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In Panama herrscht Rechtsverkehr, getankt wird in US-Dollar, und die Straßen reichen von hervorragend ausgebauten Fernstraßen bis zu Abschnitten, die bei Regen unpassierbar werden. Hier erfährst Du, was Du zu den Führerschein-Anforderungen wissen musst, welche Regeln Ausländern oft zum Verhängnis werden und was im Ernstfall zu tun ist.
Autofahren in Panama-Stadt ist eine Geduldsprobe. Der Verkehr ist dicht, Fahrspurmarkierungen gelten eher als Empfehlung, und eine Strecke von zehn Blocks kann zur falschen Uhrzeit gut zwanzig Minuten dauern. Außerhalb der Hauptstadt läuft der Panamericana-Highway gut, und die Landschaft ist beeindruckend. Im Hochland kann es in der Regenzeit ohne Vorwarnung zu Straßensperrungen kommen. Wer mit realistischen Erwartungen unterwegs ist, kommt in Panama gut zurecht.
In den ersten 90 Tagen nach der Einreise kommst Du problemlos mit einem ausländischen Führerschein durchs Land. Sobald Du eine Aufenthaltsgenehmigung erhältst, ist die Umschreibung in einen panamaischen Führerschein gesetzlich vorgeschrieben. So oder so lohnt sich die Lektüre, bevor Du Dich ans Steuer setzt: welche Regeln ausländischen Fahrern besonders oft zum Verhängnis werden und was am Unfallort zu tun ist.
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Contents
- Das Wichtigste in Kürze
- Darfst Du hier fahren?
- Ist Autofahren in Panama einfach?
- Straßenzustand nach Region
- Regeln, die Ausländer oft überraschen
- Fahrkultur und Sicherheitstipps
- So tankst Du in Panama
- Verhalten nach einem Unfall
- Häufig gestellte Fragen
- Kann ich mit meinem US- oder UK-Führerschein in Panama fahren?
- Auf welcher Straßenseite fährt man in Panama?
- Ist ein Internationaler Führerschein (IDP) vorgeschrieben?
- Wie schlimm ist der Verkehr in Panama-Stadt?
- Kann ich von Panama nach Costa Rica fahren?
- Welchen Kraftstoff gibt es in Panama?
- Ist Autofahren nachts sicher?
Das Wichtigste in Kürze
- Touristen dürfen 90 Tage ab dem letzten Einreisestempel mit einem gültigen ausländischen Führerschein fahren. Residenten müssen auf einen panamaischen Führerschein umschreiben.
- In Panama herrscht Rechtsverkehr. Tempolimits: 40 km/h innerorts, 60 km/h außerorts, 100 km/h auf der Autobahn.
- Die gesetzliche Promillegrenze liegt bei 0,05 %, was für die meisten Menschen etwa einem Standardgetränk entspricht. Am sichersten fährst Du mit Deiner eigenen Null-Promille-Regel.
- Handynutzung am Steuer ist auch an roten Ampeln verboten. Das Bußgeld dafür ist höher als für Geschwindigkeitsübertretungen.
- Bewege das Auto nach einem Unfall erst, wenn die Polizei eintrifft und grünes Licht gibt. Wer vorher wegfährt, verliert das Recht, gegen die Versicherung des Unfallgegners vorzugehen.
- Eine Haftpflichtversicherung (SOAT) ist Pflicht. Normalbenzin kostet etwa 1,01 € (US$1,19) pro Liter, Diesel etwa 1,08 € (US$1,27).
Darfst Du hier fahren?
Als Tourist: ja, ganz ohne zusätzlichen Papierkram, für 90 Tage ab Deinem letzten Einreisestempel. Dein gültiger ausländischer Führerschein wird für die Dauer eines gewöhnlichen touristischen Aufenthalts nach panamaischem Recht anerkannt.
Für Residenten sieht es anders aus. Sobald Dir eine Aufenthaltsgenehmigung erteilt wird, auch eine vorübergehende, bist Du gesetzlich verpflichtet, auf einen panamaischen Führerschein umzuschreiben. Nach der Genehmigung weiter mit dem ausländischen Führerschein zu fahren, ist keine Grauzone, sondern schlicht illegal. Bei der Umschreibung (Homologation genannt) entfallen die theoretische und die praktische Prüfung, wenn Dein Heimatland ein Abkommen mit Panama hat, was auf die meisten Länder zutrifft.
