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Ein persönlicher Ratgeber für den Umzug nach Griechenland: Lebenshaltungskosten, Visa, Gesundheitsversorgung, Wohnen, Jobs und Alltag, dazu ehrliche Einblicke, wie es sich hier wirklich lebt.
Es gibt viele Gründe, nach Griechenland zu ziehen: der Lebensstil, das Klima, das großartige griechische Essen oder das langsamere Lebenstempo. Wie in den meisten Ländern macht es allerdings einen Unterschied, ob Du für die Arbeit oder für den Ruhestand kommst.
Trotzdem halte ich Griechenland für einen wunderschönen Ort zum Auswandern, wenn Dir die Nachteile bewusst sind und Du sie gern gegen mehr Sonne, gutes Essen und niedrigere Kosten als in vergleichbaren Mittelmeerländern wie Spanien, Italien oder Portugal eintauschst.
Meine persönliche Sicht, als jemand, der in Griechenland geboren, aber im Ausland aufgewachsen ist und Mitte zwanzig bewusst zurückkehrte: Griechenland liebt oder hasst man. Es gibt Gegenden, in denen das ruhige Leben und die Natur überwiegen, und Teile von Athen, die jeder anderen Großstadt gleichen, samt aller Probleme.
Dafür lässt sich ein bisschen Verkehr leichter ertragen, wenn man weiß, dass man jederzeit auf eine der hunderten griechischen Inseln oder in ein kleines Dorf auf dem Festland ausweichen kann, um Ruhe zu tanken.
Dieser Ratgeber zeigt Dir, was Dich als Expat in Griechenland erwartet: von Kosten und Gesundheitsversorgung über Wohnen und Visa bis hin zu Alltagsfragen und kleinen Dingen, nach denen man gar nicht erst auf die Idee kommt zu fragen.
Contents
Das Wichtigste in Kürze
- Griechenland verliebt man sich entweder sofort hinein, oder man merkt schnell, dass es nichts für einen ist
- Lebensstil, Klima und Essen sind die großen Pluspunkte, aber das Leben hier klappt am besten, wenn Du bereit bist, Komfort und Tempo gegen Sonne und Gelassenheit einzutauschen.
- Die Lebenshaltungskosten sind im Vergleich zu Westeuropa noch moderat, vor allem außerhalb von Athen, doch die Preise sind gestiegen, und eine solide Budgetplanung ist wichtiger, als viele denken.
- Die meisten Expats leben gut von Einkommen aus dem Ausland, denn die Gehälter vor Ort sind niedrig, und ohne Griechischkenntnisse sind die Jobmöglichkeiten begrenzt.
- Die Qualität der Gesundheitsversorgung ist gut, der Zugang oft mühsam. Deshalb ist eine private Krankenversicherung weit verbreitet und meist sinnvoll.
- Die Bürokratie arbeitet langsam und erscheint anfangs selten logisch. Geduld, Flexibilität und professionelle Hilfe zahlen sich aus.
- Der Wohnort prägt Deine Erfahrung in Griechenland mehr als alles andere, ob im quirligen Athen, auf ruhigen Inseln, in Bergdörfern oder in Küstenstädten.
Lebenshaltungskosten
Misst man die Lebenshaltungskosten in Griechenland an westeuropäischen oder nordamerikanischen Maßstäben, ergibt sich eine halbwegs günstige Basis. Wie in den meisten Ländern steigen die Preise wegen der Inflation stetig, trotzdem findet man weiterhin bezahlbare Immobilien zur Miete oder zum Kauf und kann die Gesamtkosten niedrig halten, ohne auf das Wesentliche zu verzichten.
Athen ist in der Regel 15 bis 25 % teurer als die meisten nicht-touristischen Städte auf dem griechischen Festland. Den größten Unterschied machen höhere Mieten und alltägliche Dienstleistungen. Ähnlich bleiben in ganz Griechenland die Preise für Supermarkteinkäufe, Handytarife, Internet, Gesundheitsversorgung und weitgehend auch für Treibstoff.
Außerhalb von Athen und den touristischen Hotspots sind neben der Miete oft auch Heizkosten, Dienstleistungen wie Reinigungskräfte, Fitnessstudios oder Friseure und Restaurantbesuche günstiger.
