einflüsse erlebt und sich trotzdem fest zugehörig fühlt. Die Menschen gehen beim Gemeinschaftssinn sogar noch einen Schritt weiter und schaffen Strukturen, die ehrenamtliches Engagement und Spenden einfach, vertrauenswürdig und alltäglich machen.

Plattformen wie SG Cares, Giving.sg und die Programme der CDCs machen Geben zu einem Teil der nationalen Kultur, und das passt sehr gut zu meinen eigenen Werten.  

Essen als Lebensart 

Als ich vor 15 Jahren hierher gezogen bin, fiel es mir schwer, Essen zu finden, das meinem Geschmack entsprach. Heute ist es ein Paradies für Feinschmecker! Viele erzählen mir, dass sie extra nach Singapur reisen, um ihre Lieblingsgerichte noch einmal zu bestellen. Von Hühnchenreis über Laksa bis Nasi Lemak: Die Vielfalt der Esskultur hier ist einfach beeindruckend.

Ob malaiische, indische, chinesische oder westliche Küche oder etwas ganz anderes: Hier wirst Du fündig. 

Auch wer sich gesünder ernähren möchte, findet vegetarische und vegane Gerichte, glutenfreies oder Keto-freundliches Essen. Und das Beste: Das Essen schmeckt authentisch und original, nicht wie ein beliebiger Mix aus Zutaten, der ein bestimmtes Gericht nur nachahmt.

Die Authentizität des Essens sehen die meisten so. Manchmal empfinde ich es sogar als eine Art Luxus, bei jeder Mahlzeit frei wählen zu können. Zum Frühstück gibt es köstliches malaiisches Essen, mittags großartige indische Küche und abends authentische italienische Pasta. 

Hühnchenreis in Singapur
Hühnchenreis ist mein Lieblingsgericht in Singapur.

Die meisten Haushalte in Singapur kochen kaum, vor allem wenn nur ein oder zwei Personen zu Hause sind. Daher kommt die Hawker-Centre-Kultur. Es ist deutlich praktischer, in einem nahegelegenen Hawker Centre für unter 8,50 € pro Person eine Mahlzeit zu kaufen, als selbst zu kochen. Außerdem gibt es Hawker Centres auf der ganzen Insel: Egal, wo Du wohnst, findest Du immer eines in wenigen hundert Metern Entfernung. Sie bieten eine große Auswahl und werden streng reguliert (und teils subventioniert), damit die Preise erschwinglich bleiben. 

Das Essen ist auch sauber

Neben den strengen Hygieneregeln der Singapore Food Agency (SFA) tragen auch viele weitere staatliche Maßnahmen zum Ruf für sauberes und sicheres Essen bei, etwa die regelmäßige Reinigung und Modernisierung der Hawker Centres. Außerdem hängt an jedem Stand eine Hygienebewertung aus, sodass Kunden wie wir den Hygienestand sofort erkennen. Das bedeuten die Noten:

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  • A – Ausgezeichnete Hygiene
  • B – Gute Hygiene
  • C – Zufriedenstellende Hygiene
  • D – Mangelhafte Hygiene 

Die Esskultur in Singapur bleibt für alle sauber und sicher, weil der Staat Lebensmittelsicherheit zur nationalen Priorität erklärt hat. Dafür gebe ich diesen Initiativen gern zwei Daumen nach oben. 

Michelin-Empfehlungen gibt es überall

Und wer glaubt, das Essen in den Hawker Centres sei nur Durchschnitt, sollte noch einmal nachdenken.  In Singapur gibt es sogar Hawker Centres, die im Michelin Guide aufgeführt sind.

Die Liste wächst stetig, und das bedeutet noch mehr hochwertiges, aber erschwingliches Essen direkt in unseren Vierteln. Das ist eine gute Alternative, wenn Du nicht in Michelin-Restaurants viel Geld ausgeben möchtest. Zu besonderen Anlässen gehe ich aber trotzdem in Zwei- oder Drei-Sterne-Restaurants, von denen es in Singapur ebenfalls reichlich gibt. Wenn Du ein erstklassiges Dinner erleben möchtest, kannst Du Dir diese Adressen ansehen (Hinweis: Das hat seinen Preis):

  • Les Amis
  • Odette 
  • Jaan 
  • Sushi Sakuta 

Das Arbeitsleben 

Ich bin vor Jahren wegen meiner Arbeit nach Singapur gezogen. Ich glaube, das geht vielen Ausländern so, die hierher umsiedeln. Singapur gehört regelmäßig zu den attraktivsten Orten der Welt zum Arbeiten und für Geschäfte. 