Die Bearbeitung dauert etwa zwei Wochen und kostet rund 34 € (US$40) zuzüglich Beglaubigungsgebühren.
Mehr dazu: Einen Führerschein in Panama beantragen: Schritt-für-Schritt-Anleitung für Expats
Diese Dokumente solltest Du immer dabeihaben
Wenn Du in Panama fährst, hast Du diese Originale am besten immer dabei. Fotokopien werden nicht akzeptiert:
- Gültiger Führerschein (als Tourist Dein ausländischer Führerschein, als Resident Dein panamaischer, sobald Du ihn hast)
- Internationaler Führerschein (IDP): gesetzlich nicht vorgeschrieben, aber dringend empfohlen; wird zusätzlich zu Deinem ausländischen Führerschein ausgestellt und liefert eine spanische Übersetzung, die Polizeikontrollen erleichtert
- Fahrzeugzulassung (circulación): muss gültig sein
- SOAT bzw. Versicherungsnachweis: Beleg für die vorgeschriebene Haftpflichtversicherung
- Reisepass oder cédula: als Tourist den Reisepass, als Resident die cédula
Polizeikontrollen auf den Hauptstrecken sind üblich. Die Beamten verlangen diese Dokumente, und fehlt etwas, gibt es Verzögerungen und möglicherweise ein Bußgeld. Bewahre die Originale in einer Dokumentenmappe im Auto auf, nicht lose in einer Tasche.
Tipp: Lass Dir beglaubigte Kopien Deines Führerscheins und Deiner Dokumente machen und bewahre sie zu Hause auf. Wird Dein Original im Rahmen eines Bußgeldverfahrens einbehalten (das kommt gelegentlich vor), hilft Dir eine beglaubigte Kopie bei den nächsten Schritten. Die Originale bleiben im Auto, die Kopien zu Hause.

Ist Autofahren in Panama einfach?
In Panama-Stadt: anfangs nicht.
Der Verkehr in der Hauptstadt ist zäh, besonders während der morgendlichen (7 bis 9 Uhr) und abendlichen Stoßzeit (17 bis 19 Uhr). Das Straßennetz ist dichter, als die Infrastruktur der Stadt komfortabel verkraften kann, und die Fahrer treten selbstbewusst auf. Motorräder schlängeln sich durch den Verkehr, die Spurdisziplin ist locker, und Ampeln werden manchmal eher als Empfehlung denn als Vorschrift behandelt.
Panama-Stadt ist aber überschaubar. Sobald Du die Hauptachsen kennst (Cinta Costera, Vía España, Calle 50), lässt sich die Stadt gut bewältigen. Eine Navigations-App ist unverzichtbar. Waze ist die beliebteste Navigations-App in Panama und wird von lokalen Nutzern gepflegt, die Unfälle, Kontrollen und Straßensperrungen in Echtzeit markieren.
Außerhalb der Hauptstadt ist Autofahren deutlich entspannter.
Der Panamericana-Highway (Interamericana) nach David und in die westlichen Provinzen ist gut ausgebaut, gut beschildert und angenehm zu fahren. Nebenstraßen zu den Strandorten an der Pazifikküste sind asphaltiert und in ordentlichem Zustand. Die Bergstraßen um Boquete und Volcán sind ganzjährig befahrbar, werden aber streckenweise deutlich schmaler und steil.
An der Karibikküste und in Bocas del Toro sieht es anders aus. Nach Bocas kommst Du nur mit einer Fähre, das Straßennetz dort ist begrenzt. In der Regenzeit kann sich der Straßenzustand im Hochland und an den karibikseitigen Hängen schnell verschlechtern.
Straßenzustand nach Region
Insgesamt ist der Straßenzustand in Panama ziemlich gut, weshalb sich das Land angenehm bereisen lässt, solange Du die Stoßzeiten in der Stadt meidest, wie bereits erwähnt. Hier der Straßenzustand nach Region, damit Du Dir ein klareres Bild machen kannst.
Panama-Stadt und Umgebung: In der Hauptstadt sind die Straßen durchgehend asphaltiert. Schlaglöcher gibt es, werden aber in der Regel zügig ausgebessert. Die größere Herausforderung ist das Verkehrsaufkommen, nicht der Straßenbelag. Bei heftigen Regenschauern in der Regenzeit können tiefer gelegene Straßen überflutet werden und zeitweise gesperrt sein; am häufigsten betroffen sind die Cinta Costera und die Unterführungen.