Die folgenden Preise sind Schätzungen, aus US-Dollar in Euro umgerechnet.
- Unterkunft: Mieten ist in Griechenland sehr verbreitet. Ein Einzimmerapartment oder Studio in ordentlicher Lage kostet unmöbliert etwa 460 bis 645 € pro Monat, eine 2- bis 3-Zimmer-Wohnung mit 100 Quadratmetern unmöbliert eher 1.105 €. Möblierte Wohnungen findet man leichter an touristischen Orten, je nach Lage und Saison liegen sie rund 20 % höher.
- Nebenkosten: Für eine kleinere Wohnung fallen durchschnittlich 95 bis 185 € an, inklusive Internet, Handytarif, Hausgeld, Strom und Wasser. Heizkosten im Winter können in kälteren Regionen und in älteren Gebäuden höher ausfallen.
- Essen und Trinken: Wer oft auswärts isst, wird sich über die vielen Tavernen und Imbisse mit günstigen Preisen freuen. In der Regel reichen 305 bis 510 € locker für den Supermarkt, gelegentliche Abendessen pro Woche, Kaffee zum Mitnehmen und etwas Alkohol.
- Kleidung und Pflege: Das hängt vom Geschmack ab, aber 100 bis 205 € pro Monat decken den gelegentlichen Friseurbesuch, Kosmetik und Hygieneartikel sowie ab und zu neue Kleidung.
- Verkehr: Mit eigenem Auto solltest Du etwa 95 bis 185 € im Monat für Sprit einplanen. Öffentliche Verkehrsmittel gibt es hauptsächlich in Athen und Thessaloniki. Wer gern zu Fuß geht und nur ab und zu ein Taxi nimmt, kommt auf etwa 65 bis 95 € monatlich.
- Krankenversicherung: Das hängt von Alter, Bedarf und Visumsanforderungen ab. Die staatliche Gesundheitsversorgung ist für Einwohner kostenlos. Viele Expats entscheiden sich für eine private Versicherung, die je nach Leistungsumfang und Krankengeschichte etwa 40 bis 185 € pro Monat kostet.
- Geschätzte Gesamtkosten pro Monat: 1.150 bis 1.360 €.
Ein komfortablerer Lebensstil mit besserer Wohnung und häufigeren Restaurantbesuchen liegt eher bei 1.530 bis 1.955 € pro Monat.
Der Mindestlohn in Griechenland beträgt derzeit 880 € pro Monat (brutto), der Medianlohn liegt bei rund 1.200 € pro Monat (brutto). Viele griechische Haushalte senken ihre Lebenshaltungskosten deshalb mit Unterstützung aus der Familie oder geerbten Immobilien. Teilweise gibt es außerdem begrenzte staatliche Hilfen für Wohnen oder Nebenkosten, vor allem für Familien und Geringverdiener.
Für Expats erklärt dieser Hintergrund, warum Griechenland auch mit kleinem Budget angenehm wirkt und sich ein ähnlich komfortabler Lebensstil wie der der Einheimischen erreichen lässt, ohne zu viel auszugeben.
Mehr dazu: Cost of Living in Greece: How Much Do You Need to Spend per Month?
Visa
Nicht jeder braucht für die Einreise nach Griechenland ein Visum. Welche Optionen Du hast, hängt vor allem davon ab, ob Du EU-Bürger bist oder aus einem Land mit günstigen Einreisebedingungen kommst.
Diese Regeln bestimmen auch, wie lange Du bleiben und ob Du arbeiten oder studieren darfst.

Als Staatsbürger der USA, Kanadas, des Vereinigten Königreichs oder Australiens darfst Du maximal 90 Tage innerhalb von 180 Tagen bleiben. Für einen Umzug reicht das meist nicht, also musst Du Dich nach anderen Optionen umsehen.
Für einen längeren Aufenthalt kommen vor allem diese Wege infrage: das Digital-Nomad-Visum (neu und beliebt bei Expats, die remote arbeiten), das FIP-Visum (Financially Independent Person), das allerdings keine Arbeit erlaubt und sich gut für Rentner eignet, und das Golden Visa, das Immobilieninvestoren ein Aufenthaltsrecht verschafft. Letzteres ist eine gute Wahl, wenn Du eine Immobilie kaufen willst, um später dort den Ruhestand zu verbringen.