Viele Jobchancen

Das Land gilt in vielen Branchen als globales Drehkreuz, darunter Finanzen, Logistik, Hightech-Fertigung, Technologie und Biowissenschaften, und ist heute ein echter Magnet für Fachkräfte, vor allem aus Südostasien. Wer hier einen Job sucht, findet leichter etwas, das zu den eigenen Interessen passt, und oft zu sehr konkurrenzfähigen Gehältern.   

Raffles Place in Singapur
Ich bin vor zehn Jahren wegen der Arbeit nach Singapur gezogen. Und bis heute arbeite ich hier.

Unkomplizierte Unternehmensgründung

Singapur ist auch dafür bekannt, dass die Gründung eines Unternehmens einfach und effizient abläuft. Man kann sogar eine Firma an einem Tag registrieren. Behörden wie das Economic Development Board (EDB) bieten eine breite Palette an Unterstützung, darunter Forschungs- und Entwicklungszuschüsse, Steueranreize, Schulungszuschüsse und Branchenpartnerschaften.

Diese Förderung gibt vielen internationalen Unternehmen zusätzliche Sicherheit, in Singapur wertschöpfungsstarke Geschäftsbereiche aufzubauen statt nur eines einfachen Vertriebsbüros. Für mich persönlich bedeutet das stabile Jobchancen in der Zukunft. 

Hohe professionelle Standards

In meinen Berufsjahren in Singapur habe ich festgestellt, dass die Zusammenarbeit mit den Kollegen hier leichter fällt, weil sie sehr hohe professionelle Standards haben. Singapur verfügt über Arbeitskräfte, die international aufgestellt sind: Sie sind gut ausgebildet, fleißig und mehrsprachig. Das erleichtert die Leitung regionaler Geschäfte erheblich. Außerdem bringt das Land stetig Nachwuchs in den MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) hervor, den viele Unternehmen heute gezielt suchen.   

Um die Beschäftigten auf die Zukunft vorzubereiten, investiert der Staat kräftig in seine Menschen, mich eingeschlossen. Das bewundere ich wirklich, denn es ist beruhigend zu wissen, dass die Regierung unseren langfristigen Erfolg in einem sich schnell wandelnden Arbeitsmarkt im Blick hat.

Hier einige Beispiele für Initiativen, die einen Blick wert sind:

  • Nationale Weiterbildungsinitiativen unter SkillsFuture
  • Karriere- und Beschäftigungsförderung durch Workforce Singapore (WSG)
  • Tech- und Digital-Weiterbildungsprogramme der Infocomm Media Development Authority (IMDA) 
  • My Career Future

Ein gesunder Lebensstil 

Die meisten Einwohner Singapurs sind fit, und das liegt nicht nur an den Genen. Die ganze Insel fördert seit vielen Jahren einen gesunden Lebensstil. In jedem Condo in Singapur gehört ein Fitnessraum selbstverständlich dazu.

Viele Fitnessstudios

Die Ausrede, zu Hause keinen Platz für Geräte zu haben, zieht hier also nicht. Und auch wer in einer staatlichen Wohnung wohnt (Housing Development Board, kurz „HDB“), hat keine Ausrede, denn jede HDB-Wohnanlage bietet verschiedene Einrichtungen, mit denen man seinen gesunden Lebensstil pflegen kann. 

MacRitchie Reservoir, Singapur
Singapur ist zwar klein, aber es gibt viele Parks, in denen man sich gesund halten kann.

Wer zu Hause keine eigene Trainingsroutine aufbauen kann, findet in den Fitnessstudios auf der ganzen Insel viele Kurse und Personal Trainer. Die Preisspanne reicht von günstigen Studios unter 100 S$ im Monat bis zu Premium-Mitgliedschaften für knapp 425 € im Monat. Ob das Studio neben dem Arbeitsplatz oder im eigenen Viertel liegt: Es gibt immer eine Möglichkeit, aktiv zu bleiben. 