Panamericana-Highway (Interamericana): Von Panama-Stadt bis Santiago eine gut ausgebaute, getrennte Fernstraße, danach eine solide zweispurige Straße bis David und zur Grenze nach Costa Rica. Es gibt Seitenstreifen, die Beschilderung ist klar, und mit der gebotenen Vorsicht ist die Strecke auch nachts sicher befahrbar. Das ist Panamas beste Straße.
Zufahrtsstraßen zur Pazifikküste (Coronado, Santa Clara, Pedasí): Die asphaltierten Hauptzufahrten sind meist in gutem Zustand. Die Straßen innerhalb der Strandorte sind unterschiedlich: manche asphaltiert, manche festgefahrene Erde, die bei starkem Regen schwierig wird. Erkundige Dich vor der Regenzeit (Mai bis Dezember) bei Eigentümern oder in Community-Gruppen, wenn Du in ein unbekanntes Strandgebiet fährst.
Chiriquí-Hochland (Boquete, Volcán): Asphaltierte, aber schmale Straßen mit deutlichen Höhenunterschieden. Leitplanken gibt es auf vielen, aber nicht allen Abschnitten. In der Trockenzeit ist die Sicht ausgezeichnet; in der Regenzeit, besonders am frühen Morgen, kommt es häufig zu Nebel und nasser Fahrbahn. Für Grundstücke abseits der Hauptstraße ist 4WD oder Allradantrieb (AWD) empfehlenswert.
Bocas del Toro: Begrenztes Straßennetz. Almirante ist der Anschlusspunkt auf dem Festland; von dort geht es per Wassertaxi oder Fähre ins Archipel. Auf den Inseln selbst sind Taxis und Wassertaxis die wichtigsten Verkehrsmittel. Autofahren spielt in Bocas nur eine untergeordnete Rolle.
Darién und Ostpanama: Der Panamericana-Highway endet in Yaviza; durch den Darién Gap führt keine Straße. Unternimm ohne fachkundige lokale Begleitung keine Fahrten ins Darién-Gebiet.

Regeln, die Ausländer oft überraschen
Manche Regeln in Panama überraschen Ausländer und können teuer werden.
Handynutzung am Steuer ist grundsätzlich verboten, auch an roten Ampeln, und wird härter bestraft als zu schnelles Fahren. Das überrascht Fahrer aus Ländern, in denen an roten Ampeln eine Ausnahme gilt. In Panama zählt bereits ein laufender Motor als Fahren. Leg das Handy weg, bevor Du den Motor startest, und greif erst wieder danach, wenn Du geparkt hast und der Motor aus ist. Brauchst Du die Navigationsansage vom Handy, stell sie ein, bevor Du losfährst.
Die Promillegrenze liegt bei 0,05 %, nicht bei 0,08 %. Bei 0,05 % giltst Du in Panama bereits als fahruntüchtig, oft bevor die meisten nordamerikanischen Fahrer überhaupt etwas spüren würden. Bei einer Person mit 68 kg Körpergewicht kann schon ein Standardgetränk (ein Bier, ein Glas Wein, ein Schnaps) die Promillegrenze von 0,05 % erreichen oder überschreiten, je nach Körpergewicht, Stoffwechsel und Zeitpunkt. Bei leichteren Personen reicht mitunter schon ein Getränk. Bei schwereren Personen können zwei Getränke die Grenze ebenfalls überschreiten. Am Steuer ist in Panama daher nur eine Regel wirklich sicher: null Alkohol. Das Bußgeld ist dabei noch das kleinere Problem, denn ein Unfall unter Alkoholeinfluss hat ernste strafrechtliche Folgen.
Bodenschwellen (policías muertos) sind oft nicht ausgeschildert. In Wohngebieten und kleineren Orten tauchen Bodenschwellen mitunter ohne Warnschild oder Markierung auf. Fährst Du mit Tempo darüber, beschädigst Du Dein Auto, und niemand kommt dafür auf. Fahr in Wohngebieten grundsätzlich langsamer, besonders bei der Einfahrt in kleine Orte und Ortschaften an Nebenstraßen.