Was sich durch das Gesetz 5275/2026 geändert hat
Griechenlands neues Einwanderungsgesetz (Gesetz 5275/2026) ist am 6. Februar 2026 in Kraft getreten und bringt einige Änderungen, die Du vor einem Antrag kennen solltest:
- Digital-Nomad-Visum: Du kannst nicht mehr mit einem Touristenvisum einreisen und den Antrag in Griechenland stellen. Jetzt musst Du vor der Reise bei einem griechischen Konsulat in Deinem Heimatland ein nationales Visum vom Typ D beantragen.
- Verspätete Verlängerungen sind nachsichtiger: Eine Verlängerung kannst Du bis zu drei Monate nach Ablauf der Aufenthaltserlaubnis beantragen (vorher war es ein Monat), allerdings wird für jeden Monat Verspätung eine Strafe von 100 Euro fällig.
- EU Blue Card: Die anfängliche Gültigkeit beträgt jetzt drei statt zwei Jahre.
- Zwei neue Wege: Ein Tech-Visum (12 Monate, für Beschäftigte von bei Elevate Greece registrierten Startups) und ein Talent-Visum für hochqualifizierte Fachkräfte ergänzen jetzt die bisherigen Möglichkeiten.
Kurzer Hinweis zur Bürokratie:
Alles, was mit Behörden, Papierkram oder rechtlichen Verfahren zu tun hat, kann doppelt so lange dauern oder doppelt so viel kosten, wie es anfangs scheint. In anderen Ländern erledigt man vieles in Eigenregie, hier ist es besser, bei der Planung des Umzugs direkt mit einem Einwanderungsanwalt und einem Steuerberater oder einem Relocation-Berater zusammenzuarbeiten.
Sie informieren Dich über die anfallenden Kosten und ersparen Dir Zeit, Stress und wiederholte Besuche in Ämtern mit langen Warteschlangen.
Jobmöglichkeiten
Bis auf wenige Ausnahmen ziehen Expats nicht wegen der Jobchancen nach Griechenland. Zwar gibt es Stellen, doch die Gehälter gelten im internationalen Vergleich als niedrig, und der Arbeitsmarkt ist umkämpft, besonders ohne Griechischkenntnisse.
Stattdessen kommen die meisten als Remote-Worker, Freelancer oder Rentner. Sie verdienen ihr Geld außerhalb des Landes, halten aber die Lebenshaltungskosten niedrig und die Lebensqualität hoch, und das in einem wunderschönen Mittelmeerland.
Einige wenige Branchen wie Tourismus und Gastronomie eignen sich für alle, die investieren oder vor Ort ein Unternehmen gründen wollen. Englischunterricht kann ein Nebenverdienst sein, wenn Du etwas Zeit übrig hast und Kontakt zu Einheimischen suchst.
In den meisten Fällen heißt komfortabel in Griechenland zu leben: anderswo Geld verdienen und hier leben, statt im Land selbst Geld zu verdienen.
Gesundheitsversorgung
Die Qualität der Gesundheitsversorgung in Griechenland gilt insgesamt als recht hoch, das Hauptproblem ist der Zugang. Laut Eurostat hat Griechenland eine der höchsten Raten an unerfülltem medizinischem Bedarf, vor allem wegen der Kosten, langer Wartelisten oder weiter Wege zu Gesundheitseinrichtungen.
Das heißt nicht, dass es keine Versorgung gibt. Herausfordernd wird es aber, wenn Du außerhalb des Großraums Athen wohnst oder bestimmte Fachärzte mit langen Wartezeiten brauchst.
Deshalb nutzen viele Griechen und die meisten Expats (für die meisten Visa ist es Pflicht) private Versicherungspakete, die in der Regel erschwinglich sind. Aus eigener Erfahrung: Eine kurzfristige Operation am vorderen Kreuzband und Meniskus in einer privaten Spitzenklinik kostete mich ohne Versicherung 3.000 Euro, im Vergleich zu anderen Ländern deutlich weniger.