Öffentliche Sportzentren

Mir gefällt an der Regierung Singapurs, dass sie auch öffentliche Einrichtungen für verschiedene Sportarten bereitstellt. Der Singapore Sports Hub, Our Tampines Hub und Heartbeat@Bedok sind einige Beispiele für integrierte Fitnesszentren. Mit der ActiveSG-Mitgliedschaft haben Einwohner außerdem in fast jedem Viertel günstigen Zugang zu Schwimmbädern, Fitnessstudios und Sporthallen.

Das Park Connector Network (PCN) ist bei Joggern, Radfahrern und allen, die gern draußen sind, sehr beliebt. Dieses rund 400 km lange Netz sorgt dafür, dass wir alle auf der Insel uns im Alltag mehr bewegen. Ich besuche auch gern die bekannten Naturschutzgebiete wie das MacRitchie Reservoir oder das Bukit Timah Nature Reserve. Dort ist an jedem Wochenende viel los. Es ist immer schön, von gesundheitsbewussten Menschen umgeben zu sein, denen dasselbe wichtig ist. 

Viel Grün

Alle sagen, das Wetter in Singapur sei heiß, und das stimmt. Doch das Land gehört zu den wenigen, die als „City in a Garden“ gelten. Parks und Grünflächen findest Du fast überall, und dadurch wird die Hitze erträglicher. Die National Environment Agency (NEA) setzt außerdem strenge Grenzwerte für Luftemissionen durch, damit wir stets frische, saubere Luft atmen.

Die NEA überwacht zudem die Luftqualität, kontrolliert die öffentliche Gesundheit und geht gegen Umweltverschmutzung und unzulässige Emissionen vor. Dank all dieser Maßnahmen ist das Stadtleben gesund und setzt uns keiner dauerhaften Verschmutzung aus. Ich vertraue der Luftqualität, die ich in Singapur einatme, und liebe es, hier ständig blauen Himmel zu sehen.  

Der öffentliche Nahverkehr ist sehr bequem

Mit sechs MRT-Linien (Mass Rapid Transit), die rund 240 km und etwa 143 Stationen abdecken, ist die kleine Insel hervorragend angebunden. Ergänzt wird die MRT durch drei LRT-Linien (Light Rail Transit), die die Wohnviertel mit der MRT verbinden, dazu kommen über 300 Buslinien sowie Tausende Taxis und Fahrdienste.

Wenn ich quer über die Insel fahre, muss ich mir nie Sorgen machen. Apps mit Busankunftszeiten sind weit verbreitet und erleichtern die Planung. Die Leute nutzen den öffentlichen Nahverkehr gern, nicht nur weil er zuverlässig ist, sondern auch weil er günstig und erstaunlich sauber ist. Singapur ist außerdem eine bargeldlose Gesellschaft. Ich habe kaum noch Bargeld dabei.

Ich vermute, dass das strikte Ess- und Trinkverbot in öffentlichen Verkehrsmitteln viel dazu beiträgt. In vielen Stationen läuft außerdem je nach Jahreszeit Hintergrundmusik, was das Pendeln für alle noch angenehmer macht. 

MRT in Singapur
Singapur ist mit der MRT gut vernetzt, und das zu niedrigen Preisen. Eine einzelne Fahrt kostet im Schnitt nur etwa 1,50 S$.

Ein Auto besitzen

Erwähnenswert ist auch der hohe Preis für ein eigenes Auto. Meist kostet das Certificate of Entitlement (COE), die Lizenz zum Besitz eines Autos in Singapur, mehr als das Auto selbst. Damit gehört Singapur zu den teuersten Orten der Welt, um ein Fahrzeug zu besitzen. Der Vorteil: Auf der Insel gibt es selbst zur Hauptverkehrszeit kaum größere Staus. Der Verkehr ist hier immer ein Kinderspiel.  

Saubere Gehwege

Weil ich oft öffentliche Verkehrsmittel nutze, muss ich häufig noch ein Stück zu Fuß gehen. Genau hier spielen überdachte, saubere Gehwege eine sehr wichtige Rolle. 