Die circulación (Fahrzeugzulassung) muss gültig sein. Fährst Du mit abgelaufener Zulassung, kannst Du an jeder Kontrolle ein Bußgeld kassieren. Bei einem Mietwagen solltest Du die Papiere vor der Abfahrt prüfen. Besitzt Du ein Fahrzeug in Panama, leg Dir eine Erinnerung für die Verlängerung der Zulassung an.
Anschnallpflicht gilt für alle Insassen. Der Fahrer haftet dafür, dass alle Mitfahrer angeschnallt sind. Kinder brauchen passende Kindersitze; Panama folgt dabei internationalen Sicherheitsstandards.
Warndreiecke und ein Feuerlöscher sind gesetzlich vorgeschrieben. Wirst Du nach einem Unfall oder einer Panne ohne diese Ausrüstung kontrolliert, kommt zu allem anderen noch ein zusätzliches Bußgeld hinzu.

Fahrkultur und Sicherheitstipps
Der Ruf des panamaischen Fahrstils stimmt teilweise, ist aber auch übertrieben. Nach europäischen Maßstäben fahren die Leute in Panama-Stadt aggressiv, aber nicht auffällig aggressiver als in Mexiko-Stadt, Bogotá oder São Paulo. Diese Punkte solltest Du kennen:
Hupen ist Kommunikation, keine Aggression. Kurzes Hupen signalisiert Aufmerksamkeit, warnt an unübersichtlichen Kurven auf Bergstraßen und zeigt Abbiegeabsichten in engen Situationen an. Ein Hupsignal muss nicht feindselig gemeint sein; interpretiere es entsprechend gelassen.
Die Regeln zur linken Spur werden nicht konsequent befolgt. Auf der Interamericana stehen häufig Lkw und langsame Fahrzeuge auf der linken Spur. Überholt wird, sobald sich eine Lücke bietet, nicht nach vorhersehbarem Muster. Fahr defensiv und geh nicht automatisch davon aus, dass die linke Spur frei ist.
Nachts außerhalb der Städte ist das Risiko höher. Unbeleuchtete Fußgänger auf Landstraßen, Vieh auf der Fahrbahn, Fahrzeuge ohne Beleuchtung sowie die Kombination aus Schlaglöchern und Regen machen nächtliches Fahren auf Nebenstraßen riskanter, als es zunächst scheint. Plane Fahrten im Hochland und auf dem Land wenn möglich tagsüber.
Kraftstoff ist überall verfügbar und günstig. Normalbenzin (bleifrei) kostet Stand Juni 2026 etwa 1,01 € (US$1,19) pro Liter, Diesel etwa 1,08 € (US$1,27) pro Liter. Tankstellen gibt es reichlich entlang aller Hauptstrecken. In abgelegenen Gegenden solltest Du für Strecken über 200 km zwischen Ortschaften Reservekraftstoff mitnehmen. Auf den touristischen Hauptrouten gibt es in Panama keine Tankstellen-Wüsten, abseits davon sieht das schon anders aus. Die Preise sind staatlich reguliert und werden wöchentlich vom nationalen Energiesekretariat (SNE) aktualisiert.
Für die elektronische Maut auf Corredor Sur und Corredor Norte brauchst Du einen PanaPass. Beide Schnellstraßen arbeiten mit 100 % elektronischer Maut; Barzahlung gibt es nicht. Ein PanaPass-Transponder kostet 12,75 € (US$15) plus ein Startguthaben. Erhältlich ist er in der Nähe der Albrook Mall und im Atlapa Convention Center in Panama-Stadt. Ohne PanaPass musst Du auf die normalen Stadtstraßen ausweichen, was Fahrten quer durch die Stadt deutlich verlängert. Die Maut liegt je nach Strecke und genutzten Mautstellen typischerweise zwischen 2,55 € und 6,80 € (US$3 bis US$8).
Parken in Panama-Stadt will geplant sein. Straßenparkplätze gibt es, sind aber begehrt. Für längere Aufenthalte in Geschäftsvierteln sind Parkhäuser (parqueos) die verlässlichere Option. Rechne mit 0,85 € bis 2,55 € (US$1 bis US$3) pro Stunde in überdachten Parkhäusern. Überlege Dir vorher, wo Du parken willst; wer auf der Suche im Kreis fährt, provoziert genau dadurch Unfälle.
So tankst Du in Panama
Was mich beim ersten Tanken überrascht hat: In Panama tankst Du nicht selbst. Die Tankstellen sind Full-Service, ein Tankwart füllt den Tank, während Du im Auto sitzen bleibst. Du fährst einfach vor und sagst, was Du möchtest.