Erwähnenswert ist auch, dass Griechenland eine der höchsten Raucherquoten unter Erwachsenen in der EU hat. Geraucht wird im ganzen Land sichtbar viel, obwohl es in Gebäuden und Restaurants offiziell verboten ist.
Essen
Das Essen ist einer der Hauptgründe für einen Umzug nach Griechenland, und ich kann das gut nachvollziehen.
Griechenland hat fruchtbaren Boden, tolles Wetter und eine lange Tradition intuitiver mediterraner Küche mit viel frischem Obst und Gemüse, Hülsenfrüchten und gesunden Fetten, wobei Olivenöl die wichtigste Zutat ist.
Wer die griechische Küche liebt, wird kleine Dörfer, nicht-touristische Gegenden und die Inseln als neue Lieblingsorte entdecken. Vom superfrischen Fisch am Wasser bis zu Lammkoteletts in einer Bergtaverne: Die Griechen essen, was saisonal und regional verfügbar ist.
Auch Feinschmecker und aufmerksame Beobachter finden zwischen den einzelnen Landesteilen viele regionale Käsesorten, Weine und Gerichte.

Der Norden Griechenlands ist bekannt für eine von Anatolien inspirierte Küche mit viel Aubergine, Paprika, Gewürzen und Fleisch, dazu lokale Würste und herzhafte Eintöpfe, zusätzlich zu allen Klassikern. Der Einfluss geht auf die Flüchtlinge aus Kleinasien nach dem Bevölkerungsaustausch mit der benachbarten Türkei zurück. Städte wie Thessaloniki, Kavala und Serres zeigen das in ihren Gerichten, Desserts und der Streetfood-Kultur.
Im Süden und auf den Inseln stehen dagegen mehr Fisch, Gemüse und Obst auf dem Teller, und noch vor nicht allzu langer Zeit waren Zutaten außerhalb der Saison in kleineren Städten schwer zu bekommen.
Die Peloponnes liegt irgendwo dazwischen. Sie ist eine bedeutende Region für Zitrusfrüchte und bringt hervorragendes, weltberühmtes Olivenöl, Oliven und Honig hervor.
Bei einem Besuch in den Bergdörfern gehört ein Stopp in einer Fleischtaverne für Lammkoteletts oder andere deftige Stücke einfach dazu.
Eine Region für sich ist Kreta. Die Insel hat eine stolze, lange Identität, die auch die Küche einschließt. Die kretische Küche kennt traditionell Zutaten, die im Rest Griechenlands weniger verbreitet sind, etwa die reichhaltige Staka-Butter oder Schnecken.
Interessant ist außerdem, wie stark Religion und Fastenzeiten die Ernährung prägen. Im Land gibt es mehrere christliche Fastenperioden, in denen die Menschen auf Fleisch, Milchprodukte oder zeitweise noch mehr verzichten. Veganer und Vegetarier finden deshalb sehr leicht etwas zu essen, auch abseits der großen Städte. Beliebt sind vor allem Bohnengerichte mit Linsen, Kichererbsen, Bohnen und Gemüse.
Und falls Dir die griechische Küche irgendwann doch zum Hals raushängt, was ich bezweifle: In den größeren Städten, vor allem in Athen, gibt es reichlich internationale Küche.
Was Du mitbringen solltest
Du wirst kaum viel mitbringen müssen, was es in Griechenland nicht gibt. Ausnahmen sind Medikamente, Kleidung und einige Lebensmittel.
Medikamente
Apotheken gibt es überall und sie sind gut sortiert, doch bestimmte Markennamen einzelner Medikamente sind im Land womöglich nicht erhältlich. Wenn Du auf bestimmte Präparate angewiesen bist oder sie bevorzugst, kläre das vorher ab, damit Du einen Vorrat mitbringen kannst. Informiere Dich dabei unbedingt über die Einfuhrbestimmungen.
Kleidung
Auch bei Kleidung gibt es Unterschiede. Griechenland hat viele Geschäfte und Einkaufszentren, und was dort fehlt, lässt sich oft leicht aus benachbarten europäischen Ländern bestellen. Manche Outdoor- und Modemarken sind in Nordamerika oder Asien allerdings günstiger oder bieten mehr Auswahl. Dann lohnt es sich, Deine Lieblingssneaker samt Ersatzpaaren mitzubringen. Das gilt auch für sehr große Schuhgrößen oder Übergrößen, die schwerer zu finden sind oder bestellt werden müssen.