Das Walk2Ride-Programm ist eine Initiative der Land Transport Authority (LTA), durch die Einwohner inzwischen über 200 km überdachte Gehwege nutzen können. Sie verbinden die meisten Wohngebiete mit den Einrichtungen in der Nähe. Und wer wie ich findet, dass der Weg von zu Hause zu den nahen Einrichtungen für die täglichen Schritte nicht reicht, für den ist das Park Connector Network (PCN) eine weitere gute Option.

Das PCN verbindet Parks, Naturgebiete, Stauseen und Wasserwege auf der ganzen Insel. Es wird vom National Parks Board (NParks) verwaltet, umfasst inzwischen 94 Parks auf 391 km, und weitere 50 km sind für die nächsten fünf Jahre geplant. Mehr als genug, um mein tägliches Schrittziel zu erreichen. 

Bargeldloses Bezahlen

Ein weiterer Pluspunkt ist, wie zuverlässig das bargeldlose Bezahlsystem in Singapur funktioniert.  Ich muss nicht überall mein Portemonnaie mitnehmen und gehe nur noch selten zum Geldautomaten.

Für mich ist es ein zusätzlicher Komfort im Alltag, dass die meisten Läden bargeldlose Zahlung bevorzugen. Ob MRT-Fahrkarte, Grab-Fahrt, Lebensmitteleinkauf oder die tägliche Mahlzeit: Bargeldlos ist zwar noch nicht für jeden etwas, macht mir das Leben aber auf jeden Fall leichter.

Lebensmitteleinkauf

Wer das europäische Leben kennt, weiß, wie lästig es ist, den Einkauf an die frühen Ladenschlusszeiten unter der Woche oder an geschlossene Läden am Sonntag anzupassen. In Singapur ist das anders. Die meisten Geschäfte haben fast täglich geöffnet, auch sonntags, und schließen meist erst gegen 22 Uhr. Ich kann einkaufen, wann es mir passt.

Und wenn ich keine Lust habe, aus dem Haus zu gehen, liefern Online-Supermärkte wie Redmart, Cold Storage Online oder FairPrice Online direkt bis an meine Tür, auch schwere Sachen! Das Krafttraining kannst Du Dir fürs Fitnessstudio aufheben, denn schwere Einkäufe musst Du nicht nach Hause schleppen.  

Essenslieferdienste

Ein weiterer Service, den ich in Singapur mag, ist die große Auswahl an Essenslieferdiensten. Von GrabFood bis Foodpanda liefern sie Deine Lieblingsgerichte aus Deinen Stammrestaurants, fast rund um die Uhr. Für eine kleine Liefergebühr muss ich mein Condo nicht einmal verlassen, um das zu essen, wonach mir gerade ist. 

Schnelles und zuverlässiges Internet

Zu guter Letzt gehört dazu die Zuverlässigkeit von Internet und Versorgungsleistungen. Ich arbeite meist von zu Hause und brauche daher eine stabile Internetverbindung und Strom. Singapur überzeugt seit jeher mit schnellem, modernem Internet und äußerst zuverlässigen Versorgern. Seit Jahren gibt es keine Ausfälle. Diesen Komfort schätze ich sehr, vor allem im Vergleich zu meinen Erfahrungen in anderen Ländern, in denen ich gelebt habe oder gereist bin.

Weitere Säulen der Lebensqualität in Singapur 

Sehr hilfreich finde ich auch, wie effizient die Behördendienste arbeiten.  Das meiste lässt sich inzwischen online erledigen. Ob Du einen neuen Reisepass beantragst, Deine Steuererklärung abgibst, Dein Guthaben beim Central Provident Fund (CPF) aufstockst, einen Führerschein beantragst oder einfach Deine Wohnadresse änderst: Alles ist übersichtlich über Singapore Personal Access (Singpass) zugänglich.

Behördendienste

Singpass ist Singapurs nationale digitale ID. Mit einem einzigen Login können Einwohner und Ausländer Hunderte staatliche Dienste online nutzen. Das spart viel Zeit, vor allem Leuten wie mir, die nicht persönlich zu Ämtern gehen möchten.  