Ein paar Dinge, die Du vor dem ersten Tankstopp wissen solltest:
- Kraftstoff wird in Gallonen verkauft, nicht in Litern, was alle verwirrt, die aus Europa oder den meisten Ländern Lateinamerikas kommen.
- Du hast die Wahl zwischen drei Optionen: 91 Oktan (Normal), 95 Oktan (Super) und Diesel. Die meisten Autos kommen gut mit 91 Oktan zurecht.
- Nenne Menge und Oktanzahl. Sag dem Tankwart „lleno“ für volltanken oder einen Betrag wie „quince“ (12,75 €/US$15), dazu die Sorte: „noventa y uno“ (91) oder „noventa y cinco“ (95).
- Die Preise legt der Staat fest und sie ändern sich jeden Freitag um 6 Uhr, der Preis von letzter Woche gilt also nicht zwangsläufig heute noch. Stand Mitte 2026 kostet 91 Oktan in Panama-Stadt rund 3,83 € (US$4,51) pro Gallone, 95 Oktan rund 4,09 € (US$4,81), im Landesinneren oft ein paar Cent mehr; die aktuellen Tankstellenpreise kannst Du vorab checken.
- Kartenzahlung ist in der Stadt weit verbreitet, im Landesinneren solltest Du an kleineren Tankstellen aber Bargeld dabeihaben, wo das Kartenlesegerät öfter „kaputt“ ist, als einem lieb ist.
Du wirst auf eine Handvoll Ketten treffen. Die größte und häufigste ist Delta, ein panamaisches Unternehmen mit mehr als 225 Tankstellen landesweit; ihr wirst Du am häufigsten begegnen, besonders außerhalb der Stadt. Terpel folgt mit knapp 200 Tankstellen, und Puma vervollständigt die drei größten Ketten.
Die Kraftstoffqualität ist bei allen gleich, da Preise und Standards reguliert sind. Die meisten Expats tanken deshalb einfach bei der nächstgelegenen Delta- oder Terpel-Station.
Tipp: Ein kleines Trinkgeld für den Tankwart ist üblich, aber nicht Pflicht (etwa 20 bis 40 Cent), besonders wenn er die Windschutzscheibe putzt oder die Reifen prüft.
Verhalten nach einem Unfall
Was Du in den ersten Minuten nach einem Unfall tust, bestimmt Deine rechtliche und versicherungstechnische Position für alles, was danach kommt. So läuft der Standardablauf:
- Ruf die 911 für Polizei und, falls jemand verletzt ist, den Rettungsdienst. Panamas Notrufnummer ist die 911. Melde den Unfall sofort.
- Ruf Deine Versicherung an. Die meisten Policen verlangen eine Meldung innerhalb von 72 Stunden nach dem Unfall, aber sofort ist besser. Man sagt Dir, was zu tun ist und wann der Gutachter eintreffen kann.
- Bewege das Auto nicht. Das ist die Regel, gegen die Expats aus reinem Instinkt am häufigsten verstoßen. Wer sein Fahrzeug vor Eintreffen der Polizei bewegt, verliert in Panama das Recht, Schadenersatz von der Versicherung des Unfallgegners zu fordern. Auch wenn Dein Auto den Verkehr blockiert: Beweg es nicht ohne ausdrückliche Anweisung des Polizeibeamten vor Ort. Schalte die Warnblinkanlage ein und warte.
- Fotografiere alles. Beide Fahrzeuge aus mehreren Winkeln, die Fahrbahn, Bremsspuren, Straßenschilder und alle Schäden. Nimm die Unfallstelle per Video auf. Fotografiere außerdem Führerschein, Zulassung und Versicherungsnachweis des Unfallgegners.
- Schreib Deine Version des Vorfalls auf. Das darf rechtlich auch auf Englisch geschehen. Notiere Uhrzeit, Fahrtrichtung, was jedes Fahrzeug getan hat und was Du beobachtet hast. Unterschreibe und datiere den Bericht.
- Lass Dir die Referenznummer des Polizeiberichts geben. Der Beamte gibt Dir einen Zettel mit einem Gerichtstermin (in der Regel etwa einen Monat später) und einer Fallnummer. Bewahre dieses Dokument auf, Du brauchst es für die Versicherung.