Elektronik
Gängige Elektronik gibt es in Griechenland problemlos zu kaufen, Du kannst also mitnehmen, was Du schon hast, und später aufrüsten. Prüfe aber Deine Stecker, falls Du Adapter brauchst.
Lebensmittel
Wenn Du außerhalb von Athen wohnst, kann es sich schließlich lohnen, schwer erhältliche Spezialitäten mitzubringen oder schicken zu lassen, vor allem für die asiatische Küche. Unmöglich zu bekommen sind sie nicht, aber Du musst sie online bestellen, statt sie im Supermarkt zu finden.
Wo leben
Die beliebtesten Expat-Ziele in Griechenland außerhalb von Athen sind die Insel Kreta im Süden, Thessaloniki im Norden und die Region Peloponnes.
Jede dieser Regionen hat Vor- und Nachteile, die Du Dir bei Deinen Umzugsplänen in Ruhe ansehen solltest.
Athen
Für Athen sprechen vor allem Größe und Lebensstil. Die Stadt hat ein gut vernetztes öffentliches Verkehrssystem, mehr Expats und größere Communitys, in denen man Leute kennenlernt. Dazu kommen Kino, Shows, Museen und Veranstaltungen an jedem Tag der Woche.

Athen ist die teuerste Stadt Griechenlands zum Wohnen, bietet dafür aber die Nähe zum Flughafen, mehr Restaurants mit internationaler Küche und viele Möglichkeiten für Inlandsreisen, per Flugzeug oder mit der Fähre ab Piräus.
Thessaloniki
Thessaloniki im Norden ist der kleinere Bruder von Athen und hat dank der vielen Studenten ein lebendiges Flair. Die Stadt liegt am Wasser und eignet sich als Ausgangspunkt für Roadtrips zu vielen schönen Zielen im Norden Griechenlands und auf dem Balkan. Sie ist kompakter und günstiger als Athen, hat aber internationale Schulen für Kinder und genug Leben, um neue Leute kennenzulernen.

Kreta
Als größte Insel Griechenlands vermittelt Kreta Inselfeeling, ohne dass man sich auf die hohen Preise kleinerer Inseln einlassen muss. Wegen der Einwohnerzahl ist es auch außerhalb des Sommers das ganze Jahr über lebendig, wenn auch weniger als in der Hauptsaison. Es gibt touristische und weniger touristische Gegenden, in denen sich ideal eine Anlageimmobilie oder eine Mietwohnung finden lässt.

Hier wächst eine Community aus Digital Nomads und Expats, die das ganze Jahr am Wasser leben und die mildesten Winter Griechenlands genießen.
Die Region Peloponnes
Die Peloponnes war jahrelang ein unterschätztes Juwel, das langsam an Beliebtheit gewinnt. Die Region, insbesondere die Stadt Kalamata, liegt nur ein paar Autostunden von Athen entfernt und verbindet Berge, Natur, traumhafte Strände und kleine Dörfer, die Besucher in ihren Bann ziehen.

Abseits von Kalamata und Nafplio gibt es auf der Peloponnes kleine Dörfer und Städte, die perfekt passen, wenn Du für den Ruhestand nach Griechenland ziehst und ein Küstenhaus für ein entspanntes Leben mit gutem Essen und Zugang zu beliebten Urlaubszielen im Sommer suchst.
Unterkunft
Bei einem Umzug nach Griechenland hast Du die Wahl zwischen vielen verschiedenen Wohnformen. Welche davon infrage kommen, hängt auch vom gewählten Ort ab.
- Studios und Apartments: In den meisten größeren Städten Griechenlands stehen neue und alte Mehrfamilienhäuser, und die Menschen leben in Wohnungen. Sie sind meist kompakt, und in Altbauten gibt es weniger Heizmöglichkeiten. Für Stadtbewohner ist das die häufigste Wohnform. Neubauten in zentralen Lagen sind bei der Miete am teuersten.