Nanyang Technological University
Nanyang Technological University. Quelle: Unsplash

Wartezeiten

Infrastruktur, Gesundheitswesen und Bildungssystem entwickeln sich gezielt weiter, ohne dass es zu Brüchen kommt. Ich schätze die kurzen Wartezeiten, die gute Vorsorge und den einfachen Zugang zu Fachärzten, wenn ich medizinische Hilfe brauche. Das hochwertige Gesundheitssystem Singapurs und die modernen medizinischen Einrichtungen geben den Einwohnern Sicherheit bei Notfällen und aufwendigen Behandlungen.

Das gesamte System ist auf Zuverlässigkeit und Effizienz ausgelegt, damit Patienten die richtige Behandlung zur richtigen Zeit bekommen. Immer noch erstaunt mich, dass ich nach einer Behandlung oft einfach aus dem Krankenhaus spazieren kann, ohne sofort bezahlen zu müssen. Alle Zahlungen lassen sich online erledigen, wann es Dir passt. 

Ein hochwertiges Bildungssystem

Ich habe selbst keine Kinder, aber wenn ich welche hätte, würde ich mir um das Bildungssystem und das Schulsystem in Singapur keine Sorgen machen, denn es gehört seit Jahren zu den besten der Welt.

Eine Kollegin, die zwei Kinder hat, hat mir erzählt, dass das System heute auch Wissen mit Persönlichkeitsentwicklung und praxisnahen Fähigkeiten verbindet, sodass alle Schüler ihren Stärken entsprechend wachsen können. Da hier so viele Nationalitäten leben, gibt es auch viele internationale Schulen, wobei die Qualität der lokalen Schulen mindestens genauso gut, wenn nicht besser ist. 

Staatliche Unterstützung

Ich möchte auch hervorheben, wie gut die Regierung Singapurs unser tägliches Leben unterstützt. Der Staat hat ein gut organisiertes, langfristig angelegtes System aufgebaut, das viele Lebensbereiche abdeckt. In jeder Lebensphase können wir mit irgendeiner Form von Unterstützung rechnen. Hier einige Beispiele: 

  • Für die Gesundheitsversorgung gibt es unter anderem Medisave, MediShield und das Community Health Assist Scheme (CHAS). 
  • Beim Wohnen helfen HDB-Wohnzuschüsse, der Proximity Grant und Mietwohnprogramme. 
  • Für Familien gibt es den Baby Bonus, die Parenthood Tax Rebate und Zuschüsse für Vorschulen. 
  • Im Alltag erhalten Einwohner den jährlichen GST Voucher, CDC Vouchers und Ermäßigungen im öffentlichen Nahverkehr. 

Mehr erfahren: Der komplette Ratgeber zur Krankenversicherung für Expats in Singapur

Was mir in Singapur am wenigsten gefällt

Vielleicht bin ich ein bisschen voreingenommen, weil für mich alles in bester Ordnung scheint. Aber ein paar Dinge gefallen mir am Leben in Singapur nicht. Wenn ich länger nachdenke, würde ich sagen: Die Leute wirken manchmal unhöflich. Und zweitens werden die Lebenshaltungskosten jedes Jahr höher. 

Um es klarzustellen: Die Menschen hier sind nicht wirklich unhöflich, sie wirken nur so. Sie sind ein hohes Tempo gewohnt: Sie sprechen, laufen und essen schnell und erledigen Dinge zügig. Die meisten sprechen im Alltag Singlish (also Singapur-Englisch). 

Singlish ist kurz und knapp, und oft lassen die Leute Wörter weg, um Sätze zu verkürzen. Manchmal kommen mir Gesprächspartner dadurch unhöflich vor, dabei sprechen sie einfach schnell Singlish und wollen die Sache voranbringen. So sind sie eben, es ist nichts Persönliches. 

Auch die steigenden Preise bei den Lebenshaltungskosten machen mir etwas Sorgen, vor allem bei Miete und Grundbedarf wie Lebensmitteln, Essen und Medikamenten. Ein Einzimmer-Condo kostet in Singapur zur Miete schnell rund 3.500 S$, und ein Abendessen mit einem Getränk im Restaurant kostet leicht etwa 50 S$ pro Person.

Die gute Nachricht: Der Mietmarkt in Singapur hat sich gegenüber dem Höchststand von 2022/2023 spürbar abgekühlt, und Expats berichten 2026, dass die Preise allmählich nachgeben. Die Mieten sind im weltweiten Vergleich immer noch hoch, aber die astronomischen Werte von vor zwei Jahren sind nicht mehr die Regel.