- Erscheine zum Gerichtstermin. Die Ladung zu ignorieren ist keine Option. Bei kleineren Unfällen ist der Termin meist eine administrative Formalität und kein Verfahren im eigentlichen Sinne, aber wer nicht erscheint, riskiert einen Haftbefehl.
Deine Versicherung schickt einen Gutachter, der das Fahrzeug begutachtet und den Schaden bearbeitet. Bei größeren Schäden oder Verletzungen lohnt sich anwaltliche Unterstützung. Anwälte in Panama-Stadt, die auf Verkehrsrecht spezialisiert sind und Expats betreuen, findest Du unkompliziert über Expat-Netzwerke.
Gut zu wissen: Panamas Pflicht-Haftpflichtversicherung (SOAT) deckt Verletzungen der Gegenseite ab, nicht Schäden an Deinem eigenen Fahrzeug. Für Schäden am eigenen Auto, egal ob Du etwas rammst oder gerammt wirst, brauchst Du zusätzlich zur Pflicht-SOAT eine Vollkaskoversicherung (seguro todo riesgo). Finanzierst Du ein Fahrzeug, verlangt der Kreditgeber in der Regel eine Vollkaskoversicherung. Gehört Dir das Auto komplett, liegt die Entscheidung bei Dir, aber angesichts der Reparaturkosten in Panama ist Vollkasko meist die vernünftigere Wahl.
Häufig gestellte Fragen
Kann ich mit meinem US- oder UK-Führerschein in Panama fahren?
Ja, für 90 Tage ab Deinem letzten Einreisestempel als Tourist. Erhältst Du eine Aufenthaltsgenehmigung, musst Du auf einen panamaischen Führerschein umschreiben. Die Umschreibung (Homologation) ist für die meisten Nationalitäten unkompliziert und erfordert keine erneute Fahrprüfung. Zuständig für Führerscheine und Zulassungen ist die Autoridad de Tránsito y Transporte Terrestre (ATTT).
Auf welcher Straßenseite fährt man in Panama?
Rechts, genau wie in den USA, Kanada und den meisten Ländern Lateinamerikas.
Ist ein Internationaler Führerschein (IDP) vorgeschrieben?
Für Touristen gesetzlich nicht vorgeschrieben. Als Ergänzung zum ausländischen Führerschein aber dringend empfohlen: ein standardisiertes, mehrsprachiges Dokument, das Polizeikontrollen und Grenzübertritte erleichtert. Besorg ihn Dir vor der Reise in Deinem Heimatland.
Wie schlimm ist der Verkehr in Panama-Stadt?
Deutlich spürbar, vor allem während der morgendlichen und abendlichen Stoßzeiten. Außerhalb dieser Zeiten kommt man in der Stadt ganz gut voran. An Wochenenden und Feiertagen nimmt der Verkehr merklich ab. Nutze Waze für Echtzeit-Routing um Unfälle und Kontrollen herum.
Kann ich von Panama nach Costa Rica fahren?
Ja. Der Panamericana-Highway überquert die Grenze bei Paso Canoas (Pazifikseite) und Sixaola (Karibikseite). Du brauchst Fahrzeugpapiere, einen in Costa Rica gültigen Versicherungsnachweis und die entsprechenden Grenzdokumente für das Fahrzeug. Ist das Fahrzeug finanziert oder gemietet, brauchst Du zusätzlich eine Grenzübertrittsgenehmigung von der Bank oder dem Mietwagenunternehmen. Kläre die Anforderungen vor der Fahrt mit Deiner Versicherung und dem Mietwagenunternehmen ab.
Welchen Kraftstoff gibt es in Panama?
Benzin (gasolina regular und super) und Diesel. Landesweit wird an den Tankstellen in Litern verkauft. Die Preise sind staatlich reguliert und ändern sich wöchentlich; Stand Juni 2026 liegen sie bei etwa 1,01 € (US$1,19) pro Liter für Normalbenzin und 1,08 € (US$1,27) pro Liter für Diesel.
Ist Autofahren nachts sicher?
In Panama-Stadt und auf gut beleuchteten Hauptstraßen ja. Auf ländlichen Nebenstraßen und Bergstrecken deutlich weniger, wegen unmarkierter Gefahrenstellen, Wildtieren, Vieh auf der Straße und eingeschränkter Notfallversorgung. Plane Fahrten auf dem Land und im Hochland wenn möglich tagsüber.