- Einfamilienhäuser oder Maisonetten: Maisonetten sind in den Vororten Griechenlands, auch in Kleinstädten und auf den Inseln, sehr beliebt. Das können Einfamilienhäuser oder Maisonetten auf zwei Ebenen sein, oft mit kleinem Garten oder Terrasse. Häufig gehören sie zu einer Anlage mit vielen ähnlichen Häusern. Sie eignen sich für Familien oder für alle, die mehr Platz im Freien möchten, und meist braucht man dazu ein Auto.
- Villen: Sie stehen vor allem auf den Inseln oder in Küstennähe, sind oft möbliert und für längere Mietzeiten zu einem höheren Preis zu haben. Je nach Gegend gehören ein Pool oder andere Annehmlichkeiten dazu.
- Traditionelle Häuser: In kleineren Dörfern und auf den Inseln findest Du traditionelle, kleine Steinhäuser. Sie sind charmant, aber wegen der Dämmung nicht immer ideal für einen langen Aufenthalt. Am besten mietest Du im Sommer als Tourist für ein paar Tage einige davon, um einen besseren Eindruck zu bekommen.
Die meisten Wohnungen in Griechenland werden unmöbliert vermietet, und anders als in anderen Ländern gehören dazu auch keine Haushaltsgeräte. Selten gehören bei unmöblierten Häusern Kühlschrank oder Backofen dazu, meist nur, weil die Küche fest in die Schränke eingebaut ist.
Möblierte Wohnungen für mehrere Monate sind meist recht teuer, denn der Eigentümer hat sie damit aus der Kurzzeitvermietung genommen.
Beliebte Plattformen bei Einheimischen und Expats sind XE.gr oder Spitogatos. In den letzten Jahren sind auch viele lokale Facebook-Gruppen populär geworden, über die man ohne Maklergebühren mieten kann. Eventuell brauchst Du die automatische Übersetzung, aber als Recherchetool ist das hilfreich.
Mietverträge für Häuser laufen in der Regel 12 Monate, obwohl Mieter gesetzlich bis zu 3 Jahre bleiben dürfen. Am besten arbeitest Du mit einem Immobilienmakler zusammen, damit Du in jeder Phase weißt, was passiert. Kautionen sind in den letzten Jahren häufiger geworden und hängen stark von der Art der Immobilie ab.
Außerdem müssen sich alle Einwohner beim Einzug bei den griechischen Behörden anmelden, und auch die Umschreibung der Nebenkostenverträge auf Deinen Namen läuft möglicherweise ähnlich ab.
Nebenkosten und Rechnungen
Zu den üblichen Nebenkosten in Mehrfamilienhäusern gehören Strom, Wasser und das gemeinsame Hausgeld. Letzteres richtet sich nach der Art des Gebäudes (neu oder alt), dem Stockwerk, einem eventuellen Aufzug und dem Heizsystem des Hauses (zum Beispiel Zentralheizung).
In der Miete sind sie selten enthalten.
Internet ist selten inklusive, außer Du mietest ein möbliertes Serviced Apartment wie auf Plattformen à la Airbnb. In älteren, weniger gefragten Gebäuden gibt es oft nur Klimageräte zum Heizen und Kühlen, die im Winter manchmal nicht ausreichen und die Stromrechnung stark in die Höhe treiben können.
Handy und Internet
In Griechenland gibt es einige große Anbieter, darunter Vodafone, Cosmote und Nova. Die Netzabdeckung ist überall ähnlich und in Athen, Thessaloniki und allen größeren Städten ziemlich gut.
Handytarife gibt es als Prepaid und als Jahresvertrag. Bei Expats beliebt ist Cosmote Neo, ein monatlich kündbarer, vertragsähnlicher Tarif, den Du nach Bedarf wählen kannst. Tarife mit unbegrenztem Datenvolumen kosten je nach Vertragslaufzeit zwischen 21 und 34 €.
Beim Internet zu Hause hängt die Geschwindigkeit von Standort und Anbieter ab. In Gebieten mit Glasfaser sind bis zu 100 Mbit/s möglich, und das Netz wird rasch ausgebaut. In anderen Gegenden liegen die Durchschnittswerte bei 60 bis 80 Mbit/s. Auch Starlink wird als schnellere Alternative immer beliebter.
Insgesamt reicht die Infrastruktur für Remote-Arbeit und den Alltag aus, aber bis Du die passende Lösung gefunden hast, ist etwas Recherche nötig.