Man muss ordentlich verdienen, um in Singapur komfortabel zu leben. Und um den gewohnten Lebensstandard zu halten, verlassen sich die meisten Haushalte auf zwei Einkommen (oder passives Einkommen), was wohl nicht für jeden infrage kommt.

Bin ich mit meinem Leben in Singapur glücklich?

Ja, ich bin hier glücklich. Natürlich beschäftigen mich die Lebenshaltungskosten. Aber bei der Lebensqualität, die ich hier habe, bin ich damit völlig zufrieden.

Ich könnte noch ewig von meinen Erfahrungen in Singapur erzählen, aber ich glaube, es ist überzeugender, wenn Du es mit eigenen Augen siehst. Und, habe ich Dich überzeugt, schon mal die Koffer zu packen und nach Singapur zu ziehen?

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Häufige Fragen zum Leben in Singapur

Ist Singapur ein guter Ort zum Leben für Expats?

Nach meiner Erfahrung ja. Singapur bietet eine sehr hohe Lebensqualität mit hervorragender Sicherheit, effizienten öffentlichen Diensten, einem starken Arbeitsmarkt und einem bequemen Lebensstil. Gleichzeitig ist es eine multikulturelle, offene Stadt, in der Du Menschen aus aller Welt triffst und Essen aus fast jeder Küche genießen kannst.

Ist Singapur wirklich so sicher, wie alle sagen?

Im Alltag fühlt es sich tatsächlich so sicher an. Ich laufe fast zu jeder Uhrzeit unbesorgt allein herum, und ich habe oft erlebt, dass Leute ihre Sachen versehentlich liegen lassen und trotzdem zurückbekommen. Dieses Sicherheitsgefühl ist für mich einer der wichtigsten Gründe, warum ich so gern hier lebe.

Wie bequem ist der Alltag in Singapur?

Der Alltag ist äußerst bequem. Der öffentliche Nahverkehr ist sauber, zuverlässig und gut vernetzt. Die meisten Orte akzeptieren bargeldlose Zahlung, Supermärkte haben abends lange und auch sonntags geöffnet, und fast alles lässt sich bis an die Haustür liefern, vom Essen bis zu schweren Einkäufen. Dazu laufen die staatlichen Dienste größtenteils online und sind über Singpass leicht zugänglich.

Sind die Lebenshaltungskosten in Singapur sehr hoch?

Ja, die Lebenshaltungskosten sind hoch und steigen weiter, vor allem bei Miete, Essen und Grundbedarf. Ein Einzimmer-Condo kann schnell rund 3.500 S$ im Monat kosten, und ein einfaches Abendessen mit einem Getränk etwa 50 S$ pro Person. Um komfortabel zu leben, muss man in der Regel ordentlich verdienen, und viele Haushalte verlassen sich auf zwei Einkommen.

Wie ist das Arbeitsleben in Singapur?

Das Arbeitsleben hier ist schnell, aber professionell. Es gibt viele Jobchancen in verschiedenen Branchen, und die Leute haben tendenziell hohe Ansprüche und eine starke Arbeitsmoral. Gleichzeitig investiert der Staat viel in Weiterbildung und Schulungen, damit Beschäftigte in einem sich schnell wandelnden Arbeitsmarkt am Ball bleiben.

Ist es leicht, in Singapur gesund zu leben?

Ja. Condos haben meist einen Fitnessraum, HDB-Wohnanlagen bieten verschiedene Sporteinrichtungen, und es gibt viele öffentliche Fitnessstudios und Kurse auf der ganzen Insel. Das Park Connector Network, die Naturschutzgebiete und das viele Grün machen es außerdem leicht, regelmäßig zu gehen, zu laufen oder Rad zu fahren. Für mich ist es ganz natürlich, hier aktiv zu bleiben.

Dyah Maylanie
Dyah ist gebürtige Indonesierin und hat als erfahrene Reisende bereits über 50 Länder besucht. Seit mehr als 15 Jahren lebt sie in Singapur und teilt mit den Leserinnen und Lesern von ExpatDen ihren besonderen Blick auf das Zusammenspiel von globaler und lokaler Perspektive.
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