Finanzen
Finanzkram gehört bei einem Umzug nach Griechenland, wie in jedes andere Land, zu den lästigen Pflichten. Rechne bei Banken und Behörden generell mit etwas Bürokratie und Verzögerungen.
Die übliche Reihenfolge: Zuerst besorgst Du Dir eine AFM (Steuernummer), um einen langfristigen Mietvertrag zu unterschreiben, und danach kannst Du ein Bankkonto eröffnen. Das Konto ist oft der aufwendigste Schritt, mit viel Recherche und mehreren Filialbesuchen, wenn die Unterlagen nicht vollständig sind.
Für die Kontoeröffnung verlangen die meisten Banken
- Reisepass
- Steuernummer
- Adressnachweis
- Dein Visum oder einen Nachweis über den legalen Aufenthalt.
- Je nach Visum musst Du eventuell auch ein Einkommen nachweisen.
Griechische Banken sind für hohe und versteckte Gebühren bekannt. Wenn Du kein Geld auf ein griechisches Konto einzahlen musst, ist es also eher ein Nice-to-have. Revolut oder Wise werden ebenfalls häufig genutzt.
In Expat-Foren für Griechenland liest man dasselbe: Lass Dir die AFM über einen Steuerberater besorgen, um wiederholte Filialbesuche zu vermeiden, und behalte ein Wise- oder Revolut-Konto, denn die Eröffnung eines griechischen Bankkontos kann sich über Wochen ziehen.

Auf kleineren Märkten und in manchen Geschäften wird noch bar bezahlt, aber insgesamt kommst Du in der Regel mit der Bankkarte gut zurecht. Seit Ende 2025 müssen die meisten Unternehmen gesetzlich auch IRIS-Zahlungen akzeptieren, eine schnelle, gebührenfreie Überweisung über Deine Bank, bei der man die Steuernummer oder Telefonnummer des Empfängers verwendet.
Geld zu senden oder zu empfangen ist über verschiedene Dienste wie Wise, Revolut oder PayPal ziemlich einfach.
Steuern
Bei den Steuern ist die Art des Visums weniger entscheidend als die Frage, ob Du als griechischer Steuerresident giltst. Das ist der Fall, wenn Du Dich innerhalb eines Kalenderjahres mehr als 183 Tage in Griechenland aufhältst. Hinzu kommt ein weiteres Kriterium: ob sich Dein Lebensmittelpunkt, etwa Wohnung, Geschäftstätigkeit oder Familienleben, in Griechenland befindet.
Ist das geklärt, wirst Du entweder mit Deinem weltweiten Einkommen (als Resident) oder nur mit in Griechenland erzieltem Einkommen besteuert, wenn Du kein Resident bist. Die Steuersätze in Griechenland sind progressiv und liegen zwischen 9 % und teils 44 %.
Außerdem musst Du jährliche Einkommensteuererklärungen (E1) einreichen sowie Vermögenswerte wie Immobilien und Fahrzeuge angeben. Das geht zwar theoretisch auch selbst, aber die meisten Expats und Griechen beauftragen Steuerberater, da kleine Gesetzesänderungen oder fehlerhafte Angaben hohe Strafen nach sich ziehen können.
Sprache
Für den Umzug nach Griechenland musst Du kein Griechisch lernen, aber es fühlt sich definitiv besser an, wenn Du Dich um ein paar Wörter bemühst.
Die meisten jungen Leute und Beschäftigte in der Gastronomie oder in bestimmten Branchen sprechen Grundkenntnisse in Englisch. In touristischen Gegenden triffst Du sogar Leute, die mehrere Sprachen sprechen, etwa Deutsch, Französisch oder Italienisch. Die Griechen schätzen es insgesamt sehr, wenn Ausländer die Sprache lernen wollen und sich bemühen, sich zu verständigen, notfalls mit Brocken von Englisch oder mit Händen und Füßen.
Es gibt viele Sprachschulen für Erwachsene und erschwingliche Kurse, mit denen Expats während ihres Aufenthalts leicht besser Griechisch lernen können.
Mehr dazu:
- My Personal Guide on Learning Greek for Beginners
- A Complete Guide on the Best Way to Learn Greek Alphabet
Verkehr
Für ein so kleines Land hat Griechenland kein besonders zuverlässiges oder gut ausgebautes Verkehrsnetz. Auf dem Festland gibt es Zugverbindungen zwischen Athen und Thessaloniki, die sich auch zu einigen anderen Städten in Mittelgriechenland verzweigen.
Im Rest des Landes bist Du auf die KTEL-Busse angewiesen, die in der Regel günstig, sauber und pünktlich sind. Es sind normale Fernbusse, meist mit nur einer Klasse und ohne zusätzlichen Komfort.
Auf den Inseln sind Fähren das übliche Verkehrsmittel, es gibt schnelle und langsamere Verbindungen. Eine Fähre von Athen (Piräus) nach Rhodos, einer der beliebtesten Inseln im Sommer, kann in der Nebensaison bis zu 18 Stunden dauern, da sie oft mehrere Inseln anläuft, um Fracht abzuliefern.
Schnellere Fähren, etwa zwischen Athen und Santorini, brauchen nur etwa 3 Stunden.
In den Städten haben nur Athen und, seit Kurzem, Thessaloniki zuverlässige U-Bahn-Systeme, die das Zentrum bedienen. Der Rest der jeweiligen Stadt wird von Bussen abgedeckt, an die man sich erst gewöhnen muss. Griechische Städte gelten generell als sehr gut zu Fuß erkundbar, und ein Taxi brauchst Du nur gelegentlich, wenn Du kein Auto kaufen oder leasen möchtest.
Nützliche Tipps
Am meisten überrascht Expats und Besucher beim Umzug nach Griechenland, wie religiös und teils konservativ das Land ist, besonders außerhalb von Athen.
Religion
Griechenland ist ein von Krieg und Not geprägtes Land, und die Orthodoxie spielte in den Unabhängigkeitskriegen sowie in den Jahren davor eine enorme Rolle.
Die Menschen
Die Griechen gelten als herzlich, ausdrucksstark, laut und beziehungsorientiert. Das alte Klischee der eng verbundenen Familien mit vielen Kindern stimmte bis zu dieser Generation, inzwischen sinkt die Geburtenrate, und große Familien werden seltener.
Work-Life-Balance
Die Griechen feiern gern, arbeiten aber oft mehr Stunden als erwartet, wohl weil die Grenze zwischen Arbeit und Privatleben etwas verschwimmt. Treffen sie sich dann mit Freunden, dauert es oft stundenlang oder bis spät in den Abend. Es gilt als völlig in Ordnung und nicht unhöflich, einen Freund unter der Woche um 21 Uhr auf einen Kaffee, einen Wein oder zum Abendessen einzuladen, denn man verabredet sich eher spät am Abend.

Eine typische Familie isst spät zu Mittag, besonders im Sommer meist zwischen 15 und 17 Uhr, und zu Abend zwischen 20 und 22 Uhr.
Gespräche führen
Griechen sind Fremden gegenüber grundsätzlich aufgeschlossen, doch die ersten Wochen oder Monate können sich ein wenig chaotisch oder laut anfühlen. In Freundesgruppen geht es lebhaft zu, man unterbricht sich, redet durcheinander oder macht Witze.
Geschenke
Gastfreundschaft zeigt sich auch beim Essen: Wer zu Besuch kommt, bekommt selbstverständlich Wasser, Kaffee oder etwas zu essen angeboten. Es gehört sich außerdem, bei einem Besuch bei Freunden ein kleines Geschenk oder Süßigkeiten mitzubringen.
Rechnung teilen
Selbst bei jüngeren Generationen gilt es noch als etwas unhöflich, die Rechnung zu teilen, trotz niedriger Löhne und Arbeitslosigkeit. Freunde laden sich oft reihum ein oder erwarten, dass Du bei einem Besuch zu Hause etwas zu essen anbietest.
Flexibilität ist das A und O
Als letzter Rat: Flexibilität ist in Griechenland eine echte Tugend. Vieles dauert länger als gedacht, und kurzfristige Änderungen sind an der Tagesordnung, ob auf dem Amt, bei Streiks im öffentlichen Nahverkehr oder beim Warten auf den Kaffee auf einer Insel.